Linux: Multipath-TCP soll in den Kernel
Die beiden Entwickler Matthieu Baerts und Mat Martineau haben sich auf der vergangenen Linux Plumbers Conference 2019 ausführlich dem aktuellen Stand der Unterstützung von Multipath-TCP (MPTCP) im Linux-Kernel gewidmet. Das Magazin LWN.net berichtet im Detail(öffnet im neuen Fenster) von dem Vortrag und der Technik. Mit MPTCP sollen einzelne TCP-Verbindungen auf unterschiedliche Schnittstellen aufgesplittet werden können, um so etwa einen nahtlosen Wechsel der Verbindung zu ermöglichen.
Das Splitten der TCP-Verbindungen vergrößert damit auch die Bandbreite, weil die Daten parallel mehrere Netzwerkgeräte verwenden. Allerdings ist die Technologie noch nicht im Kernel gelandet. Auf der Linux-Plumbers-Konferenz diskutierten die Entwickler nun über den weiteren Umgang mit MPTCP.
Demnach gibt zwei IETF-Standards für MPTCP, RFC 6824(öffnet im neuen Fenster) und das neue RFC 6824bis(öffnet im neuen Fenster) . Auf letzteres haben sich die Kernelentwickler offenbar geeinigt, es soll auch im 5G-Umfeld relevant sein. Im vergangenen Juni(öffnet im neuen Fenster) dafür vorgestellte Patches sollen nun noch überarbeitet werden. Es fehle laut den Netzwerk-Maintainern noch der IPv6-Support, zudem müsse MPTCP im Kernel in der Lage sein, automatisch MPTCP-Sockets zu erzeugen.
Auch eine Userspace-Implementierung, der MPTCP-Daemon, ist bereits in Arbeit, den Code dazu gibt es auf Github(öffnet im neuen Fenster) . Er soll Admins in die Lage versetzen, Multipath-Verbindungen aufzusetzen, Informationen zu den Verbindungen zu tracken und Subflows zu verwalten. Noch offen ist die Unterstützung für TLS, was auch für gesplittete Verbindungen funktionieren muss. Zudem ist ein Packet Scheduler angedacht, der die Pakete feingranular auf die verschiedenen Verbindungen verteilt, um etwa die Latenz zu minimieren. Detailliertere Informationen zum Thema liefert LWN.net.
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