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Linux-Dateisysteme: Aufregung um Ext4-Bug

Ein Fehler im Linux-Dateisystem Ext4 verursacht Datenverlust. Er tritt allerdings äußerst selten auf. Entwickler Ted Ts'o sucht bisher wenig erfolgreich nach dem Fehler.
/ Jörg Thoma
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Nur zwei Anwender sind von einem Fehler im Linux-Dateisystem Ext4 betroffen. (Bild: Liam Quinn/CC BY-SA 2.0)
Nur zwei Anwender sind von einem Fehler im Linux-Dateisystem Ext4 betroffen. Bild: Liam Quinn/CC BY-SA 2.0

Ein Nutzer hat einen Fehler im Dateisystem Ext4, dem Standarddateisystem unter Linux, gemeldet. Der Fehler im Linux-Kernel 3.6.x führt zum Datenverlust auf einer Serverfestplatte. Nur wenige Benutzer sind offensichtlich betroffen – bislang sind nur zwei bekannt – denn Linux 3.6.2 kommt bereits unter Fedora ohne nennenswerte Probleme zum Einsatz.

Die Suche nach der Ursache(öffnet im neuen Fenster) für den Fehler gestaltet sich derweil schwierig, denn nur der Administrator mit dem Namen Nix steht als Tester für Patches zur Verfügung. Nix hat den Fehler auch ursprünglich gemeldet. Ts'o meldete eine Ursache, die sich als falsch oder "zumindest unvollständig" erwies, was Verwirrung stiftete. Ts'o bezeichnete den Fehler auf Google+ auch als Lance-Armstrong-Bug(öffnet im neuen Fenster) : "Der Code schafft es durch alle Tests, verhält sich aber trotzdem nicht, wie er sollte."

Fehlerhafte Metadaten

Gegenwärtig soll der Fehler nur dann auftreten, wenn ein Ext4-Dateisystem mit der Option nobarrier eingebunden wurde, es mit dem Parameter -l (Lazy Unmount) ausgehängt und das System heruntergefahren wird, bevor das Aushängen abgeschlossen ist. Das führt dazu, dass die Metadaten auf dem Dateisystem korrumpiert werden.

Ganz sicher sind sich aber weder der Benutzer Nix noch die Kernel-Entwickler, ob es sich dabei um die wahre Ursache handelt. Zwischenzeitlich kamen Zweifel auf, ob Lazy Unmount eine Rolle spielt. Der Administrator Nix hat noch dazu spezielle Konfigurationen und Umount-Skripts und kann erst in den nächsten Tagen die Patches prüfen, die Ted Ts'o bereitgestellt hat.

Ursache weiter unklar

Auch ist nicht sicher, welche Linux-Kernel betroffen sind. Zunächst mutmaßte Nix, der Fehler habe sich zwischen den Kernel-Versionen 3.5 und 3.6 eingeschlichen. Ts'o hingegen gab zu bedenken, dass damals fast keine Patches eingeflossen sind, zahlreiche Änderungen aber zwischen den Versionen 3.4 und 3.5 übernommen wurden.

Bislang sind nur zwei Anwender von dem Fehler betroffen. Neben Nix hat noch der Anwender Jannis Achstetter einen Datenverlust auf einem NAS-System mit Gentoo und Kernel 3.6.2.

Vermutlich wird es noch einige Tage dauern, bis die tatsächliche Ursache gefunden wird.


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