Abo
  • Services:

Dateisysteme, mehr Trim und Netzwerk

Nachdem das verteilte Dateisystem Lustre in Linux 3.11 wegen unzureichend funktionierender Codes noch nicht freigeschaltet wurde, hat Greg Kroah-Hartman jetzt Patches dafür eingereicht, die offensichtlich die letzten Fehler beseitigen. Zusätzlich erhalten die Dateisysteme F2FS, EXT4 und Btrfs weitere Verbesserungen.

Stellenmarkt
  1. Automotive Safety Technologies GmbH, Ingolstadt
  2. PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz

Das Btrfs-Dateisystem erhält eine erste Unterstützung für die Out-of-Band Deduplication von Datenblöcken. User-Space-Anwendungen können dem Kernel mitteilen, ob reservierte Speicherbereiche identische Daten enthalten. Zunächst vergleicht der Kernel die beiden Bereiche und weist dann zwei Dateien auf denselben Speicherbereich. Das geschieht allerdings noch nicht direkt beim Schreiben von Daten, wie es bereits bei ZFS umgesetzt ist. Diese Funktion soll später nachgereicht werden.

Ext4 braucht weniger RAM

Verbesserungen beim Zwischenspeichern von Extents im Dateisystem Ext4 sorgen dafür, dass weniger Arbeitsspeicher beansprucht wird und sollen auch einen Leistungsschub bei asynchronen Lese- und Schreibvorgängen bringen. Weitere Verbesserungen gibt es bei der Wiederherstellung von beschädigten Belegungsbitmaps und bei der Einbindung von extern gelagerten Dateisystem-Journals.

Bislang mussten die User Namespaces im Kernel deaktiviert werden, wenn das Dateisystem XFS zum Einsatz kommen sollte. User Namespaces werden in erster Linie für die Virtualisierung in Containern genutzt. XFS unterstützte sie aber bislang nicht. Neue Patches reichen die Funktion jetzt für das Dateisystem nach. Zusätzlich kann XFS Dateien auf Partitionen mit vielen Dateisystemeinträgen schneller finden.

Komprimierter Arbeitsspeicher

Auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher soll die Komprimierung mit ZRAM helfen. ZRAM gilt ab Linux 3.12 nicht mehr als experimentell. Das Kompressionsverfahren wird vor allem von Android und Cyanogenmod sowie in ChromeOS genutzt. Da die Komprimierung im Arbeitsspeicher auch Schreibvorgänge auf Datenträger reduziert, erhöht ZRAM auch die Lebensdauer von SSDs.

Mit dem Kommandozeilenbefehl blkdevparts lässt sich die Partitionstabelle eines Geräts mit fester Blockadressierung an der Konsole anzeigen. Die feste Blockadressierung kommt beispielsweise auf eingebettetem Speicher zum Einsatz. Normalerweise haben solche Speichermedien keinen MBR, können aber etwa eine Bootloader enthalten. Mit Blkdevparts lässt sich etwa die Speicheradresse des Startsektors auslesen.

Thunderbolt, aber nicht für Macsr

Zahlreiche Änderungen sind in den ACPI-Stack integriert worden. Systeme werden jetzt unterstützt, bei denen das Hotplugging für Intels Thunderbolt per ACPI möglich ist. Geräte von Apple sprechen Thunderbolt-Geräte aber nicht über ACPI an. Die Probleme des Linux-Kernels mit der Thunderbolt-Schnittstelle in Macbooks führt Kernel-Entwickler Greg-Kroah-Hartman darauf zurück, dass sich Apple nicht an die Spezifikationen hält.

Im Zusammenspiel mit Xen und ACPI funktioniert der Ruhezustand besser. Insgesamt wurde der Code des ACPI-Stacks aufgeräumt und verbessert, was auch eine geringere Leitungsaufnahme der Kernels nach sich zieht. Der ACHI-Treiber in Linux 3.12 unterstützt den SATA-Standard "Queued DSM Trim". Damit lassen sich Informationen über freigewordenen Speicher an SSDs übertragen, die dann selbst bei Bedarf die Befehle ausführen. Diese Informationen werden über die Kernel-Funktion "Online Discard" verwaltet, die in den Mount-Optionen aktiviert werden kann. Bislang sorgte das auf manchen Systemen für einen Leistungseinbruch und wurde deshalb über den Batch-Discard-Befehl erledigt, der beispielsweise als Cronjob eingerichtet werden musste.

Gewappnet gegen SYN-Flood-Angriffe

Die Änderungen am Netzwerkstack sind in Linux 3.12 recht bescheiden. Der neue Kernel kann SYN-Flooding-Angriffe nun selbst abwehren. Dazu lässt sich die integrierte Firewall als Proxy einrichten, der SYN-Anfragen überprüft und nur dann weitergibt, wenn ein Client mit einem ACK-Paket antwortet. Der Fair Queue Packet Scheduler reduziert bei Bedarf das Zwischenspeichern von Paketen im Netzwerk und mit TCP Segmentation Offload (TCO) kann der Kernel Paketgrößen anpassen. Code für den Netfilter Nftables hat es hingegen nicht in den Linux-Kernel 3.12 geschafft.

Der Quellcode von Linux 3.12 steht unter kernel.org zum Download bereit.

 Linux 3.12: Bessere Taktung für mehr Leistung
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. über ARD Mediathek kostenlos streamen
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

jpuhr 04. Nov 2013

+1

scroogie 04. Nov 2013

Ja, an meinem alten Laptop hatte ich immense Probleme mit dem ondemand governor, vor...

nille02 04. Nov 2013

Der FOSS-Radeon Treiber kann nun auch H264 High10p Profile über die Hardware (Mindest UVD...


Folgen Sie uns
       


Im Wind flatterndes AMOLED angesehen (Display Week)

Auf der Display Week 2018 in Los Angeles zeigt der chinesische Herstller BOE ein im Wind flatterndes AMOLED.

Im Wind flatterndes AMOLED angesehen (Display Week) Video aufrufen
Highend-PC-Streaming: Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren
Highend-PC-Streaming
Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren

Geforce GTX 1080, 12 GByte RAM und ein Xeon-Prozessor: Ab 30 Euro im Monat bietet ein Startup einen vollwertigen Windows-10-Rechner im Stream. Der Zugriff auf Daten, Anwendungen und Games soll auch unterwegs mit dem Smartphone funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Golem.de-Livestream Halbgott oder Despot?
  2. Rundfunk Medienanstalten wollen Bild Livestreaming-Formate untersagen
  3. Illegale Kopien Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
Kryptographie
Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
Von Hanno Böck


    PGP/SMIME: Die wichtigsten Fakten zu Efail
    PGP/SMIME
    Die wichtigsten Fakten zu Efail

    Im Zusammenhang mit den Efail genannten Sicherheitslücken bei verschlüsselten E-Mails sind viele missverständliche und widersprüchliche Informationen verbreitet worden. Wir fassen die richtigen Informationen zusammen.
    Eine Analyse von Hanno Böck

    1. Sicherheitslücke in Mailclients E-Mails versenden als potus@whitehouse.gov

      •  /