Linux-Kernel: Android-Bug wird von NSO Group angegriffen

Googles Project Zero berichtet über einen Bug im Linux-Kernel, mit dem sich Android-Telefone angreifen lassen. Laut Google wird offenbar ein Exploit für den Bug bereits aktiv ausgenutzt. Pikant: Gefunden wurde der Bug bereits 2017 - von Google selbst.

Artikel veröffentlicht am ,
Android wird oft mit alten Linux-Kernelversionen betrieben - und erhält dann nicht alle Sicherheitskorrekturen.
Android wird oft mit alten Linux-Kernelversionen betrieben - und erhält dann nicht alle Sicherheitskorrekturen. (Bild: Runner1928, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Eine Sicherheitslücke in Android-Telefonen wird offenbar bereits aktiv von Kunden der NSO Group ausgenutzt. Das geht aus einem Bericht von Maddie Stone, einer Sicherheitsforscherin von Googles Project Zero, hervor. Es handelt sich um einen Use-after-Free-Bug im Linux-Kernel, mit dem sich auf Android-Telefonen die Rechte ausweiten lassen. Ausgenutzt werden kann er von einer bösartigen Applikation oder im Zusammenspiel mit weiteren Bugs auch im Browser.

Stellenmarkt
  1. Digitalkoordinator/in (w/m/d)
    Stadt NÜRNBERG, Nürnberg
  2. DevOps Engineer (w/m/d) CMS Platform
    ING Deutschland, Nürnberg
Detailsuche

Die NSO Group ist eine Firma, die Zero-Day-Exploits verkauft. Sie steht häufig in der Kritik, da ihre Produkte immer wieder mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden.

Bei dem Bericht arbeiteten Project Zero und die ebenfalls bei Google angesiedelte Threat Analysis Group (TAG) zusammen. Project Zero ist eine Abteilung Googles, die darauf spezialisiert ist, Sicherheitslücken zu finden - sowohl in eigenen Produkten als auch in denen von Konkurrenten - , während TAG von Google beobachtete Angriffe untersucht.

Google nennt NSO Group als wahrscheinlichen Urheber

Golem Karrierewelt
  1. CEH Certified Ethical Hacker v12: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    14.-18.11.2022, Virtuell
  2. Deep Dive: Data Architecture mit Spark und Cloud Native: virtueller Ein-Tages-Workshop
    09.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dabei wurden offenbar Hinweise auf einen aktiv eingesetzten Exploit gefunden. Dass Google den Namen der Firma nennt, mit welcher der Exploit in Verbindung gebracht wird, ist ungewöhnlich. Der Konzern ist sonst zurückhaltend, was solche Zuordnungen angeht. Es deutet darauf hin, dass sich Google relativ sicher über die Herkunft des Exploits ist.

Bemerkenswert ist, dass der Fehler, der hier ausgenutzt wird, bereits Anfang 2018 im Linux-Kernel behoben wurde. Allerdings wurde diese Änderung offenbar nicht in die Kernels vieler Android-Telefone übernommen. Gefunden wurde der Bug von Google selbst durch den sogenannten Syzbot. Dieser nutzt von Google entwickelte Fuzzing- und Analysetools, um im Linux-Kernel vollautomatisch Bugs zu finden.

Android-Telefone erhalten nicht alle Sicherheitskorrekturen

Ein Problem ist, dass viele Android-Telefone relativ alte Linux-Kernels einsetzen. Damit diese Sicherheitskorrekturen erhalten, müssen die entsprechenden Patches zurückportiert werden. Allerdings gibt es von den Linux-Kernelentwicklern keine Sicherheitsankündigungen, und sicherheitskritische Fehlerkorrekturen werden nicht gesondert gekennzeichnet.

Distributionen und Betriebssysteme wie Android, die auf angepasste Linux-Kernel aufbauen und ältere Versionen nutzen, müssen daher wichtige Patches selbst identifizieren und übernehmen. Alternativ können sie auf Langzeit-Kernel (LTS, Long Term Support) setzen, das passiert aber bisher bei Android nicht.

Einen Fix für die Sicherheitslücke wird es laut einem Bericht von Ars Technica mit dem Oktober-Update von Android geben. Das gilt natürlich nur für die Android-Geräte, die regelmäßig Sicherheitsupdates erhalten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Verwirrendes USB
Trennt die Klassengesellschaft!

USB ist ziemlich verwirrend geworden, daran werden auch neue Logos nichts ändern. Das Problem ist konzeptuell.
Ein IMHO von Johannes Hiltscher

Verwirrendes USB: Trennt die Klassengesellschaft!
Artikel
  1. Bundesgerichtshof: Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein
    Bundesgerichtshof
    Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein

    Ein Käufer, der sich über gängige Portokosten beschwert hat, kann weiter "Ware gut, Versandkosten Wucher" erklären. Der Bundesgerichtshof sieht dies nicht als Schmähkritik, sondern durch die Meinungsfreiheit geschützt.

  2. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

  3. Next Generation wird 35: Der Goldstandard für Star Trek
    Next Generation wird 35
    Der Goldstandard für Star Trek

    Mit Next Generation wollte Paramount den Erfolg der ursprünglichen Star-Trek-Serie nutzen - und schuf dabei eine, die das Original am Ende überstrahlte.
    Von Tobias Költzsch

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Controller GoW Ragnarök Edition vorbestellbar • Saturn Technik-Booster • Viewsonic Curved 27" FHD 240 Hz günstig wie nie: 179,90€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 499€, ASRock RX 6800 579€) • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • Alternate (KF DDR5-5600 16GB 96,90€) [Werbung]
    •  /