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Linux: Mit Ignoranz gegen die GPL

Weit über zehn Jahre nach der ersten gerichtlichen Durchsetzung der GPL in Deutschland verstoßen immer noch Unternehmen gegen die freie Lizenz des Linux-Kernels. Das ist an Ignoranz und Dummheit nur schwer zu überbieten.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die Lizenz von Linux sollte eigentlich genauso bekannt sein wie dessen Maskottchen: der Pinguin.
Die Lizenz von Linux sollte eigentlich genauso bekannt sein wie dessen Maskottchen: der Pinguin. (Bild: Brian Gratwicke/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Der Entwickler Harald Welte schrieb vor sechs Jahren ziemlich klar: "Wer (...) die GPL-Lizenzierung nicht versteht, sollte auch kein Linux-basiertes Gerät im Markt platzieren." Welte ist unter anderem für seine Klagen zur Durchsetzung der GPL am Linux-Kernel bekanntgeworden, die erste davon hat er im Jahr 2004 gewonnen. Für ein grundsätzliches Umdenken haben derartige Verfahren, die Medienöffentlichkeit und der Siegeszug von Linux aber offenbar nicht gesorgt, wie der aktuelle Fall von Geniatech zeigt.

Inhalt:
  1. Linux: Mit Ignoranz gegen die GPL
  2. Mein Name ist Hase, ...
  3. Legal, illegal, scheißegal

Auch für Welte ist das schwer nachvollziehbar. In einem Kommentar zu der Verhandlung sowie dem Ausgang des Geniatech-Falles schreibt der Entwickler: "Es ist fast 15 Jahre seit den ersten Gerichtsverfahren wegen Lizenzverstößen an (Embedded-)Linux her, und die Tatsache, dass das Problem heute noch existiert, zeigt deutlich, dass die Branche noch weit davon entfernt ist, ein scheinbar recht einfaches Problem gelöst zu haben."

Dass trotz allem nach wie vor gegen die Prinzipien der GNU General Public License (GPL) verstoßen wird, die eben auch der Linux-Kernel nutzt, und dass das Problem, wie Welte sagt, eben noch nicht gelöst ist, hat wohl hauptsächlich zwei Gründe, die die IT-Industrie als Ganzes, aber beide in keinem besonders guten Licht erscheinen lassen: Vorsatz und Dummheit.

Verantwortlichkeit unbekannt

Der zumindest menschlich noch einigermaßen nachvollziehbare Grund ist schlicht Unwissenheit oder eben bösartig gesagt: Dummheit. Denn viele der für Programmierer oder geschulte Anwälte offensichtlichen GPL-Verletzungen in Deutschland oder Europa werden oft von Weiterverkäufern begangen, die entweder ein Subunternehmen oder gar nur ein Partner des eigentlichen Herstellers in China sind.

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Das gilt nicht nur im konkreten Fall von Geniatech, sondern auch für GPL-Verstöße, die Golem.de unter anderem schon in Geräten wie Blu-ray-Playern, wirklich billigen WLAN-Routern, Radioweckern oder anderen Peripheriegeräten gefunden hat. Oft sind die Vertriebsteams in Europa nur sehr dünn besetzt, hauptsächlich kaufmännisch tätig und haben von technischen Hintergründen oder Urheber- und Lizenzrechten nur eine vage Ahnung. Und selbst wenn, vertrauen die heimischen Verkäufer oft ihren wesentlich größeren Handelspartnern. Beides ist keine gute Idee.

Mein Name ist Hase, ... 
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bofhl 05. Apr 2018

Da Peter Hutterer bei Red Hat für die X-Win-Sachen zuständig ist - und daher eher am...

Hello_World 03. Apr 2018

Es ist wenig sinnvoll, darüber zu diskutieren, ob der Kernel mit einer liberaleren Lizenz...

Silberfan 29. Mär 2018

Sie hatten genug Zeit das vorher korrekt Umzusetzen. Wer schlampt oder auf Verjährung...

a user 22. Mär 2018

Hat er doch gar nicht behauptet. Lies doch mal was du zitierst! Er sagte im Vergleich...

dsdvado 20. Mär 2018

"scheinbar" heißt: in Wirklichkeit nicht Ob Herr Welte das wirklich sagen wollte?


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