Linutronix: Intel übernimmt x86-Maintainer des Linux-Kernel
Der Chip-Hersteller Intel hat den deutschen Linux-Spezialisten Linutronix übernommen. Das gaben beide Unternehmen bekannt. Die Übernahme sei dabei eine "Verpflichtung zur Förderung eines offenen Ökosystems, das Vertrauen, Wahlmöglichkeiten und Interoperabilität für unsere Branche gewährleistet", heißt es von Intel. Das vergleichsweise kleine Linutronix arbeitet seit Jahren eng mit Intel zusammen.
Intel schreibt in der Ankündigung(öffnet im neuen Fenster): "Durch die Übernahme von Linutronix vertiefen wir unsere langjährige Beziehung zu einem hochangesehenen Team von weltweit anerkannten Linux-Experten und erweitern die bemerkenswerte Breite und Tiefe von Intels Hardware- und Softwaretalenten."
Bekannt ist Linutronix mit CEO Heinz Egger and CTO Thomas Gleixner vor allem für die jahrelange Arbeit an den Echtzeitpatches für den Linux-Kernel (Preempt_RT). Diese mussten im Jahr 2014 wegen finanzieller Schwierigkeiten zunächst aufgegeben werden, die Arbeit daran konnte letztlich aber mit Hilfe der Linux Foundation eine stabile Finanzierung erhalten.
Gleixner ist Betreuer mehrerer Subsysteme im Linux-Kernel, das wichtigste davon ist wohl die x86-Architektur. In dieser Aufgabe hat Gleixner unter anderen auch an den zahlreichen Patches gegen die Sicherheitslücken Spectre, Meltdown und weitere ähnliche Seitenkanalangriffe mitgewirkt. Gleixner musste deshalb sogar eine Art verschlüsselter Mailingliste erstellen.
Bei Linutronix heißt es zur Übernahme(öffnet im neuen Fenster) "Wir (...) sind stolz darauf, jetzt ein Mitglied der Intel-Familie zu sein. Seit mehr als 10 Jahren haben wir mit Intel gemeinsam daran gearbeitet, dass Open-Source-Software erfolgreich wird." Das Unternehmen soll künftig als unabhängiger Geschäftsbereich von Intel weitergeführt werden.
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