Linux-Distribution: KaOS trennt sich von Plasma, um systemd loszuwerden
KaOS gehört zu den nieschigeren Linux-Distributionen, dennoch erregte eine Ankündigung der Entwickler(öffnet im neuen Fenster) jüngst Aufsehen: Im aktuellen ISO-Abbild der Rolling-Release-Distribution wurde der KDE-Desktop Plasma durch den Compositor Niri(öffnet im neuen Fenster) und die Desktop-Shell Noctalia(öffnet im neuen Fenster) ersetzt. Als verkürzte Begründung kam an, Plasma zwinge Nutzern das Init-System systemd auf, woraufhin die KDE-Entwickler einen Debunking-Beitrag auf Reddit veröffentlichten(öffnet im neuen Fenster) .
Zwar stimmt die Aussage, dass die KaOS-Entwickler wegen systemd Plasma nicht mehr als Standard-Desktop-Shell verwenden. Es kann allerdings weiter aus den Paketquellen installiert werden. Die wahren Beweggründe liegen in den Besonderheiten der Distribution, wie die Entwickler in einem weiteren Beitrag schreiben(öffnet im neuen Fenster) . Zwar erfordern mittlerweile mehrere KDE-Anwendungen systemd, die ließen sich aber ersetzen.
Das eigentliche Problem seien hingegen die Nutzung des Mount-Systems aufs(öffnet im neuen Fenster) sowie einer separaten Partition für /usr. Diese Besonderheiten wollen die KaOS-Entwickler beibehalten, da sie Alleinstellungsmerkmale der Distribution bilden – und ohne Alleinstellungsmerkmale könne man KaOS auch einstellen. Beides ist allerdings mit aktuellen systemd-Versionen nicht kompatibel.
Neues Init-System nicht mit Plasma integrierbar
KaOS-Initiatorin Anke Boersma wies bereits im November 2025 im Forum der Distribution auf diese Probleme hin(öffnet im neuen Fenster) und teilte mit, Alternativen zu systemd zu erproben.
Durchgesetzt habe sich Dinit(öffnet im neuen Fenster) , was aber nicht trivial mit Plasma integrierbar gewesen sei, so die ausführlichere Begründung für den Wechsel. Den systemd Bootloader ersetzt Limine(öffnet im neuen Fenster) . Die Kritik einiger Entwickler an systemd hingegen machen sich die KaOS-Entwickler nicht zu eigen, auch loben sie KDE als die "mit Abstand beste Desktop-Umgebung" . So versuchen sie auch, die Auswirkungen des Wechsels zu minimieren. Grafische Anwendungen basieren weiter auf Qt6.
Die Möglichkeit, Plasma nachzuinstallieren, soll allerdings in Zukunft verschwinden. Denn die KaOS-Entwickler wollen auch einem anderen Design-Paradigma treu bleiben: In der Distribution soll es lediglich eine Desktop-Umgebung geben. Ob sich die neue Kombination aus Niri und Noctalia bewährt, wollen die Entwickler nun herausfinden. Andernfalls könne KaOS überflüssig werden.
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