• IT-Karriere:
  • Services:

Wahl zwischen White- und Brite-Boxes und beim Support

Durch die Entkopplung wird die Nutzung von sogenannten White-Box oder Brite-Box-Switches ermöglicht. White-Box-Switches bestehen dabei aus Standardhardware und werden häufig durch kleine und weniger bekannte Unternehmen vertrieben. Sie zeichnen sich in der Regel durch besonders niedrige Anschaffungskosten aus. Auch der Eigenbau ist im Prinzip möglich, beispielhaft sei das von Facebook initiierte Open Compute Project genannt.

Stellenmarkt
  1. Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG, Berlin
  2. Honda Research Institute Europe GmbH, Offenbach am Main

Wird ein White-Box Switch von einem namhaften Hersteller vertrieben, so spricht man von Branded White-Box oder auch Brite-Box. Technisch sind White-Box und Brite-Box-Switches dabei häufig identisch. Der Unterschied liegt darin, dass Brite-Box-Switches vom Hersteller technischen Support bekommen, solange freigegebene Netzwerkbetriebssysteme verwendet werden. Im Gegenzug ergeben sich, verglichen mit White-Box-Switches, geringere Einsparpotenziale bei der Anschaffung.

Qual der Wahl beim Support

Neben den versprochenen Vorteilen birgt Open Networking insbesondere bei Supportfragen verschiedene Risiken. Dadurch, dass sich Hersteller von Hard- und Software unterscheiden, besteht die Gefahr, dass die Zuständigkeit bei Problemen unklar ist. Denn auch wenn die Ursache auf den ersten Blick klar erscheint, kann sich dies häufig als viel komplexer herausstellen: Wird das Problem durch einen Hardwarefehler verursacht? Sind fehlerhafte Treiber ursächlich? Wer liefert diese Treiber? Ist das Problem im Kern-Betriebssystem zu suchen oder wird es durch eine Zusatzkomponente verursacht? Besteht der Support noch immer, wenn separate Software verwendet wird?

Vor allem bei White-Box-Geräten kann es schnell passieren, dass der Kunde bei Problemen vom Hersteller des Betriebssystems an den Hardwarehersteller verwiesen wird und umgekehrt. Je nach Regelung ist dieses Problem bei Brite-Box-Switches weniger stark ausgeprägt. Solche Probleme entstehen bei traditioneller Netzwerkhardware jedoch gar nicht erst. Hard- und Software kommen schließlich vom selben Hersteller, der dann auch alleiniger Ansprechpartner für den Kunden ist.

Auch die Punkte Flexibilität und Offenheit müssen kritisch betrachtet werden. So erlischt beispielsweise bei Cumulus Linux der Support, sobald eine mitgelieferte Softwarekomponente manuell aktualisiert wird. Dies kann jedoch notwendig sein, wenn man weitere Anwendungen installieren möchte, die gewisse Abhängigkeiten zu anderen Softwarekomponenten haben. Der Anwender ist also darauf angewiesen, dass der Hersteller des Betriebssystems alle Softwarekomponenten aktuell hält und Updates regelmäßig freigibt.

Open Networking ist günstiger. Wirklich?

Open Networking ist darüber hinaus ein recht junges Thema und dementsprechend schnelllebig. Für Unternehmen birgt dies gewisse Investitionsrisiken. Denn wie lange das präferierte Betriebssystem die angeschaffte Hardware unterstützt, lässt sich vorher oft nie genau vorhersagen. Hier kommt es vor allen Dingen auf die vertraglichen Regelungen der Brite-Box-Geräte an. Das zeigt sich am Beispiel Dell EMC und Cumulus: Anfang 2014 verkündeten beide Unternehmen eine strategische Partnerschaft. Dell bewarb seine Switches (PDF) aktiv mit der Unterstützung von Cumulus Linux.

Mit dem Erscheinen von Cumulus Linux 3.0.0 stellte Cumulus unverhofft die Unterstützung für Geräte mit PowerPC-Architektur ein. Dies betraf unter anderem auch Switches von Dell, wie den S4810-ON - rund zwei Jahre nach dessen Vorstellung. Zwar führt Cumulus die vorherige Version 2.5 als Extended-Support-Release weiter und liefert noch bis Ende 2018 Updates, jedoch handelt es sich lediglich um grundlegende Sicherheitsupdates. Neue Funktionen oder "unkritische" Bugfixes fließen nicht mehr ein. Gerade in einem solch neuen und dynamischen Umfeld ist dies für viele potenzielle Kunden ein fatales Signal.

Bei einem hohen Investitionsvolumen in Hardware und Schulung der Mitarbeiter braucht es schlicht eine gewisse Investitionssicherheit. Wenn dann plötzlich, früher als geplant, neue Geräte angeschafft werden müssen oder zu einem anderen Netzwerkbetriebssystem gewechselt werden muss, zieht dies unerwartete Kosten nach sich. Berücksichtigt man außerdem noch weitere Aspekte wie Betriebskosten, Supportkosten und eventuell Lizenzkosten für das Netzwerkbetriebssystem, kann Open Networking am Ende sogar höhere Kosten verursachen als traditionelle Netzwerkgeräte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Das Netzwerk wird weniger starrFlexibilität muss nicht immer sein 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Deepcool Matrexx 55 V3 ADD-RGB für 39,99€ + 6,79€ Versand, SilverStone ST60F-ESB 600 W...
  2. ab 57,80€ neuer Bestpreis auf Geizhals

Neuro-Chef 20. Apr 2017

Danke, dachte dafür macht man das im Endeffekt.

timo.herzig 20. Apr 2017

Nein, Open Networking hat mit OpenWRT, welches auf Soho-Geräte abzielt, nichts zu tun.

Neuro-Chef 20. Apr 2017

Das kann man so nicht sagen. Im normalen Unternehmenseinsatz sind die Netze eher simpel...

pumok 20. Apr 2017

korrekt, aber das wird sich ändern.

Neuro-Chef 20. Apr 2017

Dann kann man ja zukünftig beides in getrennten Rechenzentren laufen lassen ;)


Folgen Sie uns
       


Cyberpunk 2077 angespielt

Cyberpunk 2077 dürfte ein angenehm forderndes und im positiven Sinne komplexes Abenteuer werden.

Cyberpunk 2077 angespielt Video aufrufen
Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

Big Blue Button: Das große blaue Sicherheitsrisiko
Big Blue Button
Das große blaue Sicherheitsrisiko

Kritische Sicherheitslücken, die Golem.de dem Entwickler der Videochat-Software Big Blue Button meldete, sind erst nach Monaten geschlossen worden.
Eine Recherche von Hanno Böck


      •  /