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Linux: Der "X-Server ist Abandonware"

Der Linux -Entwickler Daniel Vetter weist deutlich darauf hin, dass der X.org- X-Server nicht mehr gepflegt wird. Das liege auch an Wayland.
/ Sebastian Grüner
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Auf Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Fedora wird standardmäßig Wayland eingesetzt. Der X-Server hat dort ausgedient. (Bild: Lenovo)
Auf Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Fedora wird standardmäßig Wayland eingesetzt. Der X-Server hat dort ausgedient. Bild: Lenovo

In der Diskussion zu einem Merge-Request für Code zum X.org-X-Server(öffnet im neuen Fenster) schreibt der langjährige Intel-Angestellte und Linux-Grafikentwickler Daniel Vetter: Der "X-Server ist eine Abandonware ohne regelmäßige Veröffentlichungen aus dem Hauptzweig" . Als Abandonware wird Software bezeichnet, die nicht mehr aktiv gepflegt wird und vom Hersteller schlicht aufgegeben wurde.

Die Einschätzung von Vetter ist leicht nachvollziehbar. So erschien die letzte große Version des X-Servers bereits im Mai 2018 . Zuvor setzte das Team noch auf einen halbjährlichen Entwicklungszyklus. Doch in den vergangenen zweieinhalb Jahren hat sich niemand gefunden, der das Release-Management oder aktiv die Pflege des X-Servers übernahm.

Der eingereichte Code sorgt dafür, dass das sogenannte Atomic Modesetting in dem generischen X11-Modesetting-Treiber (DDX) genutzt wird. Vetter schreibt dazu: "Ich denke, ohne dass sich jemand darum kümmert, hat das Aktivieren von Funktionen nur große Nachteile" .

Vetter führt seine Überlegungen zum aktuellen Stand des X-Servers auf Twitter weiter aus(öffnet im neuen Fenster) . Dort bezeichnet er die Nutzung des Begriffs Abondonware zwar als "schnippischen Kommentar" , die schwierige Situation des X-Servers habe demnach aber nichts mit der Nutzerschaft zu tun, die es immer noch zahlreich gibt. Dass der X-Server nicht mehr gepflegt werde, liege laut Vetter vielmehr daran, dass "jeder Entwickler, der lange genug daran gearbeitet hat, um das gesamte Biest zu verstehen und zu pflegen, schreiend weggelaufen ist" .

Darüber hinaus nutze Red Hat auf seinen Linux-Systemen inzwischen standardmäßig Wayland. So gebe es nun auch kein Unternehmen mehr, das für die Pflege und Entwicklung finanziell aufkomme. Mit dem Wechsel hin zu dem neuen Grafiksystem Wayland ist die Abkehr von den veralteten X11-Fenstersystem eigentlich zwangsläufig, was die Äußerungen von Vetter nun unterstützen.


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