Abo
  • Services:

Linux 3.13 kann besser mit SSDs

Der bisherige Block Layer, die Schnittstelle zwischen Datenträgertreiber und dem Linux-Kernel, wurde in Linux 2.6.10 umgesetzt und ist damit etwas weniger als neun Jahre alt. Damals wurden mit Lese- und Schreibzugriffen (IOPs) von Hunderten von Sekunden gerechnet, heutzutage sind es bereits mehrere Tausend und bald werden es Millionen sein. Deshalb war eine Neuimplementierung dringend nötig, an der bereits seit einiger Zeit gearbeitet wird.

Stellenmarkt
  1. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld
  2. comemso GmbH, Ostfildern bei Stuttgart

Mit mehreren Warteschleifen (Queues) soll der Zugriff auf Datenträger beschleunigt werden, was besonders bei SSDs für einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs sorgen soll. Damit Multiqueue Block Layer sinnvoll genutzt werden kann, müssen allerdings auch die Treiber angepasst werden. Das soll laut Kernel-Entwickler Johnathan Corbet zwar recht einfach sein, es wird aber wohl bis Ende 2014 dauern, bis alle Nutzer die neue Zwischenschicht gebrauchen können.

Schneller dekomprimieren

Zwei Änderungen sollen das bei vielen Linux-Distributionen auf ihren Livemedien genutzte Kompressionsverfahren Squashfs beschleunigen. Zum einen landen entpackte Daten direkt im Page Cache des Arbeitsspeichers. Das beschleunige den Datendurchsatz von 13,7 auf 67,6 MBytes/s, schreiben die Entwickler. Außerdem werden künftig mehrere Threads für die Dekompression verwendet. Bei vier Threads sollen Daten statt wie bisher in 99 jetzt in 9 Sekunden dekomprimiert werden.

Der für Raid-Systeme verwendete Device-Mapper reicht künftig Daten direkt an SSDs weiter (Passthrough-Modus) statt über den Zwischenspeicher. Das soll für einen schnelleren Systemstart sorgen, da Dm-cache bereits auf SSDs zugreifen kann, während die Datenintegrität im Cache noch geprüft wird.

Unterstützung für ARMs Big.Little

Für die Big.Little-Architektur bringt Linux 3.13 eine erste Unterstützung. Damit kann der Kernel auch die Prozessoren in ARMs neuer Multi-CPU-Architektur steuern. Der normale Linux-Scheduler wäre mit der Kombination aus einem energiesparenden Cortex-A7 und einem leistungsfähigen Cortex-A15 nicht zu gebrauchen, da die beiden CPUs keine gleichwertige Leistung bieten. Deshalb werden für den Linux-Kernel nur die leistungsstarken CPUs sichtbar gemacht. Sollte der Energiesparmodus benötigt werden, werden die kleineren Kerne aktiviert und dabei sämtliche Interrupts transferiert. Dann arbeiten die kleineren Kerne an der Stelle weiter, an der die Übergabe erfolgte und die leistungsstarken Kerne werden deaktiviert. Als Vorgabe für den Code dient der von ARM, der unter einer BSD-Lizenz freigegeben wurde. Für das Umschalten ist der Cpufreq-Treiber zuständig. Allerdings gilt der gegenwärtige Umschalter nur als Interimslösung. Später soll der Scheduler selbst diese Aufgabe übernehmen.

Der Source Code von Linux 3.13 lässt sich unter kernel.org herunterladen. Weitere Änderungen und eine ausführliche Liste aller neuen Treiber lassen sich unter kernelnewbies.org nachlesen.

 Linux 3.13: Neuer Paketfilter, doppelt so viele CPUs
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. DOOM für 6,99€, Assassin's Creed Odyssey für 49,99€ und Civilization VI - Digital...
  2. (u. a. UE65NU7409 für 849€ statt 1.039,98€ im Vergleich)
  3. 39,98€ (Vergleichspreis ca. 72€)
  4. ab 519€ bei Alternate lieferbar

TuX12 14. Feb 2014

Der Scheduler von Linux sorgt wenigstens dafür, dass selbst auf Einzelkernsystemen nicht...

lear 20. Jan 2014

Der BKL ist bereits während 2.4 weitgehend zurückgedrängt worden - daß er erst mit 2.6.39...

Stebs 20. Jan 2014

Hier dazu noch ein kleines pdf mit paar Erklaerungen: http://events.linuxfoundation.org...

nille02 20. Jan 2014

Bei den GCN Karten wird 2D über 3D mittels Glamour. Naja, es sind die selben Leute aber...

Kondom 20. Jan 2014

Denglisch vom Feinsten. Das Bottleneck....ernsthaft?


Folgen Sie uns
       


Toshiba Dynaedge ausprobiert

Das Dynaedge ist wie Google Glass eine Datenbrille. Allerdings soll sie sich an den industriellen Sektor richten. Die Brille paart Toshiba mit einem tragbaren PC - für Handwerker, die beide Hände und ein PDF-Dokument brauchen.

Toshiba Dynaedge ausprobiert Video aufrufen
Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

Künstliche Intelligenz: Wie Computer lernen
Künstliche Intelligenz
Wie Computer lernen

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und neuronale Netze zählen zu den wichtigen Buzzwords dieses Jahres. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass Computer bald wie Menschen denken können. Allerdings wird bei dem Thema viel durcheinandergeworfen. Wir sortieren.
Von Miroslav Stimac

  1. Innotrans KI-System identifiziert Schwarzfahrer
  2. USA Pentagon fordert KI-Strategie fürs Militär
  3. KI Deepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten

Probefahrt mit Tesla Model 3: Wie auf Schienen übers Golden Gate
Probefahrt mit Tesla Model 3
Wie auf Schienen übers Golden Gate

Die Produktion des Tesla Model 3 für den europäischen Markt wird gerade vorbereitet. Golem.de hat einen Tag in und um San Francisco getestet, was Käufer von dem Elektroauto erwarten können.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. 1.000 Autos pro Tag Tesla baut das hunderttausendste Model 3
  2. Goodwood Festival of Speed Tesla bringt Model 3 erstmals offiziell nach Europa
  3. Elektroauto Produktionsziel des Tesla Model 3 erreicht

    •  /