Linus Torvalds: "Mein Ton schreckt Menschen ab"
Linus Torvalds hat in einem Podiumsgespräch mit Linux-Entwickler Dirk Hohndel seinen robusten Umgangston verteidigt. Wenn technisch orientierte Menschen mit starken Meinungen und einem ebenso starken Willen etwas technisch Überlegenes zustandebringen wollten, würden sie oft eine starke Sprache nutzen, um ihren Standpunkt zu verteidigen, sagte Torvalds. Er sei sich bewusst, dass das einige Menschen abschrecke.

"Technische Sachen, die völlig kaputt sind, lassen sich auch später wieder reparieren." Er bedauere aber, dass er mit seinem Ton auf der Kernel-Mailingliste Benutzer und Entwickler abgeschreckt habe. Menschliche Beziehungen ließen sich nicht so einfach reparieren.
Torvalds, ein Vorbild
Die Fragen und Antworten waren offenbar eine Reaktion auf die jüngsten Vorwürfe Lennart Pötterings, der sich über den Umgangston in der Linux-Gemeinde beschwerte. Torvalds und den anderen Linux-Entwicklern käme dabei eine wichtige Rolle zu. Denn der Linux-Gründer sei für viele ein Vorbild.
Sein oft harscher Umgang, wie etwa die Forderung nach einer "rückwirkenden Abtreibung" würde von Torvalds oft damit verteidigt, dass dies ein effizienter Weg sei, die Community zu leiten. Dieser Auffassung widerspricht Pöttering. Linux sei trotz und nicht wegen dieses Verhaltens erfolgreich. Zudem werde dieser Umgang von neuen Entwicklern übernommen, sofern diese davon nicht vorher abgeschreckt würden.
Vom technischen Standpunkt aus gesehen, würde er keine einzige der vielen Entscheidungen, die er in den letzten 23 Jahren seit der Gründung von Linux getroffen habe, wieder zurücknehmen, sagte Torvalds. Er sei aber großartig darin, Anwender und Entwickler mit seinem Umgangston abzuschrecken.
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