Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Linux: Canonical positioniert Ubuntu als CentOS-Ersatz

Neben Ubuntu könnte ebenfalls Opensuse von der neuen CentOS-Strategie profitieren, wenn auch ungeplant.
/ Sebastian Grüner
10 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
LTS-Versionen von Ubuntu, wie Version 18.04 alias Bionic Beaver, werden bis zu zehn Jahre lang gepflegt. (Bild: PABLO COZZAGLIO/AFP via Getty Images)
LTS-Versionen von Ubuntu, wie Version 18.04 alias Bionic Beaver, werden bis zu zehn Jahre lang gepflegt. Bild: PABLO COZZAGLIO/AFP via Getty Images

Der Linux-Distributor Canonical stellt in seinem Unternehmensblog die Vorzüge seiner eigenen Distribution Ubuntu für einen Wechsel weg von CentOS vor(öffnet im neuen Fenster) . Die recht offensiv geführte Kampagne für Ubuntu zielt dabei derzeit zunächst noch auf den Finanzsektor, in dem CentOS bisher offenbar häufig benutzt wurde. Die von Canonical vorgestellten Argumente dürften sich aber auch auf andere Bereiche übertragen lassen.

Hintergrund der Kampagne, CentOS-Nutzer zum Wechsel auf Ubuntu zu bewegen, sind die Umbauarbeiten an der freien Community-Distribution CentOS . Das bisherige Entwicklungsmodell von Red Hat stellt Nutzern neue oder experimentelle Funktionen über die Community-Distribution Fedora bereit. Diese werden teilweise im Laufe von Jahren stabilisiert und in Red Hat Enterprise Linux (RHEL) integriert. Aus den Quellen von RHEL wiederum entsteht die stabile Variante von CentOS. Das sollte vor allem Admins die notwendige Stabilität für ihre Systeme garantieren.

Stattdessen wird nun auf CentOS Stream gesetzt. Dabei handelt es sich um eine Rolling-Release-Distribution, die als eine Art Upstream für die nächste RHEL-Version dient, mit einer Vorschau auf neue Kernel-Versionen und neue Funktionen. Bisher gibt es bereits einige Community-Ankündigungen, das bisherige CentOS-Modell in eigenen Projekten weiterzuführen. Auch Konkurrent Oracle wirbt inzwischen um CentOS-Nutzer . Nun folgt Ubuntu, das explizit als CentOS-Ersatz positioniert werden soll.

Während CentOS noch ein RHEL-Rebuild war, ist Ubuntu sowohl frei als auch mit zusätzlichen Support-Lizenzen nutzbar. Das ermöglicht einen einfachen Wechsel zu den kommerziellen Angeboten von Canonical. Ähnlich ist das künftig außerdem mit Opensuse Leap und Suse Linux Enterprise (SLE) möglich, da beide Distributionen eine vollständig gleiche Binär-Basis haben werden.

Suse-CTO Gerald Pfeifer sagte dazu in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) , dass dies nicht als Reaktion auf CentOS umgesetzt worden sei, sondern eben schon länger in Planung gewesen sei. Tatsächlich arbeitet Suse schon länger an einer Zusammenführung von Opensuse Leap und SLE. Darüber hinaus ist laut Pfeifer ein Wechsel von einer anderen Distribution hin zu Opensuse Leap auch nicht besonders schwierig.


Relevante Themen