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Linux-Kernel: Torvalds droht mit Nicht-Aufnahme von Treibercode

In seiner typisch ungehaltenen Art droht Linux-Chefentwickler Linus Torvalds an, neuen Grafikcode wegen eines schlechten Treibers überhaupt nicht anzunehmen. Maintainer Daniel Vetter reagiert genervt, weil solch überzogene Reaktionen neue Beitragende abschrecken könnten. Der Community hilft das nicht.

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Einzelkämpfer bringen der Kernel-Entwicklung wenig, wichtiger ist die Community.
Einzelkämpfer bringen der Kernel-Entwicklung wenig, wichtiger ist die Community. (Bild: Daoud Alahmad/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Dass sich Linus Torvalds als Chefmaintainer des Linux-Kernels mit teils harschen Worten und derben Beleidigungen an andere Entwickler wendet, um deren Code zu kritisieren, ist seit Jahren bekannt. In einer vermutlich neuen Eskalationsstufe hat Torvalds gar angekündigt, die Aufnahme des gesamten Codes des Grafik-Subsystems DRM für die kommenden Kernel-Version 4.11 zu verweigern - wegen eines einzelnen fehlerhaften Treibers eines neuen Beitragenden. Der zuständige Maintainer Daniel Vetter zeigt sich davon genervt.

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In der Sache gibt Vetter Torvalds zwar recht. Der Code war schlicht ohne eine erneute Prüfung an Torvalds weitergereicht worden, der dann Fehler entdeckte und sich darüber beschwerte. Die Aufnahme aller anderen Treiber deshalb zu verzögern, sei aber aber alles andere als "großartig", so Vetter. Das hat wohl auch Torvalds eingesehen, der die Fehler selbst behoben hat und den Code schließlich doch noch ohne viel Aufhebens aufgenommen hat.

Neue Entwickler abschrecken keine Lösung

Der öffentliche Ausbruch und sehr direkte Angriff gegen den zuständigen Entwickler wäre also wohl überhaupt nicht nötig gewesen. Vetter fordert Torvalds zudem dazu auf, neue wie alte Beitragende "nicht derart anzuscheißen". Der Intel-Angestellte Vetter wäre eigenen Angaben zufolge auch ziemlich genervt davon, wenn derartige Angriffe neue Beitragende an der Mitarbeit abschrecken.

Vetter bemüht sich seit einiger Zeit darum, die Arbeit im Team am Linux-Kernel zu verbessern. Zuletzt hat der Entwickler hierfür gar ein Manifest vorgeschlagen. Denn die Belastung der Entwickler und vor allem der Maintainer einzelner Bereiche im Kernel ist teils extrem hoch, was etwa der für das I2C-Subsystem zuständige Wolfram Sang auf der Linuxcon im vergangenen Jahr thematisierte.

Die damit einhergehende Überforderung ist wohl auch ein Teil des Problems, das zu dem respektlosen Umgang in der Kernel-Community führt, der auch von Torvalds vorgelebt wird. Die vormals für den USB-3.0-Host-Controller-Treiber zuständige Entwicklerin Sarah Sharp begründete im Jahr 2015 ihren endgültigen Rückzug aus der Kernel-Community letztlich aber genau mit diesem Mangel an persönlichem Respekt innerhalb der Community.

Spätestens seit 2015 ist aber offensichtlich, dass dem Linux-Kernel sowohl Maintainer als auch langfristig und dauerhaft Beitragende fehlen, die sich in der Community engagieren, etwa durch Lesen und Überprüfen der Patches von anderen. Auch Torvalds gesteht Letzteres als Problem ein. Das von Vetter hier eventuell befürchtete Vertreiben neuer Entwickler ist der Sache wohl aber keinesfalls förderlich.



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der_wahre_hannes 27. Feb 2017

Da sagt der Duden zu: "Veraltet; Auszubildender". Und nu? Einen einsamen Feldzug führen...

superdachs 26. Feb 2017

Ich bin zwar nicht gemeint aber da es mir ebenfalls so geht ein paar Beispiele : Ich...

Casandro 26. Feb 2017

Wir haben in den letzten Jahren ein Überangebot an Anfängern in freien Softwareprojekten...

der_wahre_hannes 26. Feb 2017

Die Reaktion, ja. Man kann Dinge aber auch in einem vernünftigen Ton vortragen und muss...

dahana 25. Feb 2017

Quatsch, Torvalds arbeitet in einem "Betrieb". Apple hatte auch noch Mitarbeiter als...


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