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Legal, illegal, scheißegal

Doch zusätzlich zu der Unwissenheit oder Schlampigkeit gibt es eben noch einen zweiten Grund, warum Unternehmen gegen die GPL verstoßen. Um bei dem Beispiel von Welte zu bleiben: In der Abfallwirtschaft gibt es Unternehmen, die etwa bewusst gegen Umweltauflagen verstoßen, weil ihnen das Wettbewerbsvorteile bringt. In der IT-Wirtschaft gibt es Unternehmen, die die Bedingungen der GPL einfach bewusst ignorieren, um die eventuell komplizierten Bedingungen nicht erfüllen zu müssen. Oder schlicht, um die Arbeit anderer zum eigenen Vorteil zu nutzen.

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Bekannte Fälle, in denen sich Unternehmen weigern, der GPL zufolge den Quellcode bereitzustellen, finden sich etwa immer wieder bei Android-Distributoren und -Herstellern, die ihre Gerätetreiber nicht veröffentlichen wollen, obwohl diese im Sinne der GPL als abgeleitetes Werk ebenfalls unter die GPL fallen. In besonders krassen Fällen ist Unternehmen wie dem ARM-Hersteller Allwinner in der Vergangenheit sogar schon vorgeworfen worden, die Lizenzverletzungen bewusst verschleiern zu wollen, statt diese einfach durch eine Veröffentlichung des Quellcodes zu beheben.

Diese Missachtung von Urheber- und Lizenzrechten wird zusätzlich noch dadurch verstärkt, dass große Unternehmen wie Intel, Google oder Qualcomm zwar keinerlei Probleme damit haben, Patentstreitigkeiten mit Strafzahlungen im Bereich von Hunderten oder gar Milliarden von US-Dollarn durchzufechten. Aber auf die Durchsetzung ihre Rechte im Sinne der GPL verzichten die Unternehmen oft einfach völlig, statt ihre Konkurrenz oder auch Partner dafür öffentlich anzuprangern.

Das führt aber wiederum dazu, dass die Durchsetzung der GPL einigen wenigen unabhängigen Entwicklern überlassen bleibt, die sich für ihr Urheberrecht, die Community sowie die Rechte der Nutzer einsetzen. Das ignorante Verhalten bietet aber auch Trittbrettfahrern wie Patrick McHardy viel Spielraum, der sich an seinen Abmahnaktivitäten persönlich bereichert haben soll, was McHardy natürlich bestreitet.

Es bleibt zu hoffen, dass es in der Medienöffentlichkeit wie in dem aktuellen Fall zwischen McHardy und Geniatech langfristig zu einem Umdenken in der IT in Bezug auf die GPL kommt. Zumindest die Kernel-Community hat ihre Konsequenz aus dem Verhalten von McHardy schon gezogen und will sich künftig besser gegen Copyright-Trolle wappnen. Das hilft hoffentlich auch der GPL.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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bofhl 05. Apr 2018

Da Peter Hutterer bei Red Hat für die X-Win-Sachen zuständig ist - und daher eher am...

Hello_World 03. Apr 2018

Es ist wenig sinnvoll, darüber zu diskutieren, ob der Kernel mit einer liberaleren Lizenz...

Silberfan 29. Mär 2018

Sie hatten genug Zeit das vorher korrekt Umzusetzen. Wer schlampt oder auf Verjährung...

a user 22. Mär 2018

Hat er doch gar nicht behauptet. Lies doch mal was du zitierst! Er sagte im Vergleich...

dsdvado 20. Mär 2018

"scheinbar" heißt: in Wirklichkeit nicht Ob Herr Welte das wirklich sagen wollte?


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