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Linux-Distribution: Opensuse 12.2 erscheint erst im September 2012

Der Termin für die finale Version von Opensuse 12.2 am 11. Juli 2012 ist geplatzt. Anvisiert ist jetzt ein Termin im September 2012. Grund für die Verzögerung ist der instabile Factory-Zweig, der als Basis dient. Über eine Änderung der Entwicklungsbedingungen wird diskutiert.
/ Jörg Thoma
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Der Erscheinungstermin von Opensuse 12.2 muss um drei Monate verschoben werden. (Bild: GNU Free Documentation License)
Der Erscheinungstermin von Opensuse 12.2 muss um drei Monate verschoben werden. Bild: GNU Free Documentation License

Ein für den heutigen 14. Juni 2012 geplanter Veröffentlichungstermin(öffnet im neuen Fenster) des ersten Release Candidates von Opensuse 12.2 hat nicht geklappt. Deshalb ist auch der finale Termin im Juli 2012 nicht zu halten. Grund ist eine noch nicht stabile Version des Factory-Zweigs, auf dessen Basis Opensuse erstellt wird. Opensuse-Entwickler Stephan Kulow regte in einer Mail an(öffnet im neuen Fenster) , die Arbeitsweise des Veröffentlichungsteams zu überdenken.

Der finale Erscheinungstermin wurde auf September 2012 verschoben. In der nächsten Woche soll noch eine Betaversion erscheinen, die gleichzeitig die Software einfriert, sagte Opensuse-Community-Manager Jos Poortvliet.

Maintainer und Debugger fehlen

Poortvliet erklärte in einem Gespräch mit Golem.de, dass die Instabilität des Factory-Zweigs vor allem auf die große Menge neuer Funktionen und Software zurückzuführen sei, die dort eingereicht werde. Es gebe nicht genügend Maintainer und Debugger, um die dort eingebrachten Pakete zu pflegen.

Die Entwicklung von Opensuse müsse grundlegend überdacht werden, sagte Poortvliet. "Entwickler, die etwas kaputt machen, müssen es auch wieder reparieren." Das klappt gegenwärtig nur bedingt. Funktioniert ein Gnome-Paket bei den Gnome-Entwicklern, wird es in den Factory-Zweig übernommen. Funktioniert dort auf Grund des neuen Gnome-Pakets plötzlich eine KDE-Software nicht mehr richtig, liegt die Verantwortung bei den Pflegern des Factory-Zweigs, von denen es aber nicht genügend gibt. Sie müssen sich gleichzeitig um die Updates kümmern.

Längerer Entwicklungszyklus, mehr Tumbleweed

Momentan gebe es mehrere Vorschläge(öffnet im neuen Fenster) , darunter, den Erscheinungszyklus von Opensuse von acht Monaten auf ein Jahr zu erweitern und gleichzeitig mehr Ressourcen in den Rolling-Release-Zweig Tumbleweed zu stecken. Keine andere Distribution könne so schnell so stabile Rolling-Release-Pakete bieten, sagte Poortvliet. Das sei nur dank der Entwicklungsinfrastruktur Open Build Service (OBS) möglich, die es nur bei Opensuse gibt.

Mit einer konservativen Veröffentlichungspolitik und einem stabilen und schnelleren Rolling Release würden beide Lager zufriedengestellt werden: diejenigen, die auf Stabilität setzen und die Poweruser, die aktuelle Softwareversionen wollen.

Kulow hingegen möchte noch vor der Integration in den Factory-Zweig einen Staging-Zweig etablieren, in dem Pakete nochmals getestet werden.

Mögliche Entscheidung in Prag

Zunächst müsse aber entschieden werden, ob es überhaupt zu der Änderung im Erscheinungszyklus kommen soll, die Poortvliet anregt. Nach einer ähnlichen Diskussion vor einem Jahr habe sich wenig geändert. Vermutlich werde es frühestens auf der Opensuse-Konferenz in Prag im Oktober 2012 zu ersten Entscheidung kommen, sagte Poortvliet.

"Es muss sich einfach was ändern," sagte Poortvliet. Spätestens nachdem der vierte Milestone von Opensuse 12.2 im April 2012 einfach nicht veröffentlicht wurde und die erste Beta verspätet erschien , sei klar, dass es an der Entwicklung hake. Das hätten auch die Entwickler längst erkannt, die gegenwärtig auf der Mailingliste darüber diskutieren(öffnet im neuen Fenster) , wie es weitergehen soll. Die Diskussion sei weitgehend konstruktiv, sagte Poortvliet.

Opensuse betrifft auch Suse

Poortvliet selbst ist über den geplatzten Erscheinungstermin nicht sehr enttäuscht. Er benutze Tumbleweed, deshalb sei er nicht davon betroffen, sagte er. Er freue sich vielmehr über eine Diskussion und mögliche Änderungen.

Gleich welche Entscheidung die Community fällt, auch Suse müsse in die Diskussion eingebracht werden, sagte Poortvliet. Denn viele der in Opensuse eingepflegten Änderungen wandern früher oder später in die Enterprise-Version.


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