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Auch bei der RX 480 muss ich mir eingestehen: ich habe mich zu früh gefreut.
Auch bei der RX 480 muss ich mir eingestehen: ich habe mich zu früh gefreut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Linux: Der beste schlechte Treiber, den ich je hatte

Auch bei der RX 480 muss ich mir eingestehen: ich habe mich zu früh gefreut.
Auch bei der RX 480 muss ich mir eingestehen: ich habe mich zu früh gefreut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der neue Pro-Treiber für Linux von AMD hätte alle meine Wünsche erfüllen können, und tatsächlich ist der Treiber auf den Polaris-Karten besser als alles andere Verfügbare. Nach dem Test der RX 480 bin ich trotzdem enttäuscht.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

Schon bevor wir die Grafikkarte RX 480 in AMDs Referenzdesign als Testexemplar erhielten, konnte ich mich als Linux-Redakteur richtig freuen. Denn die Treiberunterstützung dafür war bereits mehrere Wochen vor Erscheinen der Karte frei verfügbar und in AMDs Pro-Treiber für Linux aufgenommen worden. Während der Hardware-Kollege also weiter auf den Windows-Treiber warten musste, konnte ich schon mal mit dem Testen anfangen.

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Zugegeben, dieser kleine Zeitvorsprung ist kaum der Rede wert, denn auch in der Vergangenheit haben es die Hersteller der Grafikchips geschafft, pünktlich zur Veröffentlichung dazu passende Linux-Treiber bereitzustellen. Viel wichtiger war mir, dass ich zum Start einer neuen Hardware-Generation endlich einen guten Linux-Treiber nutzen konnte, der all meinen Anforderungen entspricht. Leider schneidet der neue Pro-Treiber von AMD aber nur im direkten Vergleich mit den Treibern von Intel und Nvidia gut ab. Er ist immer noch nicht so gut, wie ich das gern hätte.

Neue Architektur für AMDs Linux-Treiber weckte Hoffnungen

Denn von dem Pro-Treiber hatte ich mir erhofft, endlich eine Grafikkarte mit der für Spiele notwendigen Leistung unter Linux nutzen zu können und dabei weiter meine Tests und Spielereien mit Linux-Techniken durchführen zu können, ohne umständlich den Treiber oder gar die Grafikkarte beziehungsweise den -Chip wechseln zu müssen.

Darüber hinaus bin ich vor einigen Jahren noch teilweise schier verzweifelt, um aktuelle Grafikkarten fehlerfrei unter Linux zum Laufen zu bringen. Auch diese Zeit wähnte ich dank des Pro-Treibers längst in der Vergangenheit. Die Hoffnungen, die ich in die neue Treiber-Architektur gesetzt hatte, sind allerdings jäh zerstört worden, dabei hat das eigentlich alles so gut ausgesehen.

Im Oktober 2014 hat das Entwicklerteam von AMD erstmals bekanntgegeben, an einer komplett neuen Hybrid-Architektur zu arbeiten, die den freien und proprietären Treiber zusammenführen soll. Grundlage dieses Konzepts ist das freie Kernel-Modul AMDGPU. Darauf setzen die proprietären Userspace-Komponenten des Pro-Treibers ebenso auf, wie die alternativ angebotenen völlig freien Bestandteile. Knapp eineinhalb Jahre nach der Ankündigung und einige Wochen vor dem Polaris-Start ist der Pro-Treiber dann auch endlich erschienen.

Ein richtiger Linux-Treiber

Und wie von AMD versprochen, ist ein freies Kernel-Modul enthalten. Das bietet zudem einige Patches, die noch nicht offiziell in den Linux-Kernel aufgenommen worden sind. Für mich persönlich wichtiger als die damit verbundenen eventuellen Zusatzfunktionen ist aber, dass der Code für das Modul unter einer freien Lizenz steht und damit kompatibel zu den Lizenzbestimmungen des Linux-Kernels ist.

Dieser im Sinne der freien Software klare ethische Vorteil hat aber auch praktische Relevanz. So kann der Code, wenn es sein muss, auch von externen Entwicklern nach Fehlern durchsucht werden und die Verwendung von Vorabversionen des Linux-Kernels oder einer Rolling-Release-Distribution ist damit leicht möglich. Mit den proprietären Treibern von Nvidia ist das Erste gar nicht und das Zweite, wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich, weshalb ich in bestimmten Situationen auf die Technik von Nvidia verzichten muss.

Zusätzlich dazu nutzt der Pro-Treiber aber auch die üblichen Schnittstellen der komplett freien Treiber wie etwa DRM oder GBM. Auch deshalb hab ich mich auf den Pro-Treiber gefreut. Denn dies sollte die Verwendung anderer Techniken der Linux-Community wie etwa Wayland genauso einfach machen wie bei den freien Treibern, was das Testen deutlich vereinfachen sollte, da ich so, wie erwähnt, die lästigen Wechsel von Treiber oder Plattform nicht mehr durchführen muss.

Doch der Versuch, einen Wayland-Compositor zu verwenden, scheiterte kläglich mit einem Speicherzugriffsfehler. Das spricht klar für schwerwiegende Fehler im Code des Treibers. Diese nicht vorhandene Funktionalität ist damit noch schlechter als die Eigenlösung, die Nvidia an der Community vorbei für seinen proprietären Treiber umgesetzt hat. Das Problem mit dem Pro-Treiber von AMD scheint immerhin durch Bug-Fixes lösbar. Ob Nvidia die Community-Lösung für die Wayland-Architektur annimmt, ist schwer absehbar.

Der Pro-Treiber wird seinem Namen nicht gerecht 

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spiderbit 13. Jul 2016

AMD macht seit wieviel 5 10 jahren an ihrem alten proprietaeren Treibern rum, dieser ist...

486dx4-160 11. Jul 2016

Bei Debian-basierten Distros ist es auch kein Problem. Wenn durch irgendein Update nötig...

matokla 09. Jul 2016

Der Reichtum an Admin-Erfahrung kann noch nicht soo umfangreich sein, wenn man dem...

derdiedas 08. Jul 2016

dann ist deine Computervergangenheit aber nicht allzu lang oder?

Noneatme 07. Jul 2016

Wollte ich auch erwähnen. Kernel 4.7 ist ja eig. Voraussetzung für den Test. Ich gehe...



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