Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Linux-Kernel: Bessere Zufallszahlen selbst mit NSA-Backdoor

Die Linux-Entwickler wehren sich dagegen, den Code für den Zufallsgenerator in Intels Ivy-Bridge-Chips zu entfernen. Er nutzt Nists SP800-90-Standard. Dort wird eine Hintertür der NSA vermutet.
/ Jörg Thoma
92 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Kernel-Entwickler zeigen sich von einer möglichen Hintertür der NSA unbeeindruckt. (Bild: Constantine Evans/CC-BY 3.0)
Die Kernel-Entwickler zeigen sich von einer möglichen Hintertür der NSA unbeeindruckt. Bild: Constantine Evans/CC-BY 3.0

Mit deutlichen Worten hat Linux-Initiator Linus Torvalds eine Petition auf Change.org(öffnet im neuen Fenster) zurückgewiesen, nach der Rdrand-Code aus dem Kernel entfernt werden soll. Der Code stammt von Intel und lässt sich mit dessen Ivy-Bridge-CPUs nutzen. Der Intel-Chip und der dazugehörige Rdrand-Code arbeiten unter anderem nach Nists SP800-90-Standard, der möglicherweise eine von der NSA platzierte Hintertür enthält.

"Lernt erst etwas über Kryptographie und kommt dann zurück und gebt zu, dass ihr falsch liegt" , wetterte Torvalds in seiner Antwort auf die Petition. Der Kernel-Entwickler Theodore Ts'o argumentierte auf Google+ geduldiger(öffnet im neuen Fenster) . Die Entropie-Funktion /dev/random des Linux-Kernels nutze nicht nur Rdrand, sondern beziehe auch weitere Zufallsquellen.

Zufallszahlen aus mehreren Quellen

Ts'o sei jedoch erleichtert, dass er dem Druck der Intel-Entwickler widerstanden habe, /dev/random ausschließlich den Befehlssatz Rdrand nutzen zu lassen. Das Sigint Enabling Project der NSA habe bereits Wege gefunden , die Verschlüsselungschips einiger Hardwarehersteller zu infiltrieren, etwa um Hintertüren einzubauen oder die Generierung von Zufallszahlen vorherzusehen, was die aus den Zahlen entstandenen Schlüssel schwach macht.

"Sich ausschließlich auf hardwarebasierte Zufallszahlengeneratoren zu verlassen, ist generell eine schlechte Idee. Vor allem dann, wenn die Implementation unter Verschluss gehalten wird und somit kaum zu überprüfen ist" , schreibt Ts'o. Es gebe aber realistische Grenzen, was im Mikrocode einer CPU versteckt werden könne. Die Modifikationen müssten so minimal sein, dass Mitarbeiter einer Firma und die zahlreichen Betriebssystementwickler die Manipulationen nicht irgendwann einmal entdecken würden.

"Wir wissen was wir tun" , schreibt Torvalds. "Selbst wenn die NSA eine Hintertür in Rdrand eingebaut hätte, erstellt unsere Implementation damit sogar bessere Zufallszahlen."


Relevante Themen