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Linux-Distribution: Suse kündigt RHEL-Fork an

In der Diskussion um RHEL und dessen Quellcode-Verfügbarkeit will Suse Kunden gewinnen und 10 Millionen US-Dollar in einen Fork investieren.
/ Sebastian Grüner
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Das Suse-Maskottchen ist ein Chamäleon. (Bild: Pixabay)
Das Suse-Maskottchen ist ein Chamäleon. Bild: Pixabay

Der Linux-Distributor Suse hat angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , eine Abspaltung der offiziell verfügbaren öffentlichen Quellen von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) umzusetzen. Der Fork soll dazu dienen, einen RHEL-kompatiblen Nachbau anzubieten, der "für alle ohne Einschränkungen verfügbar ist" . Red Hat selbst hatte zuvor Einschränkungen für die Verfügbarkeit des RHEL-Quellcodes bekannt gegeben. In die Pflege und Entwicklung des Forks will Suse eigenen Angaben zufolge in den nächsten Jahren mehr als 10 Millionen US-Dollar investieren.

Dazu heißt es in der Ankündigung: "Suse hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community eine langfristige, dauerhaft kompatible Alternative für RHEL- und CentOS-Benutzer zu entwickeln. Suse plant, dieses Projekt in eine Open-Source-Stiftung einzubringen, die fortlaufend freien Zugang zu alternativem Open-Source-Code bieten wird." Laut der Ankündigung wird sich an dem Fork auch Rocky Linux beteiligen, die einen klassischen RHEL-Rebuild im Stile von CentOS anbieten wollen. Ende 2020 kündigte Red Hat an, das klassische CentOS einstellen zu wollen und ausschließlich auf CentOS Stream setzen zu wollen .

Ob sich weitere Interessierte an der Community-Arbeit von Suse und Rocky Linux beteiligten werden, steht zwar noch nicht fest. Die Idee, dies über eine unabhängige Stiftung umsetzen zu wollen, könnte jedoch dafür sorgen, dass sich ähnlich wie einst beim klassischen CentOS eine mehr oder weniger einheitliche Community zusammenfindet, die gemeinsam an einheitlichen Quellen für einen RHEL-Rebuild arbeitet und so die Last besser verteilt wird. Neben Suse und Rocky Linux könnten dafür auch Alma Linux oder auch Oracle als weitere Beitragende in Betracht kommen sowie auch RHEL-Kunden.

Suse hat Erfahrung und notwendige Werkzeuge

Bereits seit Anfang 2022 bietet Suse mit dem Angebot Liberty Linux(öffnet im neuen Fenster) sowohl Support also auch Patches für CentOS und RHEL an. Damit sollen auch Installationen der direkten Konkurrenz für interessierte Kunden unterstützt werden. Von Vorteil erweisen kann sich dies für Unternehmenskunden mit einer diversen Linux-Umgebung, die jedoch nur einen Anbieter als Ansprechpartner für den Support bevorzugen.

Suse hat also bereits Erfahrung im Umgang mit RHEL und CentOS. Diese kann nun auch in den eigenen Fork eingebracht werden. Mit dem Suse Manager(öffnet im neuen Fenster) , dem eigenen Open Build Service(öffnet im neuen Fenster) sowie OpenQA(öffnet im neuen Fenster) verfügt Suse außerdem bereits über wichtige Werkzeuge zur Automatisierung, die das Erstellen, Testen, Pflegen, und Verwalten von Linux-Distribution für Suse selbst wie auch für dessen Nutzer und Kunden vereinfachen sollten. Zusammen mit mehr als 30 Jahren Linux-Erfahrung erscheint die Ausgangslage für den von Suse angekündigten RHEL-Fork also gut.

SLE und Opensuse bleiben erhalten

Die eigene Enterprise-Linux-Distribution SLE sowie das von Suse unterstützte Community-Projekt Opensuse sollen der Ankündigung zufolge aber explizit erhalten bleiben. Demzufolge ist der angekündigte RHEL-Fork wohl nur eine logische Konsequenz und Weiterführung des bestehenden Angebots mit Liberty Linux.


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