Abo
  • Services:

Linux-Hardening: Grsecurity nicht mehr für alle verfügbar

Das Grsecurity-Projekt wird künftig keine Patches mehr öffentlich verfügbar machen. Grsecurity ist ein Patch für den Linux-Kernel, der diesen um zahlreiche Sicherheitsfeatures erweitert.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Das Grsecurity-Projekt stellt künftig keine Patches mehr öffentlich zur Verfügung.
Das Grsecurity-Projekt stellt künftig keine Patches mehr öffentlich zur Verfügung. (Bild: Screenshot / Grsecurity-Webseite)

Der Grsecurity-Patch für den Linux-Kernel ist künftig nur noch gegen Bezahlung erhältlich. Das kündigt dessen Entwickler Brad Spengler in einem Blogpost an. Das Projekt stellt seit 16 Jahren einen Patch bereit, mit dem zahlreiche Hardening-Funktionen im Linux-Kernel implementiert werden. Künftig erhalten den Patch nur noch Kunden der Firma Open Source Security Inc., unter deren Dach die weitere Entwicklung stattfindet.

Stellenmarkt
  1. M-net Telekommunikations GmbH, München
  2. McService GmbH, München

Grsecurity und dessen Partnerprojekt PAX waren oft Pioniere bei Technologien, die die Ausnutzung von Sicherheitslücken erschweren. So hatte PAX 2001 die erste Implementierung der Speicherrandomisierung ASLR (Address Space Layout Randomization) für Linux bereitgestellt. Fast alle Exploits für Sicherheitslücken im Linux-Kernel scheiterten in der Vergangenheit, wenn der Grsecurity-Patch genutzt wurde. Zuletzt hat Grsecurity mit der Erweiterung RAP eine Implementierung von Control Flow Integrity eingeführt.

Dass die Patches nun nicht mehr öffentlich verfügbar sind, ist damit ein herber Schlag für sichere Linux-Systeme. Brad Spengler war in der Vergangenheit oft frustriert darüber, dass seine Technologien von der Linux-Community nicht aufgenommen wurden. Nur kleine Teile von Grsecurity wurden in den normalen Linux-Kernel übernommen. Auch profitierten viele Firmen von Grsecurity, nur wenige davon waren jedoch bereit, auch für die Entwicklung zu bezahlen.

Das Kernel Self Protection Project hat in den letzten zwei Jahren verstärkt versucht, Technologien, wie sie in Grsecurity zum Einsatz kommen, in den Haupt-Kernel zu übernehmen. Das könnte auch weiterhin geschehen: Dank der GNU General Public License (GPL) kann Code aus dem bisherigen Grsecurity-Patch in den Kernel einfließen. Denkbar ist auch, dass nun andere den Grsecurity-Patch weiterpflegen. Dazu müsste dieser lediglich umbenannt werden, da Grsecurity eine eingetragene Marke ist.

Schon seit zwei Jahren stellt Grsecurity seine Stable Patches nur noch kommerziellen Kunden zur Verfügung. Ob diese Praxis, die jetzt ausgeweitet wird, mit der GPL vereinbar ist, dürfte noch für Diskussionen sorgen. Denn faktisch wird damit ein Patch für den unter der GPL stehenden Linux-Kernel proprietär. Richard Stallman hat bereits erklärt, dass er dies für eine GPL-Verletzung hält.

Generell sieht die GPL vor, dass wer veränderte Versionen einer GPL-Software erstellt, den Nutzern den Code zur Verfügung stellen muss. Bei Grsecurity handelt es sich ohne Zweifel um eine Veränderung von Linux selbst. Grsecurity stellt den Code auch zur Verfügung, versucht aber, seine Kunden von der Weitergabe abzubringen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. ES Blu-ray 10,83€, Die nackte Kanone Blu-ray-Box-Set 14,99€)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Arsenal 27. Apr 2017

kwt, just trolling around.

HSB-Admin 27. Apr 2017

Besonders ärgerlich für Privatanwender, die bisher zu regelmäßigen Spenden neigten und...

Enter the Nexus 27. Apr 2017

Kann man nicht. Aber sie können sich ihre Kunden aussuchen und müssen dir die nächste...

Enter the Nexus 27. Apr 2017

Mehrere verschlossene Türen im Gefängnis sind auch vollkommen sinnlos, es reicht ja eine...

Enter the Nexus 27. Apr 2017

Na und? Die können sich doch aussuchen, an wen sie Code verkaufen.


Folgen Sie uns
       


Nubia Red Magic Mars - Hands on (CES 2019)

Das Red Magic Mars von Nubia ist ein Gaming-Smartphone mit guter Hardware - und einem ziemlich guten Preis.

Nubia Red Magic Mars - Hands on (CES 2019) Video aufrufen
Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Geforce GTX 1660 Ti soll 1.536 Shader haben
  2. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  3. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor

Schwer ausnutzbar: Die ungefixten Sicherheitslücken
Schwer ausnutzbar
Die ungefixten Sicherheitslücken

Sicherheitslücken wie Spectre, Rowhammer und Heist lassen sich kaum vollständig beheben, ohne gravierende Performance-Einbußen zu akzeptieren. Daher bleiben sie ungefixt. Trotzdem werden sie bisher kaum ausgenutzt.
Von Hanno Böck

  1. Sicherheitslücken Bauarbeitern die Maschinen weghacken
  2. Kilswitch und Apass US-Soldaten nutzten Apps mit fatalen Sicherheitslücken
  3. Sicherheitslücke Kundendaten von IPC-Computer kopiert

IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Die Cobol Cowboys auf wichtiger Mission
  2. IT Frauen, die programmieren und Bier trinken
  3. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix

    •  /