Ende von RPM und Verteilungskampf

Der Vorschlag in Fedora statt RPM-Pakete für einen vermutlich sehr großen Teil der verbreiteten Software Flatpaks zu nutzen, findet aber nicht bei allen Community-Mitgliedern Anklang, wie die Zusammenfassung der Debatte im Magazin LWN.net zeigt. Demnach werden die Vorteile von Flatpaks gegenüber RPM-Paketen in Frage gestellt. Allerdings zeigt die Debatte auch grundsätzliche Positionen auf.

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Denn ein Großteil der Fedora-Community baut bisher RPM-Pakete. Diese seien gar "integraler Bestandteile" dessen, was Fedora ausmache. Fedora-Projektleiter Matthew Miller widerspricht allerdings entschieden der Ansicht, dass Fedora an ein bestimmtes Paketsystem gebunden sein müsse. Auch Lember sieht das Problem, dass die Paketbetreuer langfristig für einige Teile der Distribution wohl schlicht nicht mehr benötigt werden, sollten sich sämtliche Upstream-Projekte selbst um ihre Flatpaks kümmern. Das wiederum dürfte von einigen wohl klar als Bedrohung ihrer Position interpretiert werden.

Trotz der recht hitzigen Debatte hat sich das technische Leitungsgremium von Fedora (Fesco) in einer Entscheidung mehrheitlich dafür ausgesprochen, für die kommende Version 27 grafische Anwendungen als Flatpaks bereitzustellen. Zunächst bleibt dem Team wohl aber nicht anderes übrig, als die Flatpaks selbst zu erstellen, da bisher nur einer kleiner Teil der Entwickler von Anwendungen selbst Flatpaks baut.

Da es sehr große Überschneidungen in den Teams von Fedora und Gnome gibt, sollte es hier weniger Probleme geben. Für alle anderen Anwendungen will das Team zunächst die verfügbaren RPM-Pakete grafischer Anwendungen einfach als Flatpaks neu bauen. Noch sei das aber nicht mit den automatischen Builds des Koji-Systems umsetzbar und werde wohl auch erst für Fedora 28 möglich sein, sagt Lember.

Flathub als zentrales Repo

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Geschehen soll das Bauen der Flatpaks aus RPMs, um dem Flatpak-System mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Nutzer können sich so also mit den kommenden Fedora-Versionen eventuell schon mal an die Zukunft der Desktop-Distributionen unter Linux gewöhnen. Das Ziel, Upstream-Entwickler ihre Anwendungen selbst packen zu lassen, wird damit aber eindeutig unterlaufen.

Den Plan, zunächst viele Flatpaks einfach selbst zu erstellen, sieht das Fedora-Team als eine Art Keimzelle an, um das Konzept in seiner Anfangsphase fördern zu können. Das "Endspiel" dieser Überlegungen, so Lember, wird es aber sein, sämtliche Upstream-Entwickler davon zu überzeugen, ihre Flatpaks selbst zu bauen. Wie das erreicht werden soll und ob das Bauen eigener Flatpaks durch Fedora dabei hilft, könne das Team derzeit aber noch nicht einschätzen.

Umgesetzt hat das Team allerdings schon eine Idee, die Nutzern dabei helfen soll, Flatpaks zu nutzen, wenn dieses "Endspiel" erreicht ist. Denn bisher müssen Anwender noch relativ umständlich Flatpaks aus verschiedenen Quellen zusammensuchen, wenn sich die Entwickler dazu entschieden haben, diese bereitzustellen. Das Ergebnis seien dann meist lange Suchen mithilfe von Suchmaschinen und eine sehr schlechte User Experience.

Um das zu vermeiden, arbeitet der Flatpak-Initiator Alexander Larsson an Flathub, einem zentralen Repository, das dafür gedacht ist, langfristig alle oder immerhin die meisten Flatpaks zu verteilen. Aber auch hier haben die Arbeiten erst begonnen und bisher beteiligen sich nur wenige Upstream-Entwickler an Flathub.

Angesichts all dieser Schwierigkeiten wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis Fedora oder gar andere Distributionen sich von dem bisherigen, klassischen Konzept der Desktop-Distribution verabschieden. Klar ist aber, dass Fedora viel in die Umsetzung dieser Idee investiert.

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 Linux: Fedora will Konzept der Desktop-Distro aufbrechen
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Theoretiker 04. Aug 2017

Fedora ist ein Versuchskaninchen, das war doch schon immer so. Allerdings heißt das...

Theoretiker 04. Aug 2017

Fedora hat schon die Politik, dass Probleme möglichst Upstream gelöst werden sollen. Das...

FreiGeistler 31. Jul 2017

@All: Danke für die Antworten!

Neuro-Chef 30. Jul 2017

War mehr so Linux-allgemein gemeint, bei mir hatte sich bisher noch alles irgendwann...



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