Linux: ReiserFS wurde im Kernel als obsolete markiert

Einst war es das erste Journaling File System, im Linux-Kernel. Für den Linux 6.6-rc1 wurde ReiserFS jetzt als veraltet markiert.

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Tux will ReiserFS nicht mehr unterstützen: Das Dateisystem ist obsolete.
Tux will ReiserFS nicht mehr unterstützen: Das Dateisystem ist obsolete. (Bild: Boris Mayer mit PlaygroundAI/Stable Diffusion XL)

Im Zuge des Merges für den Release-Kandidaten 1 des Linux-Kernels (v6.6-rc1) wurde ReiserFS als obsolete markiert. Für die Zukunft bedeutet dies, dass es wohl im Jahr 2025 ganz aus dem Kernel verschwinden wird. Eingeführt im Jahr 2001 in Linux 2.4.1, war ReiserFS das erste Journaling File System im Kernel; ext3, das im Gegensatz zu ext2 ebenfalls Journaling beherrschte, gab es erst mit Linux 2.4.15 im November des gleichen Jahres.

ReiserFS ist nach Hans Reiser benannt, in dessen Firma Namesys das Dateisystem initial entwickelt wurde. ReiserFS verbreitete sich schnell. In einigen Linux-Distributionen, darunter SUSE Linux Enterprise, wurde es zum Standardfilesystem. Doch schon 2006 war es damit wieder vorbei, zumindest bei Suse. Das Problem damals war, dass Reiser einige teilweise schwere Fehler in ReiserFS nicht beheben und lieber an Reiser 4 arbeiten wollte.

Ein Mord und ReiserFS heute

2006 war auch das Jahr, in dem Hans Reiser seine Frau umbrachte, kurz darauf verhaftet und später wegen Mord verurteilt wurde. Namesys wurde nach der Verurteilung geschlossen, das Dateisystem wurde fortan als Community-Open-Source-Projekt weiter entwickelt. Jedoch wurde einerseits in den vergangenen Jahren immer weniger Arbeit in ReiserFS gesteckt, andererseits hat es einige Schwächen, zum Beispiel nicht synchronisierte Directory-Operationen oder dass es durch die Verwendung von 32-bit-Datumseinträgen unter dem Jahr-2038-Problem leidet.

Was ist eigentlich ein Journaling File System?

Ein Journaling-Dateisystem zeichnet alle Änderungen, die vor dem tatsächlichen Schreiben stattfinden, in einem speziellen Speicherbereich namens Journal auf. Dies ermöglicht es, zu jedem Zeitpunkt einen konsistenten Datenzustand wiederherzustellen, selbst wenn ein Schreibvorgang unterbrochen wird, beispielsweise aufgrund von Systemabstürzen oder Stromausfällen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Dateisystemen, bei denen nach solchen Vorfällen oft eine zeitaufwendige Überprüfung des gesamten Dateisystems durchgeführt werden muss, kann diese lästige Aufgabe vermieden werden. Besonders bei großen Festplatten mit Partitionen, die mehr als 100 Gigabyte groß sind, führt dies zu erheblichen Zeitersparnissen beim Booten, da die Überprüfung dieser großen Partitionen oft Stunden dauern kann.

Nachtrag vom 5. September 2023, 8:59 Uhr
Linuxversion der Integration von ext3 berichtigt

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