Linux-Desktops: Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

Neue Konfigurationsmenüs für Monitore, WLAN und Bluetooth sowie eine Baumstruktur statt Icons: Der Linux-Desktop Gnome weist in Version 3.26 eine übersichtlichere Systemsteuerung auf. Auch die Suche wird übersichtlicher.

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Gnome 3.26 bringt mehr Übersicht in die Systemeinstellungen.
Gnome 3.26 bringt mehr Übersicht in die Systemeinstellungen. (Bild: Gnome/Screenshot: Golem.de)

Die aktuelle Version 3.26 des Linux-Desktops Gnome trägt den Namen Manchester und ist benannt nach dem Ort des vergangenen großen jährlichen Hackathons, auf dem die meisten Neuerungen umgesetzt wurden. Dazu gehören die umgestalteten Systemeinstellungen, die zusätzliche Menüpunkte enthalten. Die Suche wurde erweitert und gleichzeitig übersichtlicher gestaltet.

  • In Gnome 3.26 ist die obere Titelleiste zunächst transparent, ... (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • ... bis ein Fenster in die Nähe kommt. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Für WLAN und Bluetooth gibt es in den Systemeinstellungen eigene Menüs. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Die Systemeinstellungen wurden insgesamt umgestaltet. Eine Baumansicht ersetzt die Symbole. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Das Menü zur Konfiguration mehrerer Bildschirme oder Beamer wurde übersichtlicher. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Die Vorschaufenster in den Aktivitäten sind jetzt größer und so leichter zu handhaben. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Die Ergebnisse der Suche wurde hingegen verkleinert, damit mehr davon auf den Bildschirm passen. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Dort werden jetzt auch Systemfunktionen angezeigt. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Die Ausgabe der Bildschirmfreigabe steuert jetzt die Gnome-Bibliothek Mutter und funktioniert unabhängig von X11 oder Wayland. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • In den Optimierungen können unter anderem die Schaltflächen in der Titelleiste von Fenster links oder rechts platziert werden. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Meldungen in der Anwendung Protokolle werden zur besseren Übersicht gruppiert. (Gnome/Screenshot: Golem.de)
  • Gnome 3.26 wird künftig auch in Ubuntu eingesetzt, sieht dort aber eher aus wie der vorherige Desktop Unity.
In Gnome 3.26 ist die obere Titelleiste zunächst transparent, ... (Gnome/Screenshot: Golem.de)
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Statt großer Icons gibt es im Kontrollzentrum des Gnome-Desktops eine Baumstruktur, in der die einzelnen Konfigurationsmenüs aufgelistet sind. Die Netzwerkwerkeinstellungen wurden zur besseren Übersicht aufgeteilt: Es gibt jetzt einzelne Menüs für die WLAN- und Bluetooth-Einstellungen. Zudem wurde das Menü zur Konfiguration mehrerer Bildschirme überarbeitet. Nutzer können schneller festlegen, welcher Bildschirm als primärer festgelegt werden soll, die Auflösung einzelner Bildschirme festlegen und das Spiegeln des Desktops auf zwei verschiedene Bildschirme aktivieren. Besonders bei Speakern auf Konferenzen, die ihren Laptop an einen Beamer anschließen, dürfte die übersichtlichere Konfiguration willkommen sein und für einen schnelleren Start ihrer Vorträge sorgen.

Mehr Übersicht auf dem Desktop

Die Netzwerkfreigabe des Desktops beziehungsweise Screencasts steuert künftig Gnome über die Grafikbibliothek Mutter selbst und kann unabhängig von X11 und Wayland genutzt werden. Dabei kommt neben der Anwendung Gnome-Remote-Desktop auch die Multimediabibliothek Pipewire zum Einsatz. Da diese Neuerungen in letzter Minute umgesetzt wurden, dürfte es noch einige Verbesserungen in den nächsten Versionen geben.

Auf dem Desktop selbst ist die obere Menüleiste standardmäßig transparent, bis ein Fenster in seine unmittelbare Nähe geschoben wird. Die Suche wurde erweitert und zeigt auch Systemfunktionen wie den Ausschalter an. Die Ausgabe der Ergebnisse wurde verkleinert. Somit passen mehr Treffer auf den Bildschirm. Die Vorschaubilder geöffneter Anwendungen in den Aktivitäten wurden hingegen vergrößert, damit sie leichter ausgewählt werden können.

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Das Tweak-Tool wurde kurzerhand in Optimierungen umbenannt. In ihm lassen sich die Fensterschaltflächen wahlweise rechts oder links platzieren oder die Anzeige des Akkustands in der Symbolleiste aktivieren. In der Log-Übersicht werden Meldungen gruppiert, damit sie leichter aufzufinden sind. Der Browser des Gnome-Projekts, der schlicht Internet heißt, kann auf den Sync-Dienst von Mozillas Firefox zugreifen, um Lesezeichen oder Passwörter zwischen Browsern auf verschiedenen Geräten abzugleichen. Im Kalender können wiederkehrende Ereignisse definiert werden. Evolution kann ohne E-Mail-Konto genutzt werden, etwa um im neuen To-do-Modul eine Aufgabenliste zu verwalten.

Ohne Aufregung geht wohl kaum eine Neuerung der Gnome-Hacker über die Bühne: Die Status-Icons am unteren Rand werden standardmäßig nicht mehr angezeigt, was zu einiger Diskussion unter Anwendern führte. Die Begründung: So bleibt mehr Platz auf dem Desktop für wichtigere Dinge. Die Gnome-Entwickler wiesen auf das Addon Topicons hin, mit dem Status-Icons zunächst wieder sichtbar gemacht werden können. In der nächsten Version sollen die Icons aber gänzlich verschwinden. Apropos Icons: In Gnome gibt es jetzt eine Sammlung von Emoticons.

Die Ubuntu-Variante erhält das Aussehen von Unity

Gnome 3.26 ist bereits in Opensuse Tumbleweed erhältlich, allerdings noch nicht ganz vollständig. Außerdem gibt es eine Liveversion von Tumbleweed mit der aktuellen Version des Gnome-Desktops. Auch da gibt es aber noch einige Unzulänglichkeiten, etwa die unvollständige Anzeige der Rubriken in der Softwareverwaltung. Auch das für Ende Oktober geplante Fedora 27 soll mit Gnome 3.26 ausgeliefert werden.

Das ebenfalls für Oktober geplante Ubuntu 17.10 soll das aktuelle Gnome mitbringen. Die Ubuntu-Entwickler wollen aber einige Anpassungen vornehmen, die an den bisherigen Desktop Unity angelehnt sind. So soll die Symbolleiste der Aktivitäten ständig am linken Rand des Bildschirms angezeigt werden. Ebenfalls auf dem Desktop stets eingeblendet wird der Papierkorb und anders als beim ursprünglichen Gnome soll bei der Ubuntu-Variante das Ablegen von Dateien und Ordnern auf dem Desktop möglich sein.

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