Linux: Der "X-Server ist Abandonware"

Der Linux-Entwickler Daniel Vetter weist deutlich darauf hin, dass der X.org-X-Server nicht mehr gepflegt wird. Das liege auch an Wayland.

Artikel veröffentlicht am ,
Auf Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Fedora wird standardmäßig Wayland eingesetzt. Der X-Server hat dort ausgedient.
Auf Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Fedora wird standardmäßig Wayland eingesetzt. Der X-Server hat dort ausgedient. (Bild: Lenovo)

In der Diskussion zu einem Merge-Request für Code zum X.org-X-Server schreibt der langjährige Intel-Angestellte und Linux-Grafikentwickler Daniel Vetter: Der "X-Server ist eine Abandonware ohne regelmäßige Veröffentlichungen aus dem Hauptzweig". Als Abandonware wird Software bezeichnet, die nicht mehr aktiv gepflegt wird und vom Hersteller schlicht aufgegeben wurde.

Stellenmarkt
  1. Product Owner (m/w/d) - Cloud Plattform
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Stuttgart, Köln, Berlin, Frankfurt am Main, Wien (Österreich)
  2. Netzwerkadministrator (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main
Detailsuche

Die Einschätzung von Vetter ist leicht nachvollziehbar. So erschien die letzte große Version des X-Servers bereits im Mai 2018. Zuvor setzte das Team noch auf einen halbjährlichen Entwicklungszyklus. Doch in den vergangenen zweieinhalb Jahren hat sich niemand gefunden, der das Release-Management oder aktiv die Pflege des X-Servers übernahm.

Der eingereichte Code sorgt dafür, dass das sogenannte Atomic Modesetting in dem generischen X11-Modesetting-Treiber (DDX) genutzt wird. Vetter schreibt dazu: "Ich denke, ohne dass sich jemand darum kümmert, hat das Aktivieren von Funktionen nur große Nachteile".

Vetter führt seine Überlegungen zum aktuellen Stand des X-Servers auf Twitter weiter aus. Dort bezeichnet er die Nutzung des Begriffs Abondonware zwar als "schnippischen Kommentar", die schwierige Situation des X-Servers habe demnach aber nichts mit der Nutzerschaft zu tun, die es immer noch zahlreich gibt. Dass der X-Server nicht mehr gepflegt werde, liege laut Vetter vielmehr daran, dass "jeder Entwickler, der lange genug daran gearbeitet hat, um das gesamte Biest zu verstehen und zu pflegen, schreiend weggelaufen ist".

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2022, Virtuell
  2. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Darüber hinaus nutze Red Hat auf seinen Linux-Systemen inzwischen standardmäßig Wayland. So gebe es nun auch kein Unternehmen mehr, das für die Pflege und Entwicklung finanziell aufkomme. Mit dem Wechsel hin zu dem neuen Grafiksystem Wayland ist die Abkehr von den veralteten X11-Fenstersystem eigentlich zwangsläufig, was die Äußerungen von Vetter nun unterstützen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


FreiGeistler 29. Okt 2021

Steam. Zwingend.

matbhm 30. Okt 2020

Funktioniert Wayland endlich auch im Zusammenspiel mit Nvida-Grafikkarten und deren Treiber?

Siberian Husky 29. Okt 2020

Auch wenn am X Server nicht mehr viel entwickelt werden wird, ist die xorg-server Repo...

bofhl 28. Okt 2020

.. und welcher Compositor unter Wayland macht das? Ich meine dabei ohne immer wieder die...

bofhl 28. Okt 2020

Um genau zu sein ist Xorg selbst ein nicht so kleines Gewirr an Tools, die zusammen dann...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Web3
Egal, irgendwas mit Blockchain

Im Buzzword-Bingo gibt es einen neuen Favoriten: Web3. Basierend auf Blockchain und Kryptotokens soll es endlich die Erwartungen an diese Techniken erfüllen.
Eine Analyse von Boris Mayer

Web3: Egal, irgendwas mit Blockchain
Artikel
  1. Parallel Systems: Ehemalige SpaceX-Mitarbeiter entwickeln neuartige Güterzüge
    Parallel Systems
    Ehemalige SpaceX-Mitarbeiter entwickeln neuartige Güterzüge

    Das Startup Parallel Systems will konventionelle Züge durch modulare Fahrzeuge mit eigenem Antrieb und Energieversorgung ersetzen.

  2. Rocket 1: 3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt
    Rocket 1
    3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt

    Eine der interessantesten Crowdfunding-Kampagnen für 3D-Drucker seit Jahren lässt einige wichtige Fragen offen.
    Von Elias Dinter

  3. Minibook X: Chuwi packt 12 GByte Arbeitsspeicher in 550-Euro-Notebook
    Minibook X
    Chuwi packt 12 GByte Arbeitsspeicher in 550-Euro-Notebook

    Das Chuwi Minibook X ist wohl eines der günstigsten Notebooks mit 12 GByte Arbeitsspeicher auf dem Markt. Es ist zudem kompakt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED (2021) 40% günstiger (u.a. 65" 1.599€) • WD Black 1TB SSD 94,90€ • Lenovo Laptops (u.a. 17,3" RTX3080 1.599€) • Gigabyte Mainboard 299,82€ • RTX 3090 2.399€ • RTX 3060 Ti 799€ • MindStar (u.a. 32GB DDR5-6000 389€) • Alternate (u.a. Samsung LED TV 50" 549€) [Werbung]
    •  /