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Ordentlicher Code of Conduct

Denn als vorletzten Akt vor seiner Auszeit hat Torvalds einen neuen Code of Conduct in den Hauptzweig des Linux-Kernels eingepflegt. Derartige Verhaltensregeln haben inzwischen viele Open-Source-Communitys übernommen, um für ein offenes und einladendes Miteinander zu sorgen. Bisher verfügte der Kernel lediglich über einen sogenannten Code of Conflict mit impliziten Festlegungen wie "großartig zueinander" zu sein. Erste Vorstöße in diese Richtung gab es bereits im Jahr 2013, wovon Torvalds damals jedoch nicht sonderlich überzeugt war.

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Die bisher genutzten Verhaltensregeln der Kernel-Community waren vor allem im Vergleich zu anderen wichtigen Open-Source-Communitys jedoch nicht besonders aussagekräftig und eher zurückhaltend formuliert. Der neue Code of Conduct basiert dagegen auf dem sogenannten Contributor Covenant, der klare Regeln festlegt und Beispiele für unerwünschtes Verhalten explizit nennt. Für die Durchsetzung der neuen Regeln soll das Technical Advisory Board (TAB) sorgen, das aus gewählten Mitgliedern der Kernel-Community besteht.

Der Linux-Grafikentwickler Daniel Vetter, der sich seit Jahren um einen besseren Umgang in der Commuity und Entlastung der Maintainer bemüht, bezeichnet die neuen Regeln auf Twitter "ordentlich" im Vergleich zu den bisherigen. Die Community des Grafik-Subsystems im Kernel sowie die verbundene Userspace-Community Freedesktop.org mit unter anderem der 3D-Treiberbibliothek Mesa nutzt die Regeln auf Basis des Contributor Covenant bereits seit rund zwei Jahren.

Der langjährige Linux-Entwickler Matthew Garrett bezeichnet den Schritt von Torvalds als "längst überfällig" und die Kernel-Entwicklerin Vaishali Thakkar bedankt sich bei denen, "die nicht aufgehört haben, ihn (Torvalds, Anm. d. Red.) wegen seines schlechten Benehmens immer wieder anzuprangern". Thakkar ist Koordinatorin des Outreachy-Projekts für die Kernel-Community, das Mitgliedern bisher unterrepräsentierter Gruppen den Einstieg in die Community über eine Art bezahltes Praktikum ermöglichen soll.

Die Initiatorin des Contributor Covenant, Coraline Ada Ehmke, äußert sich auf Twitter zu der Entscheidung von Torvalds eher zurückhaltend. So sei laut Ehmke der Schaden an der Linux-Community wohl irreversibel, sie warte aber ebenso auch ab, ob sich Dinge aus ihrer Sicht nicht doch noch zum Besseren wenden. Sie freue sich außerdem über den Dominoeffekt, den die Entscheidung von Torvalds wohl auf die breitere Open-Source-Community haben werde.

Die weitere Pflege des derzeit noch in Entwicklung befindlichen Linux-Kernels 4.19 übernimmt zunächst Greg Kroah-Hartman, der nach Linux-Erfinder Torvalds als Nummer zwei der Kernel-Entwicklung gilt, unter anderem die stabilen Kernel sowie Langzeitkernel pflegt und bei der Linux-Foundation angestellt ist. Wie die Entwicklung danach - vorerst ohne Torvalds - weiter verlaufen wird, ist zurzeit noch offen.

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 Linux-Kernel: Torvalds nimmt Auszeit und will Verhalten ändern
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demon driver 23. Sep 2018

Nein, danke.

pointX 20. Sep 2018

Na, das hat noch nicht so ganz funktioniert. Aber wo wir schonmal dabei sind: ihr sperrt...

Transcendence 20. Sep 2018

und Gratulation zur Einsicht, besonders vor dem Hintergrund seiner bisher eingeschränkten...

demon driver 20. Sep 2018

Spar dir die Polemik, die fällt eh nur auf dich zurück. Ihr seid diejenigen, die...

throgh 20. Sep 2018

Netter Versuch abzulenken, weil man eben nicht über das eigene Verhalten respektive der...


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