Linux: Conservancy will mehr GPL-Klagen wagen

Zur GPL-Durchsetzung helfen nach Ansicht der Conservancy wohl nur noch Klagen. Der freigeklagte Code soll für Firmware-Projekte genutzt werden.

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Die Conservancy will künftig mehr klagen.
Die Conservancy will künftig mehr klagen. (Bild: Liam Quinn,flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die Software Freedom Conservancy, die verschiedene Linux-Urheber in der Durchsetzung ihrer Rechte zur Einhaltung der GPL vertritt, kündigt einen grundsätzlichen Strategiewechsel an. Dieser soll vor allem darauf zielen, Klagen zur GPL-Einhaltung gegen ausgesuchte Hersteller als repräsentatives Beispiel anzustreben. Das soll offenbar den Druck auf die gesamte Industrie erhöhen, sich an die Regeln der Copyleft-Lizenz GPL zu halten, die unter anderem vorschreibt, dass der gesamte Quellcode wieder veröffentlicht werden muss.

Bisher verfolgte die Organisation eher den Ansatz, so wenig wie möglich zu klagen und mit Herstellern und Unternehmen gemeinsam an der Einhaltung der GPL zu arbeiten. Eine Klage zur GPL-Durchsetzung galt nur als letztes Mittel, meist nach jahrelangen Diskussionen. Prominentes Beispiel ist der Rechtsstreit von Linux-Entwickler Christoph Hellwig gegen VMware, der von der Conservancy unterstützt wurde.

Als Grund für den neuen Ansatz schreibt die Organisation folgendes: "Die Conservancy hat kürzlich eine Bewertung der branchenüblichen Verwendung von Linux in eingebetteten Produkten abgeschlossen. Unsere Ergebnisse sind entmutigend und erfordern Maßnahmen. In der gesamten Branche stellen die meisten großen Hersteller ihre Nichteinhaltung der GPL fast schon zur Schau."

Wenn nur noch Klagen helfen

Mit den bisherigen Prinzipien komme die Conservancy ihrem Ziel der Offenlegung des Quellcodes nicht weiter. Die Einstellung der Hersteller gegenüber der kleinen Organisation beschreibt die Conservancy so: "Wenn Sie der Meinung sind, dass wir wirklich gegen die GPL verstoßen, verklagen Sie uns. Ansonsten sind Sie unsere niedrigste Priorität." Daher will die Conservancy nun verstärkt klagen.

"Wir sind bereit, aus den zahlreichen Verstößen im Embedded-Bereich ein repräsentatives Beispiel auszuwählen und vor Gerichten in den USA gegen einen Verstoß vorzugehen, der den Quellcode nicht ordnungsgemäß bereitgestellt hat, damit die Verbraucher Linux neu bauen und installieren können." Um welchen Hersteller es sich dabei handeln wird, ist noch nicht bekannt.

Sollte die Klage erfolgreich sein, will die Conservancy ein eigenes alternatives Firmware-Projekt auf Grundlage des freigeklagten Quellcodes starten. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass der Code zwar oft nach Klagen oder langwierigen Auseinandersetzungen offengelegt wurde. Durch Nutzer oder eine größere Community wurde der Code in diesen Fällen jedoch oft nicht weiter verwendet. Dabei zielt die GPL eigentlich genau darauf ab, dass Nutzer ihre eigenen Geräte verändern können sollen.

Finanziell unterstützt wird die Conservancy bei ihrer neuen Strategie von der ARDC, einer Organisation von Funkamateuren, die ein IP-Netzwerk betreibt.

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