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Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?

Nach schleppendem Beginn stellen sich vier Kandidaten als Debian Project Leader zur Wahl. Zwei von ihnen kommen aus dem deutschsprachigen Raum und stellen Golem.de ihre Ziele vor.

Artikel von Fabian A. Scherschel veröffentlicht am
Debian wählt einen neuen Project Leader, Logo der Distribution ist der sogenannte Debian-Wirbel.
Debian wählt einen neuen Project Leader, Logo der Distribution ist der sogenannte Debian-Wirbel. (Bild: jarmoluk/Pixabay)

Die Linux-Distribution Debian spaltet Linux-Anwender seit jeher in zwei Lager: Für die einen ist sie ein sich dahinschleppendes, unglaublich träges Ungetüm, für die anderen das stabilste Fundament, das die Linux-Welt zu bieten hat, um darauf absolut verlässliche Systeme für fast jeden Einsatzzweck zu bauen. Der Debian Project Leader (DPL) ist das öffentliche Aushängeschild dieses Projektes. Er ist weniger Chefentwickler als so etwas wie der Bundespräsident des Projektes.

Inhalt:
  1. Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
  2. Martin Michlmayr: Debian muss sich modernisieren

Nach außen soll er Debian repräsentieren und nach innen die unterschiedlichen Entwickler und Gruppierungen integrieren. In der Regel entscheidet der DPL viele projektinterne Dinge nicht selbst, sondern stattet andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten aus. Wer sich schon einmal mit einem amtierenden DPL unterhalten hat, weiß, dass der Job oft keine leichte Aufgabe ist.

Wie jedes Jahr sucht das Projekt momentan wieder einen neuen DPL. Vier Kandidaten stehen zur Wahl. Zwei davon stammen aus dem deutschsprachigen Raum und standen uns zu ihrer Kandidatur Rede und Antwort.

Noch bis zum 20. April können die knapp tausend Debian-Entwickler abstimmen, wer den aktuellen Projekt-Chef Chris Lamb ablösen soll. Der neue DPL tritt am Tag nach einer erfolgreichen Wahl direkt sein Amt an und regiert die Linux-Distribution für ein Jahr. Lamb hatte den Posten zwei Jahre lang inne und wollte dieses Jahr nicht noch ein drittes Mal antreten.

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Die aktuelle Wahl war zuerst sehr schleppend angelaufen, da sich überhaupt keine Kandidaten für den Posten gefunden hatten. Nach einem Aufruf an die Entwickler und einer Verschiebung des Wahltermins stehen jetzt Jonathan Carter, Sam Hartman, der Deutsche Joerg Jaspert sowie der Österreicher Martin Michlmayr als DPL-Kandidaten fest. Ein weiterer Deutscher, Simon Richter, hatte sich ebenfalls zur Wahl gestellt, hat seine Bewerbung aber mittlerweile aus persönlichen Gründen zurückgezogen und schreibt in einer Mail an das Projekt, dass sich seine privaten Umstände kurz nach seiner Nominierung so geändert hätten, dass er sich nun nicht mehr zur Wahl stellen könne.

Joerg Jaspert: Debian soll stabil und vorhersehbar bleiben

Joerg Jaspert aus Fulda ist seit 17 Jahren Debian-Entwickler und stellt sich zum ersten Mal als DPL zur Wahl. Sollte er gewählt werden, sieht er seine Aufgabe vor allem darin, es anderen zu ermöglichen, ihre Vorstellungen in und um Debian umzusetzen. Als größtes Problem der Distribution im Moment sieht er die Schwierigkeit, neue Leute in das Projekt zu bringen und so frische Energien für neue Entwicklungen freizusetzen. Danach gefragt, ob er es als Problem empfinde, dass es wegen veralteter Werkzeuge und Infrastruktur zu schwer sei, Pakete in Debian zu maintainen, widersprach Jaspert vehement: "Im Gegenteil, es ist teilweise weit zu einfach, wenn man sich ansieht, was stellenweise so an Paketen auftaucht." Pakete in Debian einzupflegen, sei nicht einfach, so Jaspert, aber das habe gute Gründe. Es müsse schließlich darauf geachtet werden, dass knapp sechzigtausend Pakete einen zentralen Regelkatalog mit klaren Qualitätsmerkmalen befolgten.

Jaspert sieht die Stärke von Debian als Projekt vor allem darin, ein grundsolides, vorhersehbares Betriebssystem zu liefern, eine Distribution, "die einfach funktioniert". Man sei als Community gut darin, genau das abzuliefern und das werde auch in Zukunft weiter relevant bleiben - ob nun direkt für die Debian-Anwender selbst oder die Nutzer von auf Debian basierenden Distributionen, sei dabei egal. Man habe dafür genau das richtige Team, aber Jaspert sieht auch einige Schwierigkeiten auf Debian zukommen. Die aktuellen Trends bei Systemadministration und DevOps richteten sich kaum noch nach klassischen, ganzheitlichen Distributionen, sagt Jaspert. Das bringe Änderungen mit sich, an die Debian sich als Projekt in Zukunft anpassen müsse.

Als DPL wolle er dafür sorgen, dass aktuelle und neue Debian-Entwickler sich gegenseitig dazu befähigen, bürokratische Prozesse abzubauen und die Kommunikation untereinander zu verbessern. Seine Firma rechne mit 45 vollen Arbeitstagen im Jahr, die er dafür aufwenden werde. Er sei natürlich bereit, darüber hinaus noch Teile seiner Freizeit zu investieren.

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Martin Michlmayr: Debian muss sich modernisieren 
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bionade24 19. Apr 2019

Ist dieses Problem nicht auch gelöst, wenn die sich für ZFS mal einigen?

Anonymer Nutzer 10. Apr 2019

Das "beliebte" Systemd war am Anfang ja auch so grottig und schlecht, ich hätte sogar...


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