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Linux 3.19 geht mit zahlreichen Neuerungen in die Testphase.
Linux 3.19 geht mit zahlreichen Neuerungen in die Testphase. (Bild: Christian Mehlführer/CC BY 2.5)

Linux 3.19: Release Candidate eröffnet Testphase

Linux 3.19 geht mit zahlreichen Neuerungen in die Testphase.
Linux 3.19 geht mit zahlreichen Neuerungen in die Testphase. (Bild: Christian Mehlführer/CC BY 2.5)

Der Linux-Kernel 3.19 bringt diverse Änderungen für Grafiktreiber, Speicherstacks und Dateisysteme mit. Außerdem gibt es eine neue Schnittstelle für AMDs Heterogeneous System Architecture (HSA).

Um noch vor Weihnachten die Testphase des nächsten Linux-Kernels 3.19 einzuläuten, hat Linus Torvalds das üblicherweise 14-tägige Merge-Fenster bereits geschlossen. Inzwischen werden Patches und Neuerungen ohnehin nicht mehr nach den üblichen Zeitfenstern eingereicht, was zu einer kurzen Diskussion auf der Mailingliste führte. Viele Änderungen gab es im Bereich Speichermedien und Dateisysteme. Außerdem können die Open-Source-Treiber jetzt AMDs Heterogeneous System Architecture (HSA) nutzen. Der umstrittene Android-Binder hat es ebenfalls in die Testversion von Linux 3.19 geschafft.

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Mit dem AMD-KFD-Treiber können jetzt auch die quelloffenen Treiber auf AMDs Heterogeneous System Architecture (HSA) zugreifen und so deren GPUs für Berechnungen beispielsweise über OpenCL nutzen. Dabei kann HSA nicht nur die Darstellung von Vorschaubildern beschleunigen, sondern auch von Anwendungen verwendet werden, etwa bei komplexen Finanzberechnungen in der Tabellenkalkulation oder zur Berechnung von Hashwerten. Nebenbei erhält der freie Grafiktreiber für Grafikarten von AMD auch eine verbesserte Lüftersteuerung.

Nouveau für neue Grafikkarten

Der freie Nouveau-Treiber für Grafikkarten von Nvidia erhält eine erste Unterstützung für die GTX-900-Serie, allerdings warten die Entwickler noch darauf, dass Nvidia signierte Versionen seiner Firmware übergibt, die für die beschleunigte Hardwareunterstützung benötigt werden. Aktuell kann der Treiber lediglich die Monitorauflösung automatisch setzen. Ein weiterer Baustein für die Grafikkarte GT 210 von Nvidia ist die automatische Frequenzeinstellung des Speichers. Dafür haben die Entwickler den Code weiterentwickelt, sind mit den Arbeiten aber noch nicht fertig. Über den Treiber für Nvidias Tegra K1 lässt sich jetzt die Spannung beeinflussen.

Erste Code-Teile gibt es in Linux 3.19 für Intels Skylake-Grafikchip, den Nachfolger für Broadwell. Allerdings werden Prozessoren mit Skylake erst für Ende 2015 erwartet. Ein bisher in der Testphase befindlicher Grafiktreiber für Freescales i.MX ist jetzt offiziell in den Kernel aufgenommen worden. Die Grafikeinheit im SoC Exynos 4415 wird ebenfalls ab Linux 3.19 unterstützt.

Linux für Capes und Shields

Für Entwicklerplatinen, die mit diversen Erweiterungen ausgestattet werden können, etwa mit Shields oder Capes, gibt es jetzt die sogenannten Device Tree Overlays. Mit ihnen lassen sich die zunächst vom Kernel beim Start statisch angelegten Gerätebäume dynamisch um neue Hardware erweitern. Davon profitieren künftig nicht nur das Beagleboard oder das Raspberry Pi, sondern auch FPGAs mit unterschiedlichen Hardwareerweiterungen.

Im Device Mapper, der für die Erzeugung und Verwaltung diverser virtueller blockorientierter Geräte zuständig ist, etwa LVMs oder Raid-Arrays, wurde das Thin Provisioning überarbeitet. Um Zugriffe zu beschleunigen, werden künftig Lese- und Schreibvorgänge auf demselben Block zunächst gesammelt, bevor sie ausgeführt werden. Das komprimierte Dateisystem SquashFS unterstützt den Kompressionsalgorithmus LZ4. Das in Linux 3.18 integrierte OverlayFS unterstützt jetzt mehrere schreibgeschützte Schichten statt wie bisher nur eine. Das neue Dateisystem Btrfs wurde so angepasst, dass Speichermeiden in Raid5- beziehungsweise Raid6-Anordnungen ausgetauscht und auch restlos gelöscht werden können. Das F2FS-Dateisystem für Flashspeicher erhält eine Fastboot-Option, mit der diverse Prüfverfahren beim Systemstart deaktiviert werden können.

Binder für Android und Seccomp

Die umstrittene Interprozesskommunikation (IPC) Binder für Android ist jetzt offiziell Teil des Hauptzweigs des Kernels. Binder sei seit Jahren stabil und werde in Millionen von Geräten problemlos genutzt. Zwar sei der Code "fürchterlich" und die Userspace-API ließe einiges zu wünschen übrig, das werde sich aber aus Gründen nicht mehr ändern, über die die Kernel-Entwickler keine Kontrolle hätten. Da aber so viele Geräte und Unternehmen von Binder abhingen und der Code stabil sei, solle Binder aus Staging heraus verschoben werden, schreibt der Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman.

Das Subsystem Seccomp, in dem Anwendungen in geschlossenen Umgebungen ausgeführt werden können (Sandboxing), ist auf ARM64 portiert worden. Außerdem wurde in den Cgroups, in denen einer Gruppe von Prozessen bestimmte Rechte zugewiesen werden können, ein Fehler beseitigt, über den unter Umständen eine Anwendung unerlaubt erhöhte Benutzerrechte erlangen konnte (CVE-2014-8989). Außerdem wurden die internen Funktionen do_settimeofday(), timekeeping_inject_sleeptime()und mktime() durch neue Versionen ersetzt, die immer einen 64-Bit-Adressraum verwenden. Sie sollen das sogenannte Jahr-2038-Problem beseitigen, bei dem auf 32-Bit-Systemen der Adressraum ausgeht und das Datum dann auf den 1. Januar 1970 zurückgesetzt wird. Jetzt müssen nur noch einige andere Codeteile ausgetauscht werden.

Beschwerden über Patches zur Unzeit

Immer mehr Patches und Änderungen werden im Linux-Kernel eingereicht. Auf Grund der Hierarchie der Kernel-Entwickler werden sie zunächst an die diversen Maintainer der verschiedenen Teilbereiche übergeben. Eigentlich ist das Merge-Fenster zwischen den Kernel-Versionen umfangreichen Neuerungen vorbehalten, was Entwickler jedoch nicht daran hindert, in der Zeit auch kleine Patches einzureichen. Darüber hat sich Entwickler Thomas Gleixner beschwert. Torvalds weist in seiner Antwort darauf hin, dass einige Maintainer kleinerer Subsysteme ihre Neuerungen bereits vor dem offiziellen Beginn des Merge-Fensters eingereicht haben und dann bereits erste Änderungen einsenden. Die Diskussion darüber, ob und wie dieser Prozess verändert oder verbessert werden kann, dauert noch an.

Normalerweise beträgt die Testphase eines Linux-Kernels etwa sechs Wochen. Demnach wird Linux 3.19 aller Voraussicht nach Anfang Februar veröffentlicht. Der Quellcode des ersten Release Candidates kann unter kernel.org heruntergeladen werden.


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pythoneer 22. Dez 2014

http://www.reddit.com/r/linux/comments/2ny1lz...



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