• IT-Karriere:
  • Services:

Linux: Google will Einheits-Kernel für alle Android-Geräte

Bisher nutzen die Android-Geräte verschiedene, speziell angepasste Versionen des Linux-Kernel. Google will stattdessen künftig ein einheitliches Image mit stabiler API für Hardware-Treiber nutzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Linux-Kernel in Android könnte künftig ein einheitliches Image für alle Geräte bekommen.
Der Linux-Kernel in Android könnte künftig ein einheitliches Image für alle Geräte bekommen. (Bild: Liam Quinn,flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Im Sommer 2019 hat das Android-Entwicklerteam von Google vage Ideen für ein generisches Kernel-Abbild (GKI) für sämtliche Android-Geräte vorgestellt. Auf der diesjährigen Linux-Plumbers-Konferenz, deren Videoaufzeichnungen nun öffentlich bereitstehen, haben die zuständigen Entwickler ihre Pläne weiter ausgeführt. Klares Ziel ist demnach ein einheitlicher Kernel für alle Geräte - oder wie es in der Präsentation heißt: "Ein Kernel, sie alle zu booten."

Stellenmarkt
  1. Melitta Business Service Center GmbH & Co. KG, Minden
  2. Knappschaft Kliniken Service GmbH, Bottrop

Dieses generische Image soll aus den sogenannten Common-Kerneln erstellt werden. Darin pflegt Google einheitliche Linux-Versionen für seine Hardwarepartner. Geplant ist dieses Image demnach für sämtliche ARM64-Geräte. Die für einen Großteil der Hardware notwendigen Treiber sollen jedoch unabhängig von diesem GKI wie bisher auch durch die Hardware- beziehungsweise SoC-Hersteller gepflegt werden.

Stabile Schnittstellen pro Version

Erreicht werden soll diese Trennung durch eine stabile Kernel-Binärschnittstelle im Linux-Kernel selbst. Die Upstream-Linux-Community spricht sich eigentlich komplett gegen solch ein Vorgehen aus. Denn dadurch, dass die Kernel-Schnittstellen keine garantierte Stabilität aufweisen, können auch tiefgreifende und weitreichende Änderungen innerhalb der Treiberinfrastruktur des Kernels vergleichsweise einfach umgesetzt werden.

Google plant jedoch, diese Stabilität der Schnittstellen jeweils nur für einzelne Hauptzweige aufrechtzuerhalte, also zum Beispiel jeweils für die Versionen 4.14 oder 4.19. Zwischen diesen Versionen sollen sich die Schnittstellen jedoch weiter verändern können. Dieses Vorgehen erinnert an jenes, das auch große Linux-Distributoren wie Red Hat, Suse oder Canonical für ihre Distributions-Kernel umsetzen.

Viel Arbeit an Kernel und Werkzeugen

Die Arbeiten an dem GKI mit dieser Trennung zielen derzeit noch auf reine Entwicklergeräte wie das virtualisierte Cuttlefish oder das Dragonboard 845c sowie auf die notwendige Umsetzung der Werkzeuge. Dazu gehört der eigentlich Build-Vorgang mit einheitlicher Konfiguration sowie auch die Überwachung der API selbst, damit Google diese auch wirklich stabil halten kann.

Darüber hinaus hat das Team noch einige Probleme zu lösen, wie etwa das Stabilisieren bestimmter Userspace-APIs im eigenen Image. Ebenso muss der Android-Kernel angepasst werden, um etwa mit dem Laden von externen Modulen und deren Abhängigkeiten zurechtzukommen oder auch, um eine geteiltes Initramfs verwenden zu können.

Langfristig könnte Google dieses Konstrukt des Android-Kernels dazu nutzen, sowohl die Nutzung der üblichen APIs innerhalb des Linux-Kernels als auch der üblichen Userspace-APIs für Hersteller-Treiber zu forcieren. Bisher schreiben diese oft eigene Schnittstellen und arbeiten damit große Teile des Kernels für ihre Treiber um.

Mit den forcierten Schnittstellen von Google sind die Hardware-Hersteller jedoch eben gezwungen, bestimmten Richtlinien für ihre Treiber zu folgen. Mittelfristig sollten sich diese Treiber damit den Konzepten des Upstream-Kernels anpassen. Das wiederum könnte dann auch das Einpflegen dieser bisher extern entwickelten Treiber in den Hauptzweig zumindest etwas vereinfachen. Google versucht dies etwa bereits mit der Grafikschnittstelle umzusetzen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Code Vein - Deluxe Edition für 23,99€, Railway Empire - Complete Collection für 23...
  2. 16,49€
  3. 26,99€

Handle 22. Nov 2019

NTFS geht mit ntfs-3g auch auf dem Raspberry Pi.

ikhaya 22. Nov 2019

Dinge wie: https://www.xda-developers.com/oneplus-7t-kernel-sources-now-available...


Folgen Sie uns
       


Linux unter Windows 10 installieren - Tutorial

Wir zeigen im Video, wie man in wenigen Minuten Linux unter Windows 10 zum Laufen bringt.

Linux unter Windows 10 installieren - Tutorial Video aufrufen
The Legend of Zelda: Das Vorbild für alle Action-Adventures
The Legend of Zelda
Das Vorbild für alle Action-Adventures

The Legend of Zelda von 1986 hat das Genre geprägt. Wir haben den 8-Bit-Klassiker erneut gespielt - und waren hin- und hergerissen.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper


    Wissen für ITler: 11 tolle Tech-Podcasts
    Wissen für ITler
    11 tolle Tech-Podcasts

    Die Menge an Tech-Podcasts ist schier unüberschaubar. Wir haben ein paar Empfehlungen, die die Zeit wert sind.
    Von Dennis Kogel


      Verschlüsselung: Auch das BKA nutzt Staatstrojaner nur ganz selten
      Verschlüsselung
      Auch das BKA nutzt Staatstrojaner nur ganz selten

      Die neue Zitis-Behörde soll bei Staatstrojanern eine wichtige Rolle spielen. Quantennetzwerke zum eigenen Schutz lehnt die Regierung ab.
      Ein Bericht von Friedhelm Greis

      1. Staatstrojaner-Statistik Aus 368 werden 3
      2. Untersuchungsbericht Mehrere Fehler führten zu falscher Staatstrojaner-Statistik
      3. Staatstrojaner Ermittler hacken jährlich Hunderte Endgeräte

        •  /