• IT-Karriere:
  • Services:

Linux-Kernel: Google baut Mini-Treiber-Schicht für unbekannten Apex-Chip

Das Treiber-Framework Gasket von Google-Entwicklern ist in den Staging-Bereich des Linux-Kernels aufgenommen worden. Genutzt wird Gasket zur Umsetzung eines nicht näher beschriebenen Chips, der Apex heißt. Dabei könnte es sich um den Beschleuniger für Bildverarbeitung Monette Hill von Intel handeln.

Artikel veröffentlicht am ,
Wofür Google den Apex-Chip einsetzen will, ist zurzeit noch nicht klar.
Wofür Google den Apex-Chip einsetzen will, ist zurzeit noch nicht klar. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Bereits Anfang April fragte der Google-Entwickler Simon Que auf der Linux-Kernel-Mailingliste nach der Vorgehensweise, um einen speziellen Treiber für ein Gerät namens Apex zu erstellen. Der Nachricht zufolge handelt es sich dabei um ein externes PCIe-Board mit einem anwendungsspezifischen Custom-Co-Prozessor samt MMU und einer DMA-Schnittstelle, um Daten mit dem Hostsystem auszutauschen. Die daraus offenbar hervorgegangenen Arbeiten hat der Kernel-Betreuer Greg Kroah-Hartman nun in den Staging-Bereich des Kernels eingepflegt.

Stellenmarkt
  1. Interhyp Gruppe, München
  2. Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen

Entstanden ist dafür das Treiber-Framework Gasket, was für "Google ASIC Software, Kernel Extensions, and Tools" steht. Die Idee des Frameworks ist es laut der Beschreibung, ein generisches und flexibles System zu erstellen, das kleine Kernel-Treiber unterstützten soll. Diese Kernel-Treiber können dann lediglich Geräte öffnen und schließen, den Speicher der PCI Base Address Registers (BAR) zuweisen, einige sehr wenige Ioctls verwalten und die Übersetzung der Seitentabellen übernehmen.

Sämtliche andere Funktionen werden von Userspace-Code übernommen. Interessant daran ist, dass bei der Verwendung des Gasket-Frameworks angenommen wird, dass immer nur genau ein Prozess Schreibzugriff auf den dazugehörigen Geräte-Knoten bekommt. Der bisher erste und einzige Gasket-Treiber ist ebenfalls Teil des nun eingepflegten Codes. Dabei handelt es sich um den Treiber für den Apex-Chip.

Mini-Treiber für Spezialhardware

Dass hier ein großer Teil der eigentlichen Logik nicht im Kernel umgesetzt wird, sondern eben im Userspace, ist je nach Anwendungszweck des Chips nicht unbedingt ungewöhnlich. Der ursprünglichen Idee zufolge wollte Google die Treiber-Unterstützung zunächst über das Userspace-I/O-System des Kernels umsetzen (UIO). Dieses ist für Situationen geschaffen worden, in denen für die Hardwareunterstützung nur ein sehr kleiner Kernel-Treiber notwendig ist, der zudem nicht mit dem Rest der Kernels und seinen Subsystemen interagiert. Auch hier übernimmt eine Userspace-Anwendung große Teile der Funktion.

Golem Akademie
  1. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management
    26.-30. April 2021, online
  2. Terraform mit AWS
    14./15. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Bei Apex handelt es sich offenbar um eine derartige Spezialhardware. Da die Funktionen von UIO aber den Bedürfnissen von Google wohl nicht genügten, ist Gasket entstanden. So ist insbesondere die Verwendung und Unterstützung einer MMU oder des Direktzugriffs per DMA mit UIO eben nicht vorgesehen.

Apex als Beschleunigerchip

Der beschriebene Aufbau des Treibers und des Gerätes sowie allen voran die Bezeichnung Gasket, in der wiederum die Abkürzung ASIC vorkommt, verweisen ziemlich klar darauf, dass Google mit Apex eine ganz bestimmte Anwendung mit Hilfe dieses Chips beschleunigt. Aus einer ersten Version des Treiber-Codes, die aus einem internen Chromium-Repository stammt, geht außerdem hervor, dass das Team zuvor offenbar wie üblich die endgültige Funktionsweise des Chips mit Hilfe eines FPGA erarbeitet hat.

Die tatsächliche Funktion von Apex, also was der Chip genau beschleunigen soll, geben die Patches allerdings nicht preis. Vor allem die Mitwirkung des Chromium-Teams, das bei Google für die Open-Source-Unterstützung der Chromebooks zuständig ist, weist jedoch daraufhin, dass Apex künftig in den Google-Laptops genutzt werden könnte. In dem Smartphone Pixel 2 verwendet Google bereits einen dedizierten Baustein zum Beschleunigen der Bildverarbeitung, für den Google mit Intel kooperiert hat. Die Desktop-Variante dieser Technik soll Intel unter dem Namen Monette Hill erstellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,75€
  2. 3,39€
  3. 4,49€

yeti 10. Jul 2018

Der PC wird zum Terminal und die (interessanten) Funktionen werden auf Erweiterungskarten...


Folgen Sie uns
       


Gocycle GX - Test

Das Gocycle GX hat einen recht speziellen Pedelec-Sound, aber dafür viele Vorteile.

Gocycle GX - Test Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /