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Linux-Distributionen: Fedora diskutiert Tmpfs für /tmp

Eigentlich ist die Benutzung des Dateisystems Tmpfs für das Verzeichnis /tmp in Fedora 18 schon beschlossene Sache. Ein Entwickler möchte sie nun verhindern.
/ Sebastian Grüner
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Fedora 18 soll Tmpfs für /tmp nutzen können. (Bild: Screenshot Golem.de)
Fedora 18 soll Tmpfs für /tmp nutzen können. Bild: Screenshot Golem.de

Der Einsatz des Dateisystems Tmpfs für das Verzeichnis /tmp(öffnet im neuen Fenster) ist für das kommende Fedora 18 vorgesehen. Die Implementierung ist bereits abgeschlossen und das technische Komitee des Fedora-Projekts ( Fesco(öffnet im neuen Fenster) ) hat die neue Funktion gebilligt. Der Entwickler Richard Jones fordert nun, dies zu ändern(öffnet im neuen Fenster) und den Vorschlag nicht zum Standard zu erheben.

Der Vorschlag der Systemd-Entwickler Kay Sievers und Lennart Poettering soll vor allem die Zugriffe auf SSDs verringern, um deren Lebenszeit etwas zu verlängern. Auch würde die Linux-Distribution eine Funktion umsetzen, die in kommerziellen Unix-Systemen seit langem existiert, zum Beispiel in Solaris bereits seit 1994.

Darüber hinaus würde das /tmp-Verzeichnis bei jedem Neustart des Rechners "geleert". Das ist einer der Punkte, die Jones kritisiert(öffnet im neuen Fenster) . So gebe es einige Anwendungen, die Daten in /tmp speichern. Durch einen Stromausfall gingen dann Daten verloren. Die Befürworter weisen jedoch darauf hin, stattdessen /var/tmp zu nutzen, oder das Einhängen von /tmp als Tmpfs durch Systemd mit dem Befehl systemctl mask tmp.mount abzuschalten.

Voller Swap

Ein weiterer Kritikpunkt Jones' ist, dass das Tmpfs-Dateisystem höchstens so groß sein kann, wie RAM und Swap-Speicher zusammen, "auch wenn es standardmäßig die Hälfte des RAMs ist" . Da der Swap meist auf einer separaten Partition liegt und nicht vergrößert werden kann, kann es vorkommen, dass der Swap-Speicher und somit /tmp vollständig belegt sein, was zu einem Systemabsturz führen kann.

Anwendungen, die große Dateien in /tmp speichern, werden also zu einem Problem, was auch Sievers und Poettering in ihrem Vorschlag bestätigen. Aber auch hier gilt das Argument, dass lediglich die Programme angepasst werden müssen und künftig dafür /var/tmp statt /tmp nutzen sollten.

Das Debian-Projekt hat sich bereits vor einiger Zeit(öffnet im neuen Fenster) entschieden, vorerst auf Tmpfs für /tmp zu verzichten. Auch für das kürzlich veröffentlichte Opensuse 12.2 entschieden sich die Entwickler gegen die Funktion(öffnet im neuen Fenster) .


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