Linux: Packagekit könnte Ersatz bekommen

Zur Verteilung von Software nutzten die vielen unterschiedlichen Linux-Distributionen sehr oft zueinander verschiedene Paketformate und -Verwaltungen, die sich meist über die Kommandozeile steuern lassen. Seit Jahren existiert als Abstraktionsschicht darüber Packagekit, das die Verwaltung mithilfe grafischer Clients vereinheitlichen soll. Der Erfinder und Betreuer von Packagekit, Richard Hughes, sucht nun aber nach Alternativen zu dem Ansatz.
In seinem Blog schreibt der Entwickler(öffnet im neuen Fenster) dazu, dass die Software selbst seit 2014 kaum noch aktiv gepflegt oder gar weiterentwickelt werde. Ebenso sei die einstige Vielfalt von mehr als einem Dutzend Paketformaten kaum noch gegeben, immerhin nutzten die meisten Distributionen nun DEB- oder RPM-Pakete.
Spezialisierte Distributionen wie etwa Arch spielen in dieser Überlegung laut Hughes kaum eine Rolle. So benötigen deren Nutzer kaum eine grafische Paketverwaltung, sondern nutzen sowieso die Kommandozeile. An Endnutzer gerichtete Distributionen, die auf grafische Werkzeuge sehr viel Wert legen, wie etwa Ubuntu oder Fedora, planen mit Techniken wie Snap oder Flatpak darüber hinaus eine mehr oder weniger große Abkehr von klassischen Paketen für die Software.
Packagekit künftig kaum noch notwendig
Hinzu kommen weitere Techniken zum Aufbau der Betriebssysteme wie etwa Ostree oder auch Container, die die Nutzung von Packagekit nicht mehr notwendig machen. Die modulare Fedora-Variante Silverblue verzichtet gar vollständig auf die Installation und Nutzung der Software.
Auch das Team für das Server-Administrationswerkzeug Cockpit habe Hughes bestätigt, dass die Funktionen von Packagekit kaum noch benötigt werden. Für den Entwickler folgt daraus die Überlegung, wie und ob Packagekit ersetzt werden könnte.
Zwar müsse er im Sinne seines Arbeitgebers Red Hat langfristig weiter die Möglichkeit zum Veränder einer Betriebssysteminstallationen anbieten. Dazu reiche es möglicherweise aber aus, auf eine reduzierte und besser gestaltete API zurückzugreifen, statt Packagekit weiter zu pflegen und zu verwenden.
Noch ist offen, wie Hughes und sein Team weiter mit Packagekit verfahren. Sollte die Pflege aufgegeben werden, könnte diese aber natürlich leicht von anderen Interessierten weitergeführt werden.