• IT-Karriere:
  • Services:

Martin Michlmayr: Debian muss sich modernisieren

Der gebürtige Österreicher Martin Michlmayr hat viel im Ausland studiert und geforscht und beantwortete unsere Fragen zwar auf Deutsch, ließ aber durchblicken, dass er sich im Englischen weitaus wohler fühle - er habe seit knapp zwanzig Jahren kaum schriftliches Deutsch verwendet. Michlmayr war von 2003 bis 2005 schon einmal DPL und hatte zuerst darüber nachgedacht, sich als Debian-Entwickler zur Ruhe zu setzen. In letzter Zeit sei Debian für ihn einfach nicht mehr so aufregend wie früher. Da sei er wohl nicht der Einzige, vermutet er mit Verweis auf mehrere prominente Rücktritte von Entwicklern in den zurückliegenden Monaten. Er habe sich allerdings entschieden, sich nicht zurückzulehnen und mental abzuschalten.

Stellenmarkt
  1. Formel D GmbH, Köln
  2. Sensory-Minds GmbH, Offenbach am Main

Nach dem Weckruf des kandidatenlosen ersten Anlaufs zur DPL-Wahl habe er verstanden, wie viel ihm Debian bedeute und dass man zwei Möglichkeiten habe: aufgeben und wegrennen oder aufstehen und helfen. Er habe sich zu Letzterem entschlossen und wolle nun versuchen, die zugrunde liegenden Probleme im Projekt zu lösen.

Debian sei heutzutage wichtiger denn je zuvor, müsse sich aber modernisieren. "In der Cloud bauen viele auf Debian und auch Google ist intern auf Debian umgestiegen. Trotzdem ist das Projekt in vielen Bereichen nicht mit der Zeit gegangen. Die Welt um uns hat sich komplett geändert und Debian hat sich nicht genug angepasst", so Michlmayr. Das Debian-Projekt habe intern eine Kultur entwickelt, die Änderungen oft schwierig mache: "Wir wollen immer allen alles recht machen und das macht es schwierig, technische Änderungen einzuführen, die das gesamte System betreffen." Man müsse sich Gedanken über die Projektkultur machen und Möglichkeiten finden, wieder innovativer zu werden.

Laut Michlmayr haben alle aktuell erfolgreichen Open-Source-Projekte eines gemeinsam: Sie werden von Leuten entwickelt, die für diese Arbeit von ihrem Arbeitgeber bezahlt werden. Debian als Projekt von hauptsächlich unbezahlten Freiwilligen müsse mehr Möglichkeiten für Mitglieder schaffen, Vollzeit an Debian zu arbeiten. Dafür will Michlmayr Firmen einbeziehen, die auf Debian bauen. Um das Maintainen von Paketen zu vereinfachen, will er Standardlösungen fördern und den gesamten Prozess harmonischer gestalten. Grundsätzlich sei er vielen Aspekten von Debian heutzutage kritisch gegenüber eingestellt, er habe aber in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, einen solchen kritischen Blick positiv nutzen zu können, um Dinge zu verbessern. Michlmayr sagt, er sehe ernstzunehmende Probleme im Projekt, glaube aber auch fest daran, sie mit den Entwicklern zusammen lösen zu können.

Golem Akademie
  1. Elastic Stack Fundamentals - Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats
    3.-7. Mai 2021, online
  2. PostgreSQL Fundamentals
    15.-18. Juni 2021, online
Weitere IT-Trainings

Bisher gab es in der Geschichte Debians nur einmal einen deutschsprachigen DPL, nämlich Martin Michlmayr. Wird er gewählt, würde er in diesem Jahr seine dritte Amtszeit antreten. Dann würde er mit Stefano Zacchiroli und Debian-Gründer Ian Murdock gleichziehen. Joerg Jaspert wäre der erste deutsche Debian Project Leader.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,99€
  2. 35,99€
  3. 8,49€
  4. 17,99

bionade24 19. Apr 2019

Ist dieses Problem nicht auch gelöst, wenn die sich für ZFS mal einigen?

Anonymer Nutzer 10. Apr 2019

Das "beliebte" Systemd war am Anfang ja auch so grottig und schlecht, ich hätte sogar...


Folgen Sie uns
       


Fotos kolorieren mit einem Klick per KI - Tutorial

Wir zeigen, wie sich ein altes Bild schnell kolorieren lässt - ganz ohne Photoshop.

Fotos kolorieren mit einem Klick per KI - Tutorial Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /