Linux-Shell: Bash-Sicherheitslücke ermöglicht Codeausführung auf Servern

Eine Sicherheitslücke in der Linux-Shell Bash hat gravierende Auswirkungen. In vielen Fällen lässt sich damit von Angreifern Code auf Servern auch aus der Ferne ausführen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Die Bash-Shell ist die Standard-Kommandozeile unter Linux und Mac OS X.
Die Bash-Shell ist die Standard-Kommandozeile unter Linux und Mac OS X. (Bild: Hanno Böck)

In der Linux-Shell Bash wurde eine große Sicherheitslücke entdeckt. In Umgebungsvariablen lässt sich Code einfügen, den die Shell beim Starten ungeprüft ausführt. Das eröffnet zahlreiche Angriffsvektoren, am kritischsten ist die Lücke für Webskripte, die mittels CGI ausgeführt werden. Bash ist die am häufigsten genutzte Kommandozeilen-Shell unter Linux.

Stellenmarkt
  1. Senior SAP ABAP Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Detmold
  2. Ingenieur:in (w/m/d) Prozessleittechnik
    Stadtentwässerung Frankfurt am Main, Frankfurt am Main
Detailsuche

Das Problem wurde von Stephane Chazelas entdeckt und zunächst an die Entwickler der Debian-Distribution gemeldet. Geplant war für den 24. September eine koordinierte Veröffentlichung der Details. Offenbar wurde die Sperrfrist zwar eingehalten, einige Details, die erst später veröffentlicht wurden, wurden jedoch vorzeitig bekannt.

Bash ermöglicht es, mittels Umgebungsvariablen Funktionen zu definieren. Der Name der Umgebungsvariable dient dabei als Funktionsname, der Inhalt wird ausgeführt. Ein simples Beispiel hierfür wäre folgendes:

x="() { echo Hello; }" bash -c "x"

Golem Karrierewelt
  1. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.09.2022, virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    26./27.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In diesem Fall wird eine Funktion x definiert, die die Zeichenkette "Hello" ausgibt. Das Problem: Wenn Bash eine solche Funktionsvariable entdeckt, parst es die komplette Variable und führt Code, der sich hinter dem Funktionsaufruf befindet, direkt aus. Testen lässt sich dies mit folgendem Beispiel:

test="() { echo Hello; }; echo gehackt" bash -c ""

Bei einer verwundbaren Bash-Version wird hier der String "gehackt" ausgegeben obwohl die Bash-Shell eigentlich überhaupt nichts ausführen soll. Das Problem hierbei: In vielen Fällen hat ein Angreifer die Möglichkeit, den Inhalt von Umgebungsvariablen zu kontrollieren.

Besonders kritisch sind hierbei CGI-Skripte auf Webservern. Denn hier werden beispielsweise Parameter oder Pfade der Webanwendung mittels Umgebungsvariablen übergeben. CGI-Skripte, die in Bash geschrieben sind, lassen sich damit direkt angreifen. Aber auch andere Programmiersprachen können Probleme bekommen. Wie in einem Blogeintrag von Redhat erläutert wird, führen zahlreiche Programmiersprachen implizit eine Bash-Shell aus, wenn man einen Systembefehl ausführt. Das betrifft in PHP etwa die Befehle system() und exec(), in C die Befehle system() und popen() und in Python die Befehle os.system() und os.popen().

Ein weiterer möglicher Angriffsvektor ist OpenSSH. Oftmals wird SSH so genutzt, dass ein Nutzer keine vollwertige Shell auf einem Server hat, sondern nur bestimmte Befehle ausführen darf. Diese Möglichkeit nutzen beispielsweise die Quellcode-Verwaltungstools Git und CVS. OpenSSH ruft hierbei ebenfalls implizit eine Shell auf, der Client kann verschiedene Variableninhalte beeinflussen.

OpenSSH und CGI-Skripte sind nur zwei mögliche Angriffsvektoren, verschiedene weitere Szenarien sind denkbar. Ein Update ist somit insbesondere Serveradministratoren, aber auch allen anderen Nutzern von Linux und anderen Unix-Systemen mit Bash dringend anzuraten. Für die aktuelle Bash-Version 4.3 steht der Patch 025 bereit, für Bash 4.2 der Patch 048. Betroffen ist neben Linux auch Mac OS X, welches ebenfalls Bash als Standardshell einsetzt. Das Problem hat die ID CVE-2014-6271 erhalten.

Nachtrag vom 25. September 2014, 12:34 Uhr

Der Google-Entwickler Tavis Ormandy hat entdeckt, dass die Korrektur für die Lücke unvollständig ist. Zwar lässt sich Ormandys Beispielcode nicht direkt für Angriffe nutzen, trotzdem wird wohl ein weiteres Bash-Update notwendig. Die neue Sicherheitslücke hat die ID CVE-2014-7169 erhalten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


neocron 26. Sep 2014

kann ich aus meiner Erfahrung nicht so sagen. Bei jedem Apple Artikel, kommen erstmal 5...

katzenpisse 26. Sep 2014

Indem er eine dynamische Webseite aufruft, die per Bashskript generiert wird. Ansonsten...

phade 26. Sep 2014

Ah, erst der zweite, wohl noch inoffizielle Patch unter http://www.openwall.com/lists/oss...

mambokurt 25. Sep 2014

Na damit hast du echt den Vogel abgeschossen, die Aussage zeigt entweder dass du dich...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Dungeon Keeper
Wir sind wieder richtig böse!

Nicht Held, sondern Monster: Darum geht's in Dungeon Keeper von Peter Molyneux. Golem.de hat neu gespielt - und einen bösen Bug gefunden.
Von Andreas Altenheimer

25 Jahre Dungeon Keeper: Wir sind wieder richtig böse!
Artikel
  1. bZ4X: Toyota bietet Rückkauf seiner zurückgerufenen E-Autos an
    bZ4X
    Toyota bietet Rückkauf seiner zurückgerufenen E-Autos an

    Toyota bietet Kunden den Rückkauf seiner Elektro-SUVs an, nachdem diese im Juni wegen loser Radnabenschrauben zurückgerufen wurden.

  2. Laptops: Vom Bastel-Linux zum heimlichen Liebling der Entwickler
    Laptops
    Vom Bastel-Linux zum heimlichen Liebling der Entwickler

    Noch vor einem Jahrzehnt gab es kaum Laptops mit vorinstalliertem Linux. Inzwischen liefern das aber sogar die drei weltgrößten Hersteller - ein überraschender Siegeszug.

  3. Entwicklerstudio: Eidos Montreal möchte Cyberpunk 2077 mit Deus Ex toppen
    Entwicklerstudio
    Eidos Montreal möchte Cyberpunk 2077 mit Deus Ex toppen

    Eidos Montreal würde gerne ein neues Deus Ex machen. Der Plan, damit Cyberpunk 2077 zu übertrumpfen, scheitert aber vorerst an einem Detail.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. Samsung 980 1 TB 77€ und ASRock RX 6800 639€ ) • Alternate (u. a. Corsair Vengeance LPX 8 GB DDR4-3200 34,98€ ) • AOC GM200 6,29€ • be quiet! Deals • SSV bei Saturn (u. a. WD_BLACK SN850 1 TB 119€) • Weekend Sale bei Alternate • PDP Victrix Gambit 63,16€ [Werbung]
    •  /