Linux-Rechner: System76-Laptop bekommt eigene Kühlung
Leistungsfähig und trotzdem leise soll der erste eigene Linux-Laptop von System76 werden. Das Team erstellt dafür eine eigene Kühlung.
Viele Laptops haben unter dauerhafter Last das Problem, dass die Lüfter besonders stark hochdrehen und die Geräte dann entsprechend laut sind. Verhindert wird das derzeit effektiv nur durch möglichst groß angelegte Kühlsysteme, die bestenfalls gar auf Lüfter verzichten. Wohl deshalb arbeitet der Linux-Hardwarespezialist System76 an einem eigenen Kühlsystem für den ersten eigenen Laptop mit Codenamen Virgo, dessen Entwicklung sich derzeit noch in der Prototypphase befindet.
Das geht aus dem einem Tweet des System76-Gründers und CEOs Carl Richell hervor. Darin zeigt dieser einen Koffer mit Material für Heatpipes, also die Kupferrohre sowie die Heatspreader und Grundplatten für die Heatpipes. Dazu schreibt Richell: "Unser Ziel ist es, Virgo zum leisesten und gleichzeitig leistungsstärksten Laptop zu machen." Mit Blick auf die modernen ARM-Laptops von Apple, die teils ohne Lüfter auskommen, aber sehr viel Leistung bieten, dürfte dies ein extrem ambitioniertes Ziel für das kleine Team von System76 sein.
Erstmals vorgestellt hatten Richell und System76 die Arbeiten an dem Virgo-Prototypen vor einigen Wochen. Bisher setzte das Unternehmen für seine Hardware meist auf Barebone-Geräte, die von Zulieferern stammen und durch den Hersteller angepasst werden. Hinzukommen soll nun der erste eigene Laptop, der in der Fabrik in Denver im US-Bundesstaat Colorado hergestellt werden soll.
Bereits seit mehr als vier Jahren arbeitet System76 an eigenen Desktop-PCs mit dem Namen Thelio, deren Design als Open Hardware unter einer freien Lizenz veröffentlicht wird. Das Gehäuse wird dabei vom Unternehmen selbst entworfen. Die Komponenten werden an besagtem Standort in Denver zusammengesetzt und gefertigt. Die Gehäuse entstehen vor Ort in einer kleinen Fabrik. Weitere Teile wie das Motherboard, Speicher, CPU und andere Komponenten werden jedoch importiert. Ein ähnliches Vorgehen ist auch bei Virgo zu erwarten.