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Linux-Kernel: CentOS-Community bekommt rechtliche Probleme mit Red Hat

Wegen des eingeschränkten Quellcodezugriffs kann die CentOS -Community derzeit keine zusätzlichen Kernel-Module für RHEL-Nutzer verteilen.
/ Sebastian Grüner
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CentOS bekommt Probleme mit seinen Kernel-Modulen. (Bild: Pixabay)
CentOS bekommt Probleme mit seinen Kernel-Modulen. Bild: Pixabay

Die eigentlich weiter aktiv von Red Hat unterstützte CentOS-Community kündigt in ihrem Blog an,(öffnet im neuen Fenster) auf ein unerwartetes rechtliches Problem in ihrer Arbeit gestoßen zu sein. Demnach führt der durch das Unternehmen Red Hat massiv eingeschränkte Zugriff auf den Quellcode von RHEL dazu, dass die CentOS-Arbeitsgruppe für Kernel-Module diese aus "rechtlichen Gründen" derzeit nicht als Pakete bereitstellen kann. Gemeinsam mit Red Hat werde an einer Lösung gearbeitet.

Im Herbst 2019 hatte Red Hat mit CentOS Stream eine neue Art Rolling-Release-Distribution vorgestellt, die den klassischen RHEL-Nachbau der CentOS-Community ersetzen sollte. Ende 2020 kündigte der Hersteller dann an , das klassische CentOS einstellen zu wollen. Im vergangenen Sommer schließlich teilte Linux-Distributor Red Hat mit, die Quellcode-Verfügbarkeit für sein Enterprise-Linux RHEL massiv zu beschränken .

Für Arbeitsgruppen in CentOS, die Pakete erstellen, um das von RHEL offiziell unterstützte Community-Angebot zu erweitern, führt das aber zu Probleme mit den beschriebenen Kernel-Modulen. Wohl unmittelbar in Zusammenhang damit gab die Hyperscaler-Arbeitsgruppe bekannt(öffnet im neuen Fenster) , dass sie künftig einen Kernel auf Basis des Quellcodes von Fedora benutzen werde und nicht mehr jenen von CentOS/RHEL.

Um Probleme mit dem neuen Modell von Red Hat für CentOS im Sinne der Nutzer zu vermeiden, wurde von den Linux-Distributoren Suse, Oracle und CIQ (Rocky Linux) der Verband OpenELA (Open Enterprise Linux Association) gegründet . Erklärtes Ziel ist es dabei, den klassischen RHEL-Nachbau weiter zu ermöglichen. Dazu stellten die Beteiligten im vergangenen November erstmals den Quellcode der Software des klassischen Red Hat Linux Enterprise in einer frei wiederverwendbaren Form bereit . Ein Wechsel auf den OpenELA-Code könnte die beschriebenen Probleme also möglicherweise beheben.


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