Linux-Grafiktreiber: Mesa 18.0 bringt Cannon-Lake-Support und Meson-Buildsystem

Mehrere Wochen später als ursprünglich geplant ist die aktuelle Version 18.0 der Mesa-Grafikbibliothek erschienen(öffnet im neuen Fenster) . Den geplanten Termin musste das Team wegen verschiedener teils schwerwiegender Fehler zunächst verschieben. Die nun verfügbare Version sollte jedoch stabil genug für den Einsatz sein. Neu in dieser Version ist die Unterstützung für die Gen10-Grafikeinheit der kommenden Cannon-Lake-Chips von Intel , die erst gegen Jahresende verfügbar sein dürften.
Darüber hinaus unterstützt die Treibersammlung nun GL 4.3 und GLES 3.1 auf AMDs R600- und Evergreen-Chips, was den Serien Radeon HD 2000 bis 5000 entspricht. Voraussetzung ist die Hardwareunterstützung für Berechnungen mit 64-Bit Gleitkommazahlen (FP64). Ebenfalls neu zu Mesa hinzugekommen ist das Meson-Build-System, welches als Alternative zu den Gnu Autotools gilt. Die Verwendung von Meson wird ebenso im Continuous-Integration-System unterstützt.
Das Entwicklerteam hat ebenso weitere unterschiedliche Erweiterungen der OpenGL- und Vulkan-Schnittstellen für verschiedene Treiber umgesetzt. Dazu gehört etwa Code in dem Radeon-Vulkan-Treiber für die Fence-Schnittstellen. Der Freedreno-Treiber für die Adreno-GPUs in Qualcomms Snapdragon-SoCs bietet nun Schnittstellen für indirekte Draw-Calls sowie einige Texturerweiterungen. Die EGL-Implementierung von Mesa ermöglicht außerdem die Nutzung der Farbräume RGBA/RGBX mit dem 1010102-Format, also mit 10-Bit-Farbtiefe.
Der Radeonsi-Treiber unterstützt nun das hardwarebeschleunigte Videoencoding für den Video-Core-Next (VCN), der bisher lediglich in AMDs Raven-Ridge zum Einsatz kommt. Für die Intel-Grafikeinheiten ist darüber hinaus der On-Disk-Shade-Cache für GLSL standardmäßig aktiviert, was die Ladezeiten einiger Spiele beschleunigen sollte sowie deren Framerates erhöhen könnte.