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Linux: Debian-Update verhindert Start auf ARM-Geräten

ARM-Nutzer, die Debian verwenden, sollten momentan beim Kernel-Update Vorsicht walten lassen. Offenbar sorgt ein aktuelles Kernel-Update dafür, dass sich verschiedene ARM-Boards nicht mehr starten lassen.
/ Sebastian Grüner
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Die Debian-Entwickler suchen nach einem Fehler in ihrem Linux-Kernel für ARM-Geräte. (Bild: laikolosse/Flickr.com)
Die Debian-Entwickler suchen nach einem Fehler in ihrem Linux-Kernel für ARM-Geräte. Bild: laikolosse/Flickr.com / CC-BY 2.0

Eigentlich ist die Linux-Distribution Debian und insbesondere deren Stable-Zweige bekannt dafür, besonders konservativ mit Updates umzugehen, um die Systeme der Nutzer bei Updates nicht zu beeinträchtigen. Ein aktuelles Kernel-Update sorgt offenbar aber dafür, dass viele ARM-Bastelplatinen nicht mehr starten. Eine ausführliche Beschreibung des Problems(öffnet im neuen Fenster) liefert ein Bug-Report.

Dort berichtete ein Nutzer, dass sein Lamobo R1 Board, aber auch der Banana Pi 1 nach einem gewöhnlichen Upgrade über apt upgrade nicht mehr booten. Erst ein recht aufwendiger Recovery-Prozess auf einen älteren Kernel brachte die Systeme wieder zum Laufen. Als Verursacher des Problems kommt die in Debian Stretch aktuelle Version des Linux-Kernels 4.9.144-1 infrage.

In dem Bug-Tracker melden sich darüber hinaus weitere Nutzer. Das Problem betrifft demnach offenbar auch den Lemaker Banana Pi, Cubox i4 Pro, Cubox i4x4, Wandboard Quad, Odroid XU4, Odroid U3, Firefly RK3288 und den Cubietruck. Ob die Kernel die Large Physical Address Extension (LPAE) unterstützen oder nicht, scheint dabei keine Rolle zu spielen.

Noch ist nicht klar, was genau das Problem verursacht. Version 4.9.144-1 brachte allerlei neue Funktionen ein, darunter Code gegen die Spectre-Schwachstellen. Zumindest ein User testete, ob dieser Code an den Problemen schuld sei, indem er ihn deaktivierte. Die Spectre-Patches sind aber offenbar nicht Ursache des Problems.

Vermutlich kein Upstream-Problem

Eine weitere Frage, der die Debian-Community aktuell nachgeht, ist, ob die Linux-Entwickler selbst das Problem verursacht haben oder ob der Fehler von Debian-basierten Änderungen verursacht wird. Gegen einen Fehler der Upstream-Entwickler spricht, dass Linux 4.9.144 laut dem Kernel-CI-Projekt(öffnet im neuen Fenster) auf verschiedenen ARM-Boards mit Allwinner-SoCs erfolgreich startet.

Der Nutzer, der das feststellte, merkte zusätzlich dazu auch an, dass das Debian-Projekt die Rückkehr zu einem Backup-Kernel umständlich behandele: eine einfache Rückkehr zu einem vorherigen Kernel, wie ihn Ubuntu über das Grub-Menü bietet, fehle in Debian.

Das Problem scheint im Debian-Projekt bereits bekannt zu sein. Patches sind inzwischen in Arbeit und Anwender warten mit Upgrades ihrer ARM-Geräte besser noch ein wenig, bis das Projekt das Problem gelöst hat. Neuigkeiten dazu sollten in Kürze in dem Bug-Report auftauchen.


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