Linux-Desktop: Gnome 3.18 aktualisiert Firmware

Erst im März hatten Gnome- und Red-Hat-Entwickler ihre Pläne vorgestellt , die Aktualisierung von Geräte-Firmware für Linux-Nutzer deutlich zu vereinfachen. Das nun veröffentlichte Gnome 3.18(öffnet im neuen Fenster) enthält bereits die dafür notwendigen Werkzeuge. So sucht Gnome Software automatisch nach aktualisierter Firmware und lädt diese wenn nötig selbst herunter. Die Installation wird dann für den nächsten Neustart vorgemerkt.

Neben der grafischen Oberfläche zum Firmware-Update haben die Arbeiten aber auch ein Kommandozeilenwerkzeug sowie einen Systemdienst für die Suche und Installation hervorgebracht, so dass künftig nicht nur Gnome-Nutzer von den neuen Möglichkeiten profitieren sollten. Darüber hinaus versucht das Projekt(öffnet im neuen Fenster) auch, die Arbeit mit den Hardware-Herstellern zu koordinieren.
So gibt es etwa Erläuterungen, wie die Firmware bereitgestellt werden soll sowie eine zentrale Anlaufstelle, um sie Linux-Nutzern zur Verfügung zu stellen. Gesponsert wird das Projekt zurzeit von Red Hat, welches auch die Überprüfung der Hersteller übernimmt. Bis diese Vorgehensweise große Verbreitung in der Industrie gefunden hat, werden Linux-Nutzer wohl aber weiter auf eine leichten Weg warten müssen, um ihre Firmware zu aktualisieren.




Denn noch ist die Auswahl an unterstützter Hardware eher gering. So funktioniert das Update offiziell nur, wenn die Firmware kompatibel zu Version 2.5 der UEFI-Spezifikation ist, in der Firmware-Updates standardisiert sind. Das System kann aber auch erweitert werden, wie Initiator Richard Hughes mit seinem Hobbyprojekt Colorhug beweist. Die Firmware dieses Sensors für das Umgebungslicht eines Rechners kann ebenfalls über die neue Methode aktualisiert werden.
Wayland ermöglicht komplexe Gesten
Seit zwei Jahren können experimentierfreudige Nutzer Gnome auch unter Wayland testen. Die Verwendung des neuen Display-Protokolls war oft aber mit einigen Hindernissen verbunden. In Gnome 3.18 hat das Team eigenen Angaben zufolge Unmengen an Fehlern im Hinblick auf Wayland behoben und die Interoperabilität zum alten X11 gestärkt. So sind in Gnome nun auch Drag-and-Drop sowie Copy-Paste-Aktionen zwischen Wayland und X möglich.
Zudem hat das Team damit begonnen, Funktionen umzusetzen, die so nur noch unter Wayland möglich sind und bei der Verwendung von X11 nicht unterstützt werden. Dazu gehört etwa das Wischen mit vier Fingern auf dem Touchpad, um die Arbeitsfläche zu wechseln oder ein Zoom und eine Rotation, sofern die Anwendungen GTK-Gesture-Klasse verwenden.
Drive-Integration, bessere Dateiübersicht und nützliche Kleinigkeiten
Der Gnome-Desktop enthält eine einfache Möglichkeit, Webdienste zentral in die Oberfläche einzubinden, etwa um E-Mails oder auch Kontakte zu synchronisieren. Die Anbindung an den Google-Account hat Gnome in Version 3.18 um die leichte Nutzung des Cloudspeichers Drive erweitert.
Damit fügt sich der entfernte Speicher ähnlich in das System ein wie etwa ein angeschlossener USB-Stick. So können Dateien per Einfügen-Operation zu Drive hinzugefügt und Bilder oder auch PDFs mit nativen Anwendungen angesehen werden. Dateien wie Karten oder Tabellen, die spezifisch für den Drive-Dienst sind, werden jedoch im Browser geöffnet.
Bessere Übersicht im Dateimanager
Unter bestimmten Umstände, etwa in Unternehmensnetzwerken zur Büroarbeit, kann die Einbindung verschiedener Netzwerkdienste in der Dateiverwaltung sehr schnell unübersichtlich werden. Bisher hat Gnomes Dateimanager die Einbindungen in der linken Leiste des Fensters angezeigt, welche aber wie beschrieben schnell überfüllt gewesen ist. Um dies künftig zu vermeiden werden die Netzwerkverbindungen nun in einer separaten Übersicht dargestellt. Diese Ansicht steht auch im Dialog zur Dateiauswahl bereit.
In der Dateiverwaltung sind auch einige weitere grafische Details überarbeitet worden. So gibt es ein kleines Pop-up zum Umbenennen von Dateien und Ordnern. Auch fortlaufende Dateioperationen wie das Kopieren werden nun deutlicher dargestellt, was Nutzern eine einfachere Interaktion mit dem Dialog ermöglichen soll.
Nützliche Kleinigkeiten
In den Systemeinstellungen können Nutzer nun die automatische Helligkeitsregelung steuern. Diese wird standardmäßig aktiviert, falls ein Lichtsensor wie das bereits erwähnte Colorhug angeschlossen ist. Somit passt sich die Hintergrundbeleuchtung des Displays an das Umgebungslicht an.
Darüber hinaus ist der Umgang mit Notizen im Dokumentenbetrachter Evince verbessert worden. Das Programm enthält erste Arbeiten zur Unterstützung von Multimediainhalten in PDFs. Der IRC-Client Polari führt neue Nutzer durch ein Tutorial zum Aufbauen von Verbindungen und zum Betreten von Chatrooms.
Weitere Neuerungen von Gnome 3.18 listen die Release-Notes(öffnet im neuen Fenster) . Der Desktop sollte in einigen der in diesem Herbst erscheinenden Distributionen wie Fedora verfügbar sein.



