Suche
Anzeige
(Bild: Blizzard, EA, Epic Games, Ubisoft, Valve/Montage: Golem.de)

Linux-Gaming: Steam Play or GTFO!

Meine ersten Gaming-Eindrücke nach dem Umstieg von Windows auf Linux sind dank Steam recht positiv gewesen: Doch was passiert, wenn ich die heile Steam-(Play-)Welt verlasse und trotzdem Windows-Spiele unter Linux starten möchte? Meine anfängliche Euphorie weicht Ernüchterung.

Die Zeiten, in denen unter Linux nur Supertuxkart und eine Handvoll an 2D-Titeln liefen, sind zwar längst vorbei. Dennoch ist ein großer Teil aktueller AAA-Titel ausschließlich für Windows-Systeme erhältlich. Zwar leisten Valve mit Steam Play (siehe Tschüss Windows, hallo Linux - ein Gamer zieht um) und Feral Interactive mit Linux-Portierungen große Beiträge, um Linux stärker als Spieleplattform zu etablieren. Doch nach wie vor werden etliche neue Titel niemals offiziellen Linux-Support erhalten.

Anzeige

Als hartgesottener Linux-Freund lasse ich mich von derlei Hindernissen nicht aufhalten und versuche es trotzdem. Dabei helfen sollen mir die Übersetzungsbibliothek Wine, deren spielerfreundlicher Ableger Proton (der auch Steam Play als Basis dient) sowie passende 3D-Komponenten wie DXVK. Denn die große Frage in meinem zweiten Linux-Gaming-Artikel ist: Wie viel Spaß macht Gaming auf Linux außerhalb von Steam?

Damit ich mir die ganzen Abkürzungen wie D9VK und die entsprechenden Tools nicht merken muss, kann ich erfreulicherweise auf vorgefertigte Skripte zurückgreifen. Diese kombinieren die obigen Komponenten so, dass ich ein spezifisches Windows-Spiel unter Linux starten kann. Am Ende bleibt aber nur noch ein Starter übrig, der sich übersichtlich in einem Spiele-Launcher präsentiert. Manche werden es ahnen: Ich verwende Lutris.

Lutris begrüßt mich mit jeder Menge Warnungen und Links zum hilfreichen Wiki. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [1/10]

Für jeden einzelne Titel kann ich unter anderem per "Winetricks" fehlende Windows-Komponenten nachinstallieren. Im Falle des Epic-Launchers brauche ich DotNet-Framework 4.8. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [2/10]

Fortnite via Lutris stürzt leider nach dem Ladebildschirm ab. (Rechteinhaber: Epic Games, Screenshot: Ferrari-Herrmann) [3/10]

Die Launcher-Ansicht von Lutris (vorne) und Origin im Wine-Fenster (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [4/10]

Anno 1800 läuft dank Lutris tadellos unter Linux. (Rechteinhaber: Ubisoft, Screenshot: Ferrari-Herrmann) [5/10]

Lutris lässt sich direkt mit dem GOG-Konto verknüpfen. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [6/10]

Ich kann einzelne oder alle Titel meiner GOG-Bibliothek in die Lutris-Übersicht übernehmen. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [7/10]

Für viele Spiele (hier The Witcher 2) sind mehrere Installations-Varianten verfügbar. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [8/10]

Lutris lädt Spiele direkt von den GOG-Servern herunter. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [9/10]

Linux-Spiele von GOG bringen einen Installer in Form eines Kommandozeilen-Skriptes mit. Oft ist dieser deutlich weniger nutzerfreundlich als die grafische Installation via Lutris. (Screenshot: Ferrari-Herrmann) [10/10]

Bei Lutris handelt es sich um ein spendenfinanziertes Community-Projekt, und es soll das Rundum-glücklich-Paket für Linux-Spieler werden. Die Funktionsweise ist denkbar simpel: Ich suche in dem Tool oder auf dessen Website nach meinem Spiel oder Spiele-Launcher, wähle eine Installationsmethode aus, und Lutris kümmert sich um den Rest.

In meinem Manjaro-Testsystem aus dem ersten Artikel gestaltet sich die Installation von Lutris einfach: Paketmanager starten, Lutris suchen, installieren, fertig. Bei Ubuntu und seinen Derivaten hingegen ist ein Zwischenschritt nötig: Zunächst muss ich die Lutris-Paketquelle hinzufügen, damit der Paketmanager das Tool findet und langfristig auch aktuell halten kann. Weitere Hinweise zur Installation finde ich auf der Download-Seite von Lutris.

  1. Epic Games Launcher zickt
  1. 1
  2. 2
  3. 3