Linux: Debian warnt vor Datenverlust wegen Kernel-Bug
Das Debian-Projekt warnt vor einem Fehler in den stabilen Zweigen des Linux-Kernel(öffnet im neuen Fenster) , der bei der Verwendung des Standard-Dateisystems Ext4 unter Umständen zu Datenverlust führen könnte. Am vergangenen Wochenende setzte die Debian-Community dann deshalb auch die Veröffentlichung der Version 12.3 seiner Linux-Distribution zwischenzeitlich aus(öffnet im neuen Fenster) und ersetzte sie letztlich durch eine aktualisierte Version 12.4 mit dem passenden Bugfix(öffnet im neuen Fenster) .
Das eigentliche Problem findet sich demnach in Version 6.1.64 des Linux-Kernel, wie das Debian-Team in einem Fehlerbericht schreibt. Behoben ist der Fehler demnach inzwischen mit der Version 6.1.66 von Linux, was auch als Grundlage für Debian 12.4 dient. Nutzer sollten also ihre Systeme auf die zuletzt genannten Versionen aktualisieren, um einen Datenverlust zu vermeiden.
Kernel-Pflege weiter extrem schwierig
Zwar wurde die Gefahr für Nutzer somit innerhalb kurzer Zeit gebannt, die Vorgänge rund um den aufgetretenen Fehler, dessen Ursachensuche und Behebung zeigen jedoch erneut die prinzipiellen Probleme bei der Pflege von stabilen Kernel-Zweigen sowie beim Rückportieren von Patches auf diese.
So gab es unmittelbar nach Veröffentlichung des Release Candidate für Linux 6.1.64 und anderer stabiler Zweige eine entsprechende Fehlermeldung durch einen Entwickler des Linaro-Konsortiums(öffnet im neuen Fenster) . Der Betreuer der stabilen Kernel-Zweige, Greg Kroah-Hartman, entschied sich daraufhin(öffnet im neuen Fenster) , einen als Verursacher des Fehlers infrage kommenden Patch zu entfernen, allerdings nur in den älteren Versionszweigen 5.10 und 5.15, nicht jedoch in Zweig 6.1.
Schnell zeigte sich jedoch, dass auch Versionszweig 6.1 betroffen ist(öffnet im neuen Fenster) . Als dies auffiel, war die fehlerhafte Version 6.1.64 allerdings schon veröffentlicht. Der Suse-Entwickler Jan Kara, der für den Code verantwortlich ist, führte den Fehler auf eine subtile Interaktion mit weiterem Code zurück(öffnet im neuen Fenster) , der allerdings erst mit Version 6.5 in den Linux-Kernel integriert wurde. Sämtliche Kernelversionen, die also den für die stabilen Zweige ausgewählten Code einpflegen, nicht jedoch den für Linux 6.5 vorgesehenen Code, sind also laut Kara betroffen.
Dass es bei Hunderten zurückportierten Patches pro Version für die stabilen Zweige zu Problemen kommen kann, ist leicht nachvollziehbar. So zeigte sich schon vor Jahren, dass selbst Google mit dieser Pflege für sein Android-System offensichtlich überfordert ist. Überraschend ist an dem aktuellen Fall jedoch der offenbar zu laxe Umgang mit der Fehlermeldung sowie den möglicherweise gravierenden Folgen.
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