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Linux: Kernel-Entwickler sehr verärgert über Systemd-Team

Mit Systemd verhindert die Kernel-Option Debug unter Umständen das Booten des Rechners. Die Entwickler beider Teams halten das jeweils andere für verantwortlich. Linus Torvalds droht sogar eine Code-Sperre an.
/ Sebastian Grüner
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Die Zusammenarbeit der Linux- und Systemd-Teams ist nicht immer gut. (Bild: Ben Tubby/CC-BY 2.0)
Die Zusammenarbeit der Linux- und Systemd-Teams ist nicht immer gut. Bild: Ben Tubby/CC-BY 2.0

Wird ein Rechner mit Systemd gestartet und dabei die Kernel-Option Debug übergeben, kann das dazu führen, dass der Rechner nicht startet, wie aus einem entsprechenden Bug-Report(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht. Demnach überflute Systemd Dmesg mit Nachrichten, was einen Login verhindere. Der Red-Hat-Angestellte Kay Sievers sieht das Problem aber nicht in Systemd, die Option Debug sei schlicht zu generisch. Diese Ansicht verärgert viele Kernel-Entwickler, allen voran Linux-Erfinder Linus Torvalds(öffnet im neuen Fenster) .

Darüber hinaus hat Sievers den Bug-Report nach nur etwas mehr als einer Stunde wieder geschlossen, da der Fehler offenbar nicht in Systemd, sondern im Kernel und dem Umgang mit der Debug-Option liege. Doch Steven Rostedt merkt an, dass die Kernel-Kommandozeile nicht von Userspace-Programmen geparst werden sollte, das sei einfach falsch und der Fehler " absolut lächerlich ", wie H. Peter Anvin hinzufügt.

Merge-Sperre für Sievers?

Als Reaktion auf das Verhalten von Sievers kreierte Rostedt einen Patch(öffnet im neuen Fenster) , der verhindert, dass Systemd in der Kommandozeile nach der Option Debug parsen kann. Aber auch das ist nach Meinung Torvalds nicht die Lösung des Problems(öffnet im neuen Fenster) , da die Option geparst werden können soll. Nur eben in einem gesunden Maß.

Ähnliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Torvalds und Sievers sind bereits häufiger zutage getreten, weshalb Torvalds auch androht, Patches von Sievers nicht mehr aufnehmen zu wollen, solange dieser sein Verhalten nicht ändere. Da Sievers auch einer der Hauptentwickler des Kernel-DBus ist, könnte dies mittelfristig tatsächlich erhebliche Konsequenzen haben, würde die Androhung umgesetzt.

Um das Problem zu beheben, hat Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman Patches für Systemd(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, die das beschriebene Verhalten zunächst unterbinden. Ebenso wird der ursprüngliche Kernel-Patch derzeit angepasst(öffnet im neuen Fenster) , so dass bestimmte, eventuell unerwünschte Userspace-Nachrichten unterdrückt werden.


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