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Einige Teile des Android-Codes sind im Staging-Bereich des Kernels gelandet.
Einige Teile des Android-Codes sind im Staging-Bereich des Kernels gelandet. (Bild: Constantine Evans/CC BY-SA 3.0)

Dateisysteme

Die Kernel-Hacker haben das Umverteilen der Daten auf Btrfs-Dateisystemen überarbeitet und so erweitert, dass sich Raid-Systeme zuverlässiger umbauen und auch bei Unterbrechungen wieder problemlos fortsetzen oder ganz abbrechen lassen. Noch als noch nicht für den Produktivbetrieb geeignet bezeichnen die Entwickler die neue Integritätsprüfung für das weiterhin als experimentell eingestufte Btrfs, die während des laufenden Betriebs durchgeführt werden kann.

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Um Größenveränderungen an Ext4-Dateisystemen kümmert sich fortan der Kernel selbst statt wie bisher die Userpace-Anwendung. Dadurch soll sich die für das Vergrößern des Dateisystems von 20 auf 230 GByte benötigte Zeit von fünf Minuten auf 3,5 Sekunden reduzieren, schreiben die Entwickler. Noch funktioniert das nicht, wenn beispielsweise das Dateisystem mit Big Allocations verwendet wird, die es seit Linux 3.2 gibt.

Der MD-Treiber für die sogenannten Software-Raids kann während des laufenden Betriebs Daten von einem Datenträger auf den anderen verschieben, ohne dabei redundante Daten auf einem neuen Datenträger neu zu generieren. Die als "Hot Replace" bezeichnete Funktion lässt sich mit den Raid-Level 1, 4, 5, 6 und 10 nutzen. Allerdings wird Hot Replace noch nicht vom dazugehörigen Verwaltungswerkzeug Mdadm unterstützt.

Die Kernel-Hacker haben sich auch einem Problem gewidmet, bei dem es im Zusammenhang mit den Transparent Huge Pages zu Verzögerungen beim Schreiben auf langsame externe Speichermedien, etwa USB-Sticks, kam. Außerdem wurde ein Problem beim Readahead beseitigt, bei dem es zu Leistungseinbrüchen kam, wenn zu große Dateneinheiten von schnellen Datenträgern ausgelesen wurden, etwa von SSDs.

Grafikkarten

Zudem soll Linux 3.3 den virtuellen Speicher in den HD-7000-Chipsätzen von Radeon unterstützen. Die dafür benötigten Codeänderungen sind umfangreich. Allerdings sind noch rechtliche Fragen zu klären, bevor Anwender den Code nutzen dürfen. Der Evergreen-Chipsatz von AMD und der Nouveau-Treiber für Nvidia-Chipsätze können Audio über den HDMI-Port ausgeben und die Chipsatzreihe NDV0 alias Fermi verwendet Page-Flipping. Noch nicht ganz umgesetzt ist die Unterstützung für die aktuellen Grafikchips Geforce 410M, GT (520, 520M, 520MX) und 610M Quadro NVS 4200M alias NDV9.

Der Grafiktreiber für die Intel-Chipsätze Sandy und Ivy Bridge wurde aktualisiert und auch mit zahlreichen Bugfixes versehen. In dem Poulsbo-Treiber für Intels GMA500-Chipsätze wurden ebenfalls zahlreiche Fehler behoben, er verlässt den Staging-Bereich und ist nun fester Bestandteil des Kernels.

Virtualisierung

Gastsysteme der Kernel Virtual Machine (KVM) können künftig über die Virtual Performance Monitoring Unit (PMU) Leistungsmessungen vornehmen. Microsofts virtueller Netzwerktreiber für Hyper-V wurde aus dem Staging-Bereich in den offiziellen Kernel-Code übernommen. Die Treiber Balloon, Blk, Console und Net der Virtio-Schnittstelle wurden um die Unterstützung für den Ruhezustand S4 erweitert.

Infrastruktur und Architektur

Erste Teile des Codes des Android-Kernels sind wieder in den Staging-Bereich des Kernels aufgenommen worden. Die bislang bescheidenen Codeteile behandeln die Speicherverwaltung in Pstores (Persistent Storage) und der Ram-Console. Die bei Android verwendeten Wakelocks, über die der Kernel daran gehindert werden kann, in den Schlafmodus zu gehen, fehlen aber noch. Die Funktion hatte damals zu Streit zwischen Android- und Linux-Entwicklern geführt. Er sei nicht hinreichend geprüft und schlecht umgesetzt, monierten damals die Kernel-Entwickler. Die Kernel-Entwickler hatten den Android-Code Ende 2009 aus dem Kernel entfernt, weil er veraltet war. Sie warfen Google mangelndes Engagement bei der Code-Pflege vor. Der zurückgeflossene Code soll frühestens in Kernel 3.4 übernommen werden.

Die Prozessoren in Nvidias Tegra30-Chipsätzen werden künftig von Linux 3.3 unterstützt. Ferner wurde die Unterstützung für ACPI 5.0 erweitert. Damit sollen teils auffällige Fehler in der Energieverwaltung behoben und die Unterstützung für neue Chipsätze integriert werden, etwa Intels Ivy Bridge.

Kernel-Images können künftig ohne Bootloader direkt vom EFI-Bios gestartet werden. Das Bzimage wird dabei von EFI als Anwendung erkannt und lässt sich alternativ ohne Änderungen vom Bootloader starten. Mit dem Extended Verification Module kann der Kernel digitale Signaturen nach RSA verifizieren.

Eine Zusammenfassung diverser Änderungen haben die Betreuer der Webseite kernelnewbies.org zusammengefasst. Dort gibt es auch eine umfassende Liste neuer Treiber. Der Sourcecode von Linux 3.3 steht unter kernel.org zum Download bereit. Alle Änderungen sind über Gitweb abrufbar.

 Linux: Kernel 3.3 bekämpft aufgeblähte Puffer

eye home zur Startseite
1e3ste4 20. Mär 2012

Also Kernelspace gibts eigentlich in dem Sinne nicht. Wenn in x86 der Wechsel in den...

M.P. 19. Mär 2012

Puffer sind dazu da, die Applikation davor zu schützen, daß sie auf das Verschicken von...

AnetteAlliteration 19. Mär 2012

(k/t)



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