Linux: Kernel-Sicherheitsinitiative wächst "langsam aber stetig"

Um den Linux-Kernel besser vor Angriffen zu schützen, wird dieser seit einem Jahr von einer Arbeitsgruppe aktiv erweitert. Die Initiative hat inzwischen eine gute Unternehmensunterstützung und bereits einige Erfolge aufzuweisen, aber weiterhin Probleme mit der Kultur der Linux-Community.

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Das KSPP halt wohl noch einen sehr langen Weg vor sich.
Das KSPP halt wohl noch einen sehr langen Weg vor sich. (Bild: Samuel Blanc/CC-BY-SA 3.0)

Seit etwa einem Jahr existiert mit dem Kernel Self Protection Project (KSPP) eine Arbeitsgruppe, die nach einer Aufforderung des Google-Angestellten Kees Cook proaktiv Maßnahmen ergreift, die das Ausnutzen von Sicherheitslücken im Linux-Kernel erschweren sollen. Auf dem derzeit stattfindenden Linux Security Summit zieht Cook eine vorsichtig positive Bilanz der bisher umgesetzten Arbeiten.

Demnach habe sich in dem vergangenen Jahr ein kleines Team aus ungefähr fünf Einzelpersonen und etwa zehn Unternehmen als Team des KSPP zusammengefunden, das derzeit an etwa 20 unterschiedlichen Techniken arbeite, um den Kernel zu schützen. Der Fortschritt sei zwar langsam aber stetig, so Cook. Zu den Beteiligten gehören neben Google auch Intel, IBM, Red Hat oder auch ARM, Linaro und Imagination Technologies. Auch die Linux Foundation finanziert das KSPP über seine Core Infrastructure Initiative.

Das KSPP versucht Kernel-Exploits dadurch zu verhindern, dass aktiv Schutzmaßnahmen gegen bestimmte Klassen von Angriffen im Code des Kernels selbst integriert werden. Ebenso werden Plugins für den Compiler erstellt oder auch erweitert, damit der Binärcode des Kernels gegen einige Angriffsszenarien geschützt ist. Das Team habe dafür in den vergangenen Kernel-Versionen kontinuierlich neue Funktionen eingepflegt und habe zudem auch konkrete Pläne für kommende Linux-Versionen.

Weiterhin typische Anfangsprobleme

Neben den damit verbundenen technischen Herausforderungen führt Cook aber auch aus, dass dem KSPP nach wie vor Personen fehlen, die neue Funktionen entwickeln, testen und auf ältere Kernel-Versionen zurück portieren könnten. Insbesondere Letzteres ist für die Millionen von Android-Geräten wichtig, die oft mit mehrere Jahre alten Kernel-Versionen betrieben oder ausgeliefert werden.

Darüber hinaus beklagt Cook die für das KSPP eher schwierige Entwicklungskultur der Linux-Community. Cook bezeichnet die Community als konservativ. Zudem müssten sich die Kernel-Entwickler ihrer Verantwortung bewusstwerden und die Notwendigkeit der Änderungen des KSPP akzeptieren ebenso wie die damit verbundenen technischen Hürden.

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