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Linux-Kernel: Raspberry Pi 4 bekommt Support für freien Grafiktreiber

Die Upstream-Arbeiten für den Raspberry Pi 4 haben nun die Display-Pipeline des Grafiktreibers erreicht. Damit sollte die Videoausgabe auf dem Bastelrechner bald mit dem Mainline- Linux-Kernel genutzt werden können.
/ Sebastian Grüner
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Der neue Raspberry Pi 4 verfügt über USB-C und auch zwei Mini-HDMI-Anschlüsse. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der neue Raspberry Pi 4 verfügt über USB-C und auch zwei Mini-HDMI-Anschlüsse. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Ein Großteil der Grundfunktionalität des Broadcom-SoCs BCM2711 im Raspberry Pi 4 wird bereits mit dem aktuell verfügbaren Linux-Kernel 5.5 unterstützt. Der langjährige Linux-Embedded-Entwickler Maxime Ripard hat nun auf der Mailing-Liste der Linux-Grafikentwickler zudem Patches für die sogenannte Display-Pipeline für den BCM2711-Chip veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) .

Wie Ripard in der Erklärung zu den Patches schreibt, hat der Raspberry Pi 4 zwei HDMI-Controller sowie im Vergleich zu den vorhergehenden SoCs in der Reihe der Bastelrechner auch eine deutlich veränderte Scanout-Engine, die hier Pixelvalve genannt wird. Mit diesen Neuerungen müssen aber auch einige Annahmen zur Funktionsweise der Hardware im Code überholt und verändert werden.

Der Entwickler habe deshalb große Teile des Codes zunächst erst aufräumen und teilweise auch neu schreiben müssen, damit die neue Display-Pipeline überhaupt umgesetzt werden könne. Bisher sei außerdem auch nur die HDMI-Ausgabe standardmäßig aktiviert und die gleichzeitige Ausgabe über beide HDMI-Ausgänge funktioniere derzeit noch nicht. Demnach ist also auch die Ausgabe per DPI(öffnet im neuen Fenster) und damit über den 40-Pin-GPIO-Anschluss derzeit noch nicht standardmäßig aktiviert.

Die Display-Pipeline ist logischerweise Voraussetzung dafür, dass der kleine Bastelrechner Raspberry Pi 4 künftig von Nutzern auch mit der 3D-Beschleunigung des Grafiktreibers genutzt werden kann. Wann der Code in einer stabilen Linux-Version erscheint, ist zurzeit noch unklar. Wenn die Patches schnell integriert werden, könnten diese noch in Linux 5.7 landen, das wahrscheinlich Anfang Juni 2020 erscheint.


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