Linux: Bolt bringt Thunderbolt-3-Security für Linux
Der Red-Hat-Angestellte Christian Kellner gibt in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) die erste Version 0.1 des Werkzeuges Bolt(öffnet im neuen Fenster) bekannt. Dabei handelt es sich um einen System-Daemon, der die Sicherheitslevel der Thunderbolt-3-Schnittstelle als Userspace-Werkzeug über die D-Bus-Schnittstelle für Linux bereitstellt. Notwendig sind die Sicherheitslevel vor allem, um Angriffe über direkte Speicherzugriffe von PCI-E, das Teil von Thunderbolt ist, zu verhindern.
Zu Beginn der Arbeiten unter Linux bezeichnete der Entwickler Jiří Eischmann, der ebenfalls bei Red Hat arbeitet, den Stand der Sicherheitstechnik als "ziemlich schrecklich", denn sie war schlicht nicht vorhanden. Das lag einerseits an der damals fehlenden Kernel-Unterstützung, andererseits an der angedachten UI-Gestaltung. Für beides gibt es nun aber Lösungen.
So ist die Unterstützung für die Sicherheitslevel für Thunderbolt 3 in Version 4.13 des Linux-Kernel integriert. Dank dem neuen Werkzeug Bolt gibt es nun auch technische sowie praktische Überlegungen für die Nutzer-Führung ebenso wie eine darauf aufbauende grafische Umsetzung für die Gnome-Shell.
Gerätesicherheit per Kommando oder GUI
Das tatsächlich gewählte Sicherheitslevel muss in der Firmware eines Rechners aktiviert werden. Vor der Kernel-Implementierung konnte Thunderbolt 3 ausschließlich ohne jede Sicherheit genutzt werden. Nun können aber auch die Level dponly (ohne PCI-E), user (mit Nutzer-Autorisierung für Geräte) sowie secure (mit einer Autorisierung über Schlüssel auf dem Gerät) genutzt werden.
Bolt kann nun wiederum dazu genutzt werden, um mit den per Thunderbolt 3 angeschlossenen Geräten zu interagieren. Über das Dbus-API können diese aufgelistet und autorisiert werden. Die Autorisierung kann über Bolt auch wieder entzogen werden. Ebenso informiert Bolt über neu angeschlossene Geräte. Falls Nutzer dies wünschen, autorisiert Bolt angeschlossene Geräte auch automatisch.
Gesteuert werden können diese Vorgänge über das kleine Kommandozeilenwerkzeug Boltctl. Zusätzlich dazu arbeitet das Team an einer Umsetzung für die Gnome-Shell, über die das Verhalten auch grafisch gesteuert werden. Kellner schreibt zudem, dass die automatische Autorisierung ausschließlich dann geschehe, wenn der aktive Nutzer über Admin-Rechte verfügt und die laufende Sitzung nicht gesperrt ist. In diesem Szenario kann wohl davon ausgegangen werden, dass Nutzer die Geräte bewusst anschließen.
Dank der Dbus-Schnittstelle können auch andere Desktopumgebung künftig ähnliche Implementierungen vornehmen wie jene für die Gnome-Shell.
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