Linux: RNDIS fliegt aus dem Kernel

Die Unterstützung des proprietären Protokolls Remote Network Driver Interface Specification (RNDIS) von Microsoft wird für neue Kernel-Builds in Linux deaktiviert(öffnet im neuen Fenster) , indem die Treiber dafür hinter die "broken" Kconfig-Option verschoben werden. Normalerweise werden Treiber, die eine Zeit lang so als defekt markiert sind, schließlich ganz aus dem Source-Tree entfernt.
Der Linux-Kernel-Maintainer für den Stable-Branch Greg Kroah-Hartman bezeichnete das RNDIS-Protokoll in seiner Commit-Message als "auf jedem System unsicher und verwundbar, das es mit nicht vertrauenswürdigen Hosts oder Geräten verwendet" .
RNDIS wurde etwa für Tethering mit Handys benutzt
Benutzt wurde RNDIS vor allem für Tethering, wenn also zum Beispiel ein Handy über ein USB-Kabel als Netzwerkzugang verwendet wurde. Entwickelt wurde RNDIS zu Zeiten von Windows XP, es ist zudem stark an die Network Driver Interface Specification von Microsoft gebunden, die es für Nicht-Windows-Betriebssysteme oft nicht gibt. Zudem wurden in der Praxis sowohl RNDIS-Requests als auch RNDIS-Constraints geloggt, die in keiner der vielen von Microsoft veröffentlichten RNDIS-Spezifikationen aufzufinden sind.
Es gibt genug Alternativen zu RNDIS
Alternativen zu RNDIS gibt es genug. Das USB Implementers Forum (USB-IF) definiert alleine schon mindestens drei nicht-proprietäre USB communications device class (USB CDC), über die sich virtuelles Ethernet implementieren lässt. Davon ist CDC-ECM weit verbreitet und dazu noch älter als RNDIS selbst. Und auch wenn RNDIS auf Android-Telefonen eine Weile verbreitet war, zum Beispiel bei Samsung-Geräten, ist dies laut Kroah-Hartman nicht mehr der Fall: "Android hat dies [RNDIS] seit vielen Jahren deaktiviert, daher sollte es keine echten Systeme geben, die es noch benötigen."