Linux-Kernel: KI-Beschleuniger erfüllt erstmals Linux-Voraussetzungen

Seit Jahren streiten sich die Linux-Kernel-Entwickler über den Umgang mit Code für KI-Beschleuniger. Habana Labs erfüllt nun erstmals alle Forderungen.

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Die Linux-Kernel-Community könnte sich bald auf einen Umgang mit KI-Beschleunigern einigen.
Die Linux-Kernel-Community könnte sich bald auf einen Umgang mit KI-Beschleunigern einigen. (Bild: flowcomm, flickr.com/CC-BY 2.0)

Das zu Intel gehörende KI-Hardware-Startup Habana Labs hat erstmals seinen eigenen, von LLVM abgeleiteten Compiler für seine Hardware als Open Source veröffentlicht. Hinzu kommt eine nun ebenfalls erstmals komplett offene API sowie freie Implementierung, was ein Deep-Learning-Training auf den Geräten von Habana Labs mit Open-Source-Software ermöglicht. Damit erfüllt der Hersteller nun formal die Voraussetzungen, die die für die GPU-Treiber zuständige Community des Linux-Kernels erwartet.

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Seit etwa zweieinhalb Jahren diskutiert die Linux-Kernel-Community über den Umgang mit dem Treiber-Code für KI-Beschleuniger wie jene von Habana Labs. Insbesondere die Betreuer der GPU-Treiber fühlen sich dabei übergangen, da die Beschleuniger aus ihrer Sicht auch nur so etwas wie GPUs seien, sehr ähnlich oder gleich funktionierten, und entsprechend die gleichen Regeln für beide Arten von Hardware-Kategorien gelten müssten.

Für die Aufnahme eines neuen GPU-Treibers in den Linux-Kernel gilt es als zwingende Voraussetzung, dass zusätzlich zu dem eigentlichen Kernel-Treiber auch ein vollständig freier User-Space-Treiber zur Verfügung steht, damit diese Kombination ausführlich getestet werden kann. Schon zu Beginn der Diskussionen hieß es, dass damit der Code besser auf Sicherheitslücken überprüft werden kann. Außerdem ist auch die langfristige Pflege des Codes aus Sicht der GPU-Betreuer deutlich leichter.

Bisher konnte der Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman die GPU-Betreuer noch umgehen, indem der er schlicht selbst den Treiber-Code von Habana Labs eingepflegt und diesen an Chefentwickler Torvalds weitergereicht hat. Bei einer aktuellen Diskussion um die Nutzung der Schnittstelle DMA-Buf intervenierten die GPU-Betreuer vor wenigen Wochen jedoch deutlich.

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Ohne deren Zustimmung und ohne einen freien Userspace könne der Code nicht aufgenommen werden, denn immerhin wird die Schnittstelle von den GPU-Betreuern gepflegt und fällt in deren Entscheidungsbereich. Die Diskussion fasst LWN.net zusammen. Kroah-Hartman folgte letztlich den Einwänden und entfernte den von Habana Labs eingereichten Code zur Nutzung von DMA-Buf wieder.

Einigung endlich möglich

Der langjährige Betreuer des Intel-Grafiktreibers, Daniel Vetter, schreibt zu der Veröffentlichung des Codes von Habana Labs: "Es gibt immer noch das Problem, dass wir die letzten 2,5 Jahre damit verbracht haben, viele Leute für ein imo fragwürdiges politisches Projekt zu verärgern und alle technischen Überprüfungen und Expertisen zu umgehen".

Vetter schlägt darüber hinaus vor, den Code von Habana Labs einfach in den bisherigen GPU-Zweig zu überführen, dort die anstehenden Code-Überprüfungen vorzunehmen und sich so künftig auf die technischen Aspekte der Treiber konzentrieren zu können.

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Auch der Betreuer des GPU-Zweigs im Linux Kernel, Dave Airlie, würde den Treiber-Code gern als GPU-Treiber einpflegen oder auch ein neues Subsystem für KI-Beschleuniger erstellen, dann aber mit klaren Regeln für eine Überprüfung und Aufnahme sowie vor allem für eine langfristige Pflege des Codes. Auf welches weitere Vorgehen sich die Kernel-Community in Bezug auf die KI-Beschleuniger weiter einigt, ist derzeit aber noch nicht absehbar.

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