Linux: Nichtöffentliches HDMI-Spec schadet freien Treibern

Als offizieller Hüter der HDMI-Spezifikationen verhindert das HDMI-Forum offenbar einen öffentlichen Zugang zu den technischen Dokumenten, was wiederum die Umsetzung der Funktionen in den freien Linux-Grafiktreibern deutlich erschwert. Das berichtet das Magazin Phoronix(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die beteiligten Grafikentwickler und die X.org Foundation. Auslöser der Diskussion ist demnach die weiterhin fehlende Unterstützung von Freesync über HDMI unter Linux.
Die Linux-Arbeiten an einer variablen Bildwiederholrate, was der Hersteller AMD als Freesync bezeichnet, reichen bereits einige Jahre zurück . Die Technik ist eigentlich ein lizenzkostenfreier offener Standard. Die Vesa hat die Technik deshalb als Adaptive Sync in die Displayport-Spezifikation integriert.
Die Verwendung der variablen Bildwiederholrate ist zudem Teil von HDMI 2.1, was dort als VRR ( Variable Refresh Rate(öffnet im neuen Fenster) ) bezeichnet wird. Wie der unter anderem für den Display-Teil des AMD-Treibers zuständige Harry Wentland im vergangen Jahr erklärte(öffnet im neuen Fenster) (PDF), wird die Technik unter Windows von AMD bisher über ein proprietäres Protokoll umgesetzt.
Da die HDMI-Spezifikationen nicht öffentlich einsehbar sind, hat AMD, selbst Mitglied im HDMI-Forum, nun jedoch Probleme, die Technik in seinem freien Treiber umzusetzen und zu aktivieren. Schließlich würde aus dem dem Open-Source-Code ja die Funktionsweise hervorgehen, die in der eigentlich nicht-öffentlichen Dokumentation beschrieben ist. Zusätzlich zu VRR betrifft diese Überlegung natürlich auch weitere Teile von HDMI 2.1.
Laut dem Bericht von Phoronix hat die X.org Foundation das HDMI Forum dazu aufgefordert, die Spezifikationen öffentlich zugänglich zu machen, so dass die Technik vollständig und problemlos in dem freien Linux-Treiber umgesetzt werden kann.



