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IMHO: Nvidia contra Torvalds

Nvidia tut zu wenig für Linux, profitiert aber davon, schimpfte Linus Torvalds. Aber nur gegen Nvidia wegen seiner proprietären Treiber zu wüten, ist falsch.
/ Sebastian Grüner
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Linus Torvalds zeigte Nvidia den Stinkefinger. (Bild: Aalto University)
Linus Torvalds zeigte Nvidia den Stinkefinger. Bild: Aalto University

Viel mehr als die bereits bekannten Fakten kann Nvidia der harschen Kritik von Linus Torvalds zwar nicht entgegensetzen, aber eben jenes Engagement Nvidias lässt das Unternehmen nicht in einem so schlechten Licht erscheinen wie Torvalds Aussagen.

Bumblebee statt Optimus

Eine Zuschauerin beklagte vor wenigen Tagen nach einer Rede Torvalds die mangelnde Unterstützung unter Linux für Nvidias Optimus-Funktion in ihrem Laptop. Torvalds kommentierte das in der von ihm gewohnten Manier mit einem eindeutigen Kommentar, der in "Fuck you, Nvidia!" gipfelte.

Nvidia entgegnet in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) zur Optimus-Funktion, dass die Community die nicht vorhandene Linux-Unterstützung selbst im Bumblebee-Projekt(öffnet im neuen Fenster) erstellt. Zudem hätte das Unternehmen den Installer und Readme-Dateien des R295-Treibers verändert, um Bumblebee die Arbeit zu erleichtern.

Proprietäre Treiber und Tegra-Chips

Auch wenn es vielen in der Open-Source-Gemeinschaft missfällt, dass die Grafiktreiber Nvidias proprietär sind: Die Treiber werden häufig aktualisiert, bieten eine gute Leistung und vor allem sind sie ab dem Verkaufstag für neue Grafikkarten verfügbar. Die Unternehmensführung hat sich schlicht für diesen Weg entschieden.

Auch sind die Linux- und Android-Treiber für Nvidias Tegra-SoCs bis auf die Grafikeinheit freie Software und werden im ARM-Zweig der Linux-Kernel entwickelt. In den vergangenen Jahren haben sich nämlich unzählige Firmen der Entwicklung von Linux zugewandt, vor allem Hersteller im mobilen Bereich. Die Angestellten Nvidias sind unter den aktivsten Beitragenden in diesem Segment des Kernels.

Viele schwarze Schafe

Freie Treiber, vor allem für Grafikchips, wären wünschenswert, aber nur Nvidia zu kritisieren, ist definitiv nicht der richtige Weg. So bereiten auch die Hersteller Qualcomm und Texas Instruments den Kernel-Entwicklern Probleme, vor allem bei Grafikchips.

Die Netzwerkkarten von Broadcom oder Realtek können teils nur mit erheblichem Aufwand betrieben werden. Von Peripheriegeräten wie Druckern oder Scannern ganz zu schweigen. Ohne HP und Apple als treibende Kraft hinter Cups wäre die Lage für Nutzer von Druckern teils katastrophal.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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