Dateisysteme

Die Kernel-Hacker haben das Umverteilen der Daten auf Btrfs-Dateisystemen überarbeitet und so erweitert, dass sich Raid-Systeme zuverlässiger umbauen und auch bei Unterbrechungen wieder problemlos fortsetzen oder ganz abbrechen lassen. Noch als noch nicht für den Produktivbetrieb geeignet bezeichnen die Entwickler die neue Integritätsprüfung für das weiterhin als experimentell eingestufte Btrfs, die während des laufenden Betriebs durchgeführt werden kann.

Stellenmarkt
  1. Embedded Linux Software Engineer (m/w/d)
    QEST Quantenelektronische Systeme GmbH, Holzgerlingen
  2. IT Business Consultant Financial Services - all levels (m/w/d)
    AUSY Technologies Germany AG, Frankfurt am Main, München, Nürnberg, Zürich
Detailsuche

Um Größenveränderungen an Ext4-Dateisystemen kümmert sich fortan der Kernel selbst statt wie bisher die Userpace-Anwendung. Dadurch soll sich die für das Vergrößern des Dateisystems von 20 auf 230 GByte benötigte Zeit von fünf Minuten auf 3,5 Sekunden reduzieren, schreiben die Entwickler. Noch funktioniert das nicht, wenn beispielsweise das Dateisystem mit Big Allocations verwendet wird, die es seit Linux 3.2 gibt.

Der MD-Treiber für die sogenannten Software-Raids kann während des laufenden Betriebs Daten von einem Datenträger auf den anderen verschieben, ohne dabei redundante Daten auf einem neuen Datenträger neu zu generieren. Die als "Hot Replace" bezeichnete Funktion lässt sich mit den Raid-Level 1, 4, 5, 6 und 10 nutzen. Allerdings wird Hot Replace noch nicht vom dazugehörigen Verwaltungswerkzeug Mdadm unterstützt.

Die Kernel-Hacker haben sich auch einem Problem gewidmet, bei dem es im Zusammenhang mit den Transparent Huge Pages zu Verzögerungen beim Schreiben auf langsame externe Speichermedien, etwa USB-Sticks, kam. Außerdem wurde ein Problem beim Readahead beseitigt, bei dem es zu Leistungseinbrüchen kam, wenn zu große Dateneinheiten von schnellen Datenträgern ausgelesen wurden, etwa von SSDs.

Grafikkarten

Golem Karrierewelt
  1. IPv6 Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, virtuell
  2. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    12.-14.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zudem soll Linux 3.3 den virtuellen Speicher in den HD-7000-Chipsätzen von Radeon unterstützen. Die dafür benötigten Codeänderungen sind umfangreich. Allerdings sind noch rechtliche Fragen zu klären, bevor Anwender den Code nutzen dürfen. Der Evergreen-Chipsatz von AMD und der Nouveau-Treiber für Nvidia-Chipsätze können Audio über den HDMI-Port ausgeben und die Chipsatzreihe NDV0 alias Fermi verwendet Page-Flipping. Noch nicht ganz umgesetzt ist die Unterstützung für die aktuellen Grafikchips Geforce 410M, GT (520, 520M, 520MX) und 610M Quadro NVS 4200M alias NDV9.

Der Grafiktreiber für die Intel-Chipsätze Sandy und Ivy Bridge wurde aktualisiert und auch mit zahlreichen Bugfixes versehen. In dem Poulsbo-Treiber für Intels GMA500-Chipsätze wurden ebenfalls zahlreiche Fehler behoben, er verlässt den Staging-Bereich und ist nun fester Bestandteil des Kernels.

Virtualisierung

Gastsysteme der Kernel Virtual Machine (KVM) können künftig über die Virtual Performance Monitoring Unit (PMU) Leistungsmessungen vornehmen. Microsofts virtueller Netzwerktreiber für Hyper-V wurde aus dem Staging-Bereich in den offiziellen Kernel-Code übernommen. Die Treiber Balloon, Blk, Console und Net der Virtio-Schnittstelle wurden um die Unterstützung für den Ruhezustand S4 erweitert.

Infrastruktur und Architektur

Erste Teile des Codes des Android-Kernels sind wieder in den Staging-Bereich des Kernels aufgenommen worden. Die bislang bescheidenen Codeteile behandeln die Speicherverwaltung in Pstores (Persistent Storage) und der Ram-Console. Die bei Android verwendeten Wakelocks, über die der Kernel daran gehindert werden kann, in den Schlafmodus zu gehen, fehlen aber noch. Die Funktion hatte damals zu Streit zwischen Android- und Linux-Entwicklern geführt. Er sei nicht hinreichend geprüft und schlecht umgesetzt, monierten damals die Kernel-Entwickler. Die Kernel-Entwickler hatten den Android-Code Ende 2009 aus dem Kernel entfernt, weil er veraltet war. Sie warfen Google mangelndes Engagement bei der Code-Pflege vor. Der zurückgeflossene Code soll frühestens in Kernel 3.4 übernommen werden.

Die Prozessoren in Nvidias Tegra30-Chipsätzen werden künftig von Linux 3.3 unterstützt. Ferner wurde die Unterstützung für ACPI 5.0 erweitert. Damit sollen teils auffällige Fehler in der Energieverwaltung behoben und die Unterstützung für neue Chipsätze integriert werden, etwa Intels Ivy Bridge.

Kernel-Images können künftig ohne Bootloader direkt vom EFI-Bios gestartet werden. Das Bzimage wird dabei von EFI als Anwendung erkannt und lässt sich alternativ ohne Änderungen vom Bootloader starten. Mit dem Extended Verification Module kann der Kernel digitale Signaturen nach RSA verifizieren.

Eine Zusammenfassung diverser Änderungen haben die Betreuer der Webseite kernelnewbies.org zusammengefasst. Dort gibt es auch eine umfassende Liste neuer Treiber. Der Sourcecode von Linux 3.3 steht unter kernel.org zum Download bereit. Alle Änderungen sind über Gitweb abrufbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Linux: Kernel 3.3 bekämpft aufgeblähte Puffer
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Die große Umfrage
Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023

Golem.de und Statista haben 23.000 Fachkräfte nach ihrer Arbeit gefragt. Das Ergebnis ist eine Liste der 175 besten Unternehmen für IT-Profis.

Die große Umfrage: Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023
Artikel
  1. Halbleiterfertigung: Micron baut 100-Milliarden-Dollar-Chipfabrik
    Halbleiterfertigung
    Micron baut 100-Milliarden-Dollar-Chipfabrik

    Im US-Bundesstaat New York will Micron eine der größten Chipfabriken der USA bauen. In ihrem Umfeld sollen bis zu 50.000 Arbeitsplätze entstehen.

  2. Monitoring von Container-Landschaften: Prometheus ist nicht alles
    Monitoring von Container-Landschaften
    Prometheus ist nicht alles

    Betreuer von Kubernetes und Co., die sich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigen, nehmen beim metrikbasierte Monitoring unwissentlich einige Nachteile in Kauf. Eventuell ist es notwendig, den üblichen Tool-Stack zu ergänzen.
    Von Valentin Höbel

  3. USB-C: Europaparlament macht Weg für einheitliche Ladekabel frei
    USB-C
    Europaparlament macht Weg für einheitliche Ladekabel frei

    In der EU gibt es künftig eine Standard-Ladebuchse für Smartphones und weitere Elektrogeräte. Die IT-Wirtschaft sieht die Einigung kritisch.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 3 Spiele für 49€ • Saturn Gutscheinheft • Günstig wie nie: LG OLED 48" 799€, Xbox Elite Controller 2 114,99€, AOC 28" 4K UHD 144 Hz 600,89€, Corsair RGB Midi-Tower 269,90€, Sandisk microSDXC 512GB 39€ • Bis zu 15% im eBay Restore • MindStar (PowerColor RX 6700 XT 489€) [Werbung]
    •  /