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Die Software für Switches kann inzwischen eine Linux-Distribution sein.
Die Software für Switches kann inzwischen eine Linux-Distribution sein. (Bild: Bruno Cordioli/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Wahl zwischen White- und Brite-Boxes und beim Support

Durch die Entkopplung wird die Nutzung von sogenannten White-Box oder Brite-Box-Switches ermöglicht. White-Box-Switches bestehen dabei aus Standardhardware und werden häufig durch kleine und weniger bekannte Unternehmen vertrieben. Sie zeichnen sich in der Regel durch besonders niedrige Anschaffungskosten aus. Auch der Eigenbau ist im Prinzip möglich, beispielhaft sei das von Facebook initiierte Open Compute Project genannt.

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Wird ein White-Box Switch von einem namhaften Hersteller vertrieben, so spricht man von Branded White-Box oder auch Brite-Box. Technisch sind White-Box und Brite-Box-Switches dabei häufig identisch. Der Unterschied liegt darin, dass Brite-Box-Switches vom Hersteller technischen Support bekommen, solange freigegebene Netzwerkbetriebssysteme verwendet werden. Im Gegenzug ergeben sich, verglichen mit White-Box-Switches, geringere Einsparpotenziale bei der Anschaffung.

Qual der Wahl beim Support

Neben den versprochenen Vorteilen birgt Open Networking insbesondere bei Supportfragen verschiedene Risiken. Dadurch, dass sich Hersteller von Hard- und Software unterscheiden, besteht die Gefahr, dass die Zuständigkeit bei Problemen unklar ist. Denn auch wenn die Ursache auf den ersten Blick klar erscheint, kann sich dies häufig als viel komplexer herausstellen: Wird das Problem durch einen Hardwarefehler verursacht? Sind fehlerhafte Treiber ursächlich? Wer liefert diese Treiber? Ist das Problem im Kern-Betriebssystem zu suchen oder wird es durch eine Zusatzkomponente verursacht? Besteht der Support noch immer, wenn separate Software verwendet wird?

Vor allem bei White-Box-Geräten kann es schnell passieren, dass der Kunde bei Problemen vom Hersteller des Betriebssystems an den Hardwarehersteller verwiesen wird und umgekehrt. Je nach Regelung ist dieses Problem bei Brite-Box-Switches weniger stark ausgeprägt. Solche Probleme entstehen bei traditioneller Netzwerkhardware jedoch gar nicht erst. Hard- und Software kommen schließlich vom selben Hersteller, der dann auch alleiniger Ansprechpartner für den Kunden ist.

Auch die Punkte Flexibilität und Offenheit müssen kritisch betrachtet werden. So erlischt beispielsweise bei Cumulus Linux der Support, sobald eine mitgelieferte Softwarekomponente manuell aktualisiert wird. Dies kann jedoch notwendig sein, wenn man weitere Anwendungen installieren möchte, die gewisse Abhängigkeiten zu anderen Softwarekomponenten haben. Der Anwender ist also darauf angewiesen, dass der Hersteller des Betriebssystems alle Softwarekomponenten aktuell hält und Updates regelmäßig freigibt.

Open Networking ist günstiger. Wirklich?

Open Networking ist darüber hinaus ein recht junges Thema und dementsprechend schnelllebig. Für Unternehmen birgt dies gewisse Investitionsrisiken. Denn wie lange das präferierte Betriebssystem die angeschaffte Hardware unterstützt, lässt sich vorher oft nie genau vorhersagen. Hier kommt es vor allen Dingen auf die vertraglichen Regelungen der Brite-Box-Geräte an. Das zeigt sich am Beispiel Dell EMC und Cumulus: Anfang 2014 verkündeten beide Unternehmen eine strategische Partnerschaft. Dell bewarb seine Switches (PDF) aktiv mit der Unterstützung von Cumulus Linux.

Mit dem Erscheinen von Cumulus Linux 3.0.0 stellte Cumulus unverhofft die Unterstützung für Geräte mit PowerPC-Architektur ein. Dies betraf unter anderem auch Switches von Dell, wie den S4810-ON - rund zwei Jahre nach dessen Vorstellung. Zwar führt Cumulus die vorherige Version 2.5 als Extended-Support-Release weiter und liefert noch bis Ende 2018 Updates, jedoch handelt es sich lediglich um grundlegende Sicherheitsupdates. Neue Funktionen oder "unkritische" Bugfixes fließen nicht mehr ein. Gerade in einem solch neuen und dynamischen Umfeld ist dies für viele potenzielle Kunden ein fatales Signal.

Bei einem hohen Investitionsvolumen in Hardware und Schulung der Mitarbeiter braucht es schlicht eine gewisse Investitionssicherheit. Wenn dann plötzlich, früher als geplant, neue Geräte angeschafft werden müssen oder zu einem anderen Netzwerkbetriebssystem gewechselt werden muss, zieht dies unerwartete Kosten nach sich. Berücksichtigt man außerdem noch weitere Aspekte wie Betriebskosten, Supportkosten und eventuell Lizenzkosten für das Netzwerkbetriebssystem, kann Open Networking am Ende sogar höhere Kosten verursachen als traditionelle Netzwerkgeräte.

 Das Netzwerk wird weniger starrFlexibilität muss nicht immer sein 

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Neuro-Chef 20. Apr 2017

Danke, dachte dafür macht man das im Endeffekt.

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timo.herzig 20. Apr 2017

Nein, Open Networking hat mit OpenWRT, welches auf Soho-Geräte abzielt, nichts zu tun.

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Neuro-Chef 20. Apr 2017

Das kann man so nicht sagen. Im normalen Unternehmenseinsatz sind die Netze eher simpel...

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pumok 20. Apr 2017

korrekt, aber das wird sich ändern.

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Neuro-Chef 20. Apr 2017

Dann kann man ja zukünftig beides in getrennten Rechenzentren laufen lassen ;)

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