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Linux-Distributor: Canonical drängt Hoster zu Ubuntu-Markenlizenzen

Canonical verlangt offenbar Gebühren von Cloud-Hostern für die Verwendung der Marke, wenn sie Ubuntu-Images anbieten. Das Unternehmen erklärt das Vorgehen damit, dass es ausschließlich dem Endkunden diene. Für Hoster ergibt sich damit aber eine schwierige Entscheidung.

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Mit dem Ubuntu-Schriftzug schein Canonical gut Geld verdienen zu können.
Mit dem Ubuntu-Schriftzug schein Canonical gut Geld verdienen zu können. (Bild: Karlis Dambrans/CC-BY 2.0)

Allein für die Verwendung der Marke Ubuntu sollte das Hosting-Unternehmen OVH 1 bis 2 Euro pro Virtual Private Server (VPS) oder Public Cloud Instance (PCI) an Canonical zahlen. Das hat vor etwas mehr als einer Woche dessen Chef Octave Klaba auf Twitter bekanntgegeben. Zwar bezeichnet Canonical auf Anfrage von Golem.de die konkrete Darstellung von Klaba als "irreführend", bestätigt allerdings grundsätzlich, dass nur sehr kleine Hoster nicht bezahlen müssen. Für große Anbieter gebe es aber eigentlich immer kommerzielle Vereinbarungen.

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OVH gilt als der wohl größte unabhängige Hosting-Anbieter in Europa mit mehreren Rechenzentren in verschiedenen Ländern Europas sowie in Nordamerika und verfügt eigenen Angaben zufolge über "250.000 physische Server". Klaba behauptete auf Twitter, dass Canonical von OVH verlangt habe, die geforderte Summe seinen Kunden in Rechnung zu stellen.

Der Ubuntu-Sponsor widerspricht dieser Behauptung in seiner Stellungnahme nicht vollständig. Zwar bekräftigt Canonical mehrmals, dass das Programm mit den kommerziellen Vereinbarungen für die Endkunden immer kostenfrei sein werde. Die prinzipielle Zahlungsaufforderung an OVH verneint Canonical dagegen nicht, sondern bestätigt sie mit Verweis auf ein seit langer Zeit laufendes Standardprogramm implizit. Zudem befinde sich Canonical zurzeit in "Diskussionen" mit OVH.

Cloud macht Arbeit

Darüber hinaus erläutert Canonical, dass die Zahlungen keine reinen Markenlizenzen seien. Das heißt, die Hoster zahlten mitnichten nur für die Verwendung der Ubuntu-Marke. Vielmehr seien insbesondere wegen der wachsenden Verbreitung von Cloud-Diensten spezielle Anpassungen an die Ubuntu-Images notwendig, um eine sichere und konsistente Arbeitsweise zu gewährleisten. Letztlich müsse Ubuntu für den Einsatz in der Cloud immer angepasst werden, was im Einzelnen aber meist schwer nachzuvollziehen sei.

In einigen Fällen hätten Anbieter dabei Probleme verursacht, die schwere Sicherheitslücken gewesen seien. Um Nutzer vor diesen Auswirkungen zu schützen, übernehme Canonical die Verantwortung deshalb selbst, erklärt das Unternehmen. Umgesetzt werde dies zum Beispiel für die Amazon Webservices, die Google Cloud Platform oder auch Microsofts Azure. In diesem Programm kooperiere Canonical außerdem mit vielen weiteren Cloud-Anbietern.

Umstrittene Trademark-Lizenz führt zu Unsicherheit

Mit dieser Vorgehensweise nutzt Canonical sein Recht an der Marke Ubuntu genau so, wie es gedacht ist. Würden etwa Hoster dauerhaft schlecht gepflegte Images von Ubuntu mit Sicherheitslücken anbieten, könnte sich dies negativ auf die Marke Ubuntu auswirken. Damit das nicht geschieht, verpflichtet Canonical die Hoster dazu, mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten, falls diese die Marke nutzen wollen.

Theoretisch könnten Hoster zwar auf das Branding aus Logo und Schriftzug verzichten. Laut der offiziellen Trademark-Richtlinien von Canonical müssen die Pakete der Distribution dafür aber neu kompiliert werden. Letzteres war immer wieder Ausgangspunkt von Streit innerhalb der Community. Deshalb wirkte sogar die Free Software Foundation auf eine Änderung hin, was aber nicht alle Kritiker dieser Einschränkung zufriedenstellen konnte.

Im Zweifel ist es für Hoster jedoch unmöglich, auf Ubuntu zu verzichten. Denn diese könnten dann die bekannteste und am weitesten verbreitete Linux-Distribution ihren Kunden nicht mehr anbieten, was sich sehr schlecht aufs Geschäft auswirken dürfte. Deshalb sind Hoster geradezu gezwungen, eine Vereinbarung mit Canonical über die Nutzung der Marke und die Pflege der Distribution zu treffen. Denn der Neubau und das Umbenennen der entstandenen Distribution sind für Hoster schlicht nicht praktikabel.

Für diese Zwangslage der Hoster ist Canonical in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden. Dass diese aus wirtschaftlichen Motiven erzeugt wird, liegt nahe. Um wie viel Geld es sich dabei letztlich handelt, ist jedoch ungewiss, da Canonical seine Finanzen nicht offenlegen muss und sich mit derartigen Informationen sehr zurückhält. Sofern die von Klaba genannten Zahlen annähernd richtig sind, ist ein zweistelliger Millionenbetrag allerdings sehr wahrscheinlich.



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janoP 12. Jul 2016

Sehe ich genauso. Es regt sich ja auch niemand drüber auf, dass Red Hat für seine Distro...

WarumLinuxBesse... 02. Jul 2016

Das ist das selbe Betriebssystem. Egal ob auf Server oder Desktop PC. Und auch speziell...

WarumLinuxBesse... 01. Jul 2016

Das hat nichts mit Eiern in der Hose zu tun, sondern wer genug Zeit hat und nicht...

Seitan-Sushi-Fan 30. Jun 2016

Von Red Hat selbst gibt auch CentOS. Das kann man AFAIK beliebig nutzen.

chris109 30. Jun 2016

Bei Redhat ist es doch genau das gleiche. Möchtest du aber RHEL in Binärform zahlst du...


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