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Linux: Networkmanager 1.12 bringt FILS und Wake on WLAN

Version 1.12 des Networkmanager für Linux punktet mit einer Reihe neuer oder verbesserter Funktionen: Dazu gehören Wake on WLAN, ein schnellerer Wechsel zwischen Access Points, eine bessere Checkpoint-Restore-Funktionalität und die Unterstützung für den Internet Wireless Daemon.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Der Networkmanager 1.12 bringt Linux-Nutzern neue Funktionen.
Der Networkmanager 1.12 bringt Linux-Nutzern neue Funktionen. (Bild: nomis-simon, flickr.com/CC-BY 2.0)

Die aktuelle Version 1.12 des Networkmanagers ist erschienen. Das Werkzeug dient den meisten Linux-Distributionen mit Desktop als Standardwerkzeug zur Netzwerkverwaltung. Der zuständige Entwickler Lubomir Rintel stellt in seinem Blog die Neuerungen vor. So unterstützt der Networkmanager nun Fast Initial Link Setup (FILS) oder IEEE 802.11ai.

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Der Standard reduziert die Zeit, die ein WLAN-Client braucht, um sich mit einem Access Point zu verbinden. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Sekunden, was vor allem für mobile Nutzer ein Problem ist, die sich von Access Point zu Access Point hangeln, etwa in einem firmenweiten WLAN mit vielen Repeatern. Auch IoT-Setups profitieren davon.

Das langsame Anmelden lässt sich nun in Hardware-Aufbauten vermeiden, die den Standard IEEE 802.11ai unterstützen. Die eingesetzten Geräte müssen zudem mindestens Linux-Kernel 4.9 verwenden und den wpa_supplicant ab Version 2.6. Rintel geht davon aus, dass mehr Geräte in naher Zukunft FILS unterstützen. Mit dem Networkmanager ab 1.12 wäre das dann auch für die Nutzer von Vorteil.

Unterstützung für WoWLAN und IWD

Die neue Version des Networkmanagers unterstützt außerdem Wake on WLAN (kurz WoWLAN). Dies ermöglicht es, Geräte die diese Funktion unterstützen, mit einem speziellen Netzwerkpaket aufzuwecken. Voraussetzung ist, dass die WLAN-Hardware das Aufwecken erlaubt. Der Code hierfür steckte ursprünglich nur in Ubuntu, doch Entwickler der Distribution haben ihn nun für eine breitere Nutzerbasis aufbereitet.

Der bereits vor einiger Zeit angekündigte Internet Wireless Daemon, wird nun auch durch den Networkmanager unterstützt. Da IWD im Vergleich zu dem wpa_supplicant noch einige Funktionen fehlen, bleibt letzterer vorerst weiter der Standard für den Networkmanager. Für viele Nutzer dürfte IWD aber bereits ausreichen. Die ermuntert Rintel, den neuen Daemon doch mal zu probieren.

Bessere Wiederherstellungsfunktion

Seinen Blogeintrag beginnt der Entwickler Rintel zunächst mit einer Beschreibung des weniger bekannten aber ziemlich hilfreichen Checkpoint-Restore-Mechanismus. Der ermöglicht es, bei absehbaren Problemen mit dem Networkmanager eine vorherige funktionierende Konfiguration wiederzuverwenden.

Befürchtet ein Anwender Probleme mit einer neuen Konfiguration, lässt sich ein sogenannter Checkpoint der funktionierenden Version zusammen mit einem Timer setzen. Werden dann Änderungen durchgeführt, die das Netzwerk lahmlegen, ist das kein Problem: Nach Ablauf einer Frist stellt der Networkmanager den vorherigen Zustand automatisch wieder her. Funktionieren die Änderungen hingegen wie gewünscht, kann der Erfolg bestätigt werden und der Timer schaltet sich ab.

Nützlich ist das vor allem, wenn Anwender einen Desktop, der sich am anderen Ende der Welt oder auch nur ein paar Kilometer entfernt befindet, verwalten. Seit Networkmanager 1.12 unterstützt diese Funktion neben der D-Bus-API auch das Libnm-API. Zuvor konnten die Funktion nur Anwendungen verwenden, die die D-Bus-API direkt supporten.

Farbenfroher und schlanker

Zu den weiteren, eher kleineren, Neuerungen gehört, dass das Kommandozeilentool des Networkmanager sich nun farblich neu konfigurieren lässt, weil die Farbpalette flexibel funktioniert. Dokumentiert ist das Ganze in terminal-colors.d(5). Daneben freuen sich die Entwickler, einige Altlasten über Bord werfen zu können. Dazu gehören diesmal das Ifnet-Settings-Plugin und die Bibliothek libnm-glib. Da Debian und Fedora auf deren Einsatz zugunsten der Libnm verzichten, deaktivieren die Networkmanager-Macher die veraltete Bibliothek nun ebenfalls. Auch auf Libnl, die Netlink Protocol Library, verzichtet der neue Networkmanager und reduziert so die Abhängigkeiten weiter.

Weitere Details zu den Neuerungen liefert ein News File. Die neue Version steht im Quellcode bereit und sollte demnächst über die Distributionen ausgeliefert werden.



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